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Wir haben die Sonne gefunden und Tipps für Regentage-Ausflüge

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LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen und liebe Leser!
Ich habe heute etwas sehr Besonderes für Sie - Sonne satt! Selten war der Januar grauer als in diesem Jahr. Laut Meteorologe Jens Oehmichen lag die Sonnenscheindauer in Sachsen bei lediglich zwei Dritteln dessen, was sonst im Januar zu erwarten ist. Das waren gerade mal 31 Sonnenstunden in der Region Leipzig.
Auch in der Redaktion haben wir uns gefragt - wo ist sie hin? Die Sonne. Reporter Haig Latchinian ist losgezogen und hat sich auf die Suche gemacht. Zwischen Leipzig und Wurzen ist er dann auch fündig geworden. Die Sonne lacht an mehr Stellen als man an diesen grauen Tage annehmen würde. Wir nehmen Sie heute mit auf Sonnen-Tour - sie werden mehr erfahren als nur einen Eindruck, dass der Januar so grau gar nicht ist, wie er sich anfühlt. Versprochen.
Allerdings: Auch unsere heutige Dosis Sonne wird nicht reichen, um durch die graue Jahreszeit zu kommen. Im Februar ist mit richtigem Winter nicht mehr zu rechnen. So mit Schnee und knackigen Minusgraden wie vor einem Jahr in Sachsen jedenfalls nicht. Höchstwerte zwischen fünf und zehn Grad im Flachland und immer wieder Wind sagen die Meteorologen voraus. „Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass der Flachlandwinter in Deutschland gelaufen ist“, lehnt sich Dominik Jung von wetter.net mit Blick auf den Februar weit aus dem Fenster.
Na dann. Improvisieren wir weiter… Wir haben Tipps zusammengestellt, wie sie auch an trüben Tagen bunte Erlebnisse haben können. Und dafür nicht mal Schnee brauchen. Viel Spaß!
Ihr Thomas Lieb

Auf der Suche nach der Sonne

Monika Schad, bittet zum winterlichen Picknick an die altehrwürdige Hohburger Gartenlaube. Hauptsache die Sonne scheint.  Foto: Latchinian
Monika Schad, bittet zum winterlichen Picknick an die altehrwürdige Hohburger Gartenlaube. Hauptsache die Sonne scheint. Foto: Latchinian
Mann, ist das ein trüber Winter! Der Himmel ist grau. Und die Leute sind schlecht drauf. Es scheint, als gäbe es gerade keinen Lichtblick. Wo ist Klärchen abgeblieben? Auf der Suche nach der Sonne wurden wir im Landkreis Leipzig fündig.
Seit Monaten nur grauer Himmel. Es ist „düchdsch diiesch“, wie der Sachse sagt. Keine Sonne nirgends. Aber: Zumindest in Walzig lacht sie. Frank Schmidt hat frei nach Frank Schöbels „Komm, wir malen eine Sonne“ zu Farbe und Pinsel gegriffen. Allerdings malte er die Sonne nicht, wie es das Lied vorgibt, auf dem grauen Pflasterstein, sondern am Giebel des Wohnhauses. Weil „seine Sonne“ (Ehefrau) auf Gelb nicht recht anspringt, entschied sich Schmidt für Rot, Morgenrot. Gute Idee, aber wohl keine Erfolgsgarantie: „Meine beiden ersten Versuche lösten Stirnrunzeln bei den Liebsten aus. Zweimal musste ich überstreichen.“ Erst im dritten Anlauf gab’s das Okay der Regierung, sagt der Laien-Lüftlmaler.
Frank Schmidts Sonne in Walzig strahlt immer. Foto: Latchinian
Frank Schmidts Sonne in Walzig strahlt immer. Foto: Latchinian
Seitdem scheint über Walzig jeden Tag die Sonne. Und nicht nur dort. Manfred Müller vom Seelingstädter Heimatverein zeigt die originalen Sonnentore des rund 200 Jahre alten Speichers im Dorf bei Grimma – absolute Raritäten.
Die Sonnen sind so kostbar, dass von den ursprünglich drei Holztoren eines ins Museum nach Dresden wanderte. Die beiden anderen wurden bei der Rettung des Speichers geborgen. Geschützt vor Regen erwärmen die Sonnentore nun die Herzen der Bewohner des nahen Pflegeheimes.
Die Tore gehen nicht auf einen Sonnenkönig zurück, sondern auf Friedrich Gottlob von Döring, weiß Müller. Für den Kornspeicher mit Remise wählte er nicht ohne Grund das Sonnenmotiv: „Die Sonne gilt als Sinnbild einer reichen Ernte.“ Steinmetz Bernd Möbius nahm das Motiv erst kürzlich bei der Gestaltung der Eingangstür der Backstube auf.
Manfred Müller und die Sonne an der Seelingstädter Backstube. Foto: Latchinian
Manfred Müller und die Sonne an der Seelingstädter Backstube. Foto: Latchinian
In Naunhof, bekannt für den sommerlichen Badespaß, lacht die Sonne selbst an den grauesten Wintertagen. Hier gibt es nicht nur eine Sonne. Vielmehr ein ganzes Sonnensystem mit mindestens sieben Sonnen. Wieso und weshalb – das erklärt André Kühnel vom Kleingartenverein „Sonnenschein“.
Die 1929 gegründete Sparte mit Gaststätte und 275 Gärten gliedere sich in sieben Anlagen an sieben Standorten. „Jeder Standort hat seine eigene Begrüßungstafel, auf der – passend zu unserem Namen – die Sonne scheint.“ Erst im Vorjahr wurde jede einzelne Tafel erneuert. Längst gehört die aufgehende Sonne zum Stadtbild.
Die größte der sieben Anlagen verfüge über 70 Gärten, die kleinste über acht. Die dunkle Jahreszeit verurteile ihn mehr oder weniger zum Nichtstun. Und warum die Sparte „Sonnenschein“ heißt? Kühnel: „Ganz einfach. Ein Kleingärtner ohne Sonne ist wie der Rettungsschwimmer ohne Wasser.“
André Kühnel vom Naunhofer Kleingartenverein „Sonnenschein“. Foto: Latchinian
André Kühnel vom Naunhofer Kleingartenverein „Sonnenschein“. Foto: Latchinian
Auch die Nerchauer sahen zuletzt kaum die Sonne. Dafür haben sie ihre „Goldene Sonne“. Das einstige Gasthaus gehört Regina Lamik, die inzwischen im Saal zu Hause ist, einige Mieter hat und eine Ferienwohnung anbietet. Immer wieder begrüßt sie Touristen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Die Japaner interessieren sich für ihren Nationalhelden Mori Ogai.
Der Schriftsteller logierte vor weit über 100 Jahren in der „Sonne“ und soll mit den Nerchauern im Saal sogar ein Laienspiel aufgeführt haben. Er war es, der Goethes „Faust“ und Werke von Lessing, Kleist, Rilke ins Japanische übersetzt hatte. Er war es, der dem Muldental in Fernost ein literarisches Denkmal setzte.
 Die Nerchauer „Sonne“ ist bekannt für Kultur: Kein Geringerer als Ekki Göpelt, Schlagersänger und größter Sohn des Ortes, soll hier nicht nur gekellnert haben, sondern auch aufgetreten sein. Sie selbst sei kreativ, verrät Regina Lamik, die gern mit Ton arbeite. Ihr größter Traum unter der Sonne: „Eine Töpferwerkstatt.“
Regina Lamik ist die Besitzerin der „Goldenen Sonne“ in Nerchau. Foto: Latchinain
Regina Lamik ist die Besitzerin der „Goldenen Sonne“ in Nerchau. Foto: Latchinain
Tipps für Winterausflüge ohne Schnee

Schnee würde in die Jahreszeit gut passen, aber nix da: Es bleibt grau und kalt. Was können Familien bei diesem tristen Wetter unternehmen? „Tja, soviel ist derzeit leider nicht los“, war in Tourismusbüros der Region Leipzig zu hören. Trotzdem ließen sich Tipps für verschiedene Geschmäcker finden. Oft gilt 2G plus, bitte erkundigen Sie sich also vorab immer nach den aktuellen Regelungen. 
1. Wanderung an der Mulde, Punsch und Lagerfeuer
Hängebrücke in Grimma mit Gattersburg. Foto: Privat
Hängebrücke in Grimma mit Gattersburg. Foto: Privat
Für die nächste Regenpause bietet sich eine Wanderung an. Die Winterkioske an der Grimmaer Hängebrücke und am Kloster Nimbschen empfangen an den Wochenenden Besucher. 
Am besten lässt man das Auto in der Garage und reist mit dem Zug an. Vom Oberen Bahnhof in Grimma erreicht man über die Karl-Marx-Straße den Schwanenteichpark und über das Verlobungsgässchen in 20 Minuten die Hängebrücke. Der Mulde-Wanderweg am westlichen Flussufer führt nach Nimbschen, nach einer halben Stunde Fußmarsch sind die Wanderer am Kloster-Hotel.
​Hinter der Kapelle wird es am Lagerfeuer mit Punsch und Bratwurst gemütlich. Entweder man läuft den Weg wieder zurück oder entscheidet sich für eine weitere Etappe über die Freilichtgalerie Schaddel. Bis zum Bahnhof Großbothen sind es dann noch knapp fünf Kilometer. Der Regenschirm sollte sicherheitshalber aber doch eingepackt werden.
2. Wasser, Bewegung und Wärme 
Die meisten Schwimmhallen im Leipziger Land haben wieder geöffnet – vielerorts samt Sauna. Mal so richtig schwitzen als Kontrastprogramm zum Schmuddelwetter kann herrlich sein! Wer das Freizeitbad eine Nummer größer bevorzugt, ist im Riff in Bad Lausick richtig.
3. Springen und Klettern
Im Gewerbepark Grimma-Süd lädt ein riesiger Indoor-Sport-und-Spiel-Platz Kinder und Erwachsene ein, sich unabhängig vom Wetter auszupowern. In den Winterferien vom 11. bis 27. Februar täglich von 10 bis 19 Uhr öffnet die Kinderspielwelt mit Piratenbrücke, Spinnennetz und Hotdog-Rampe. Röhrensysteme, Luftkanonen, Rutschen und Trampoline sorgen für Kurzweil. Zudem gibt es einen Hallen-Hochseilgarten (für alle ab 1,30 Meter Körpergröße). 
4. Ins kleine Auto steigen
Gleich vor der Grimmaer Kinder- und Freizeithalle brummen die Motoren. Mit über 1100 Meter Innen- und Außenbahn bietet Grimmas Kartcenter eine der größten Kartbahnen in ganz Deutschland, informierte die Stadtverwaltung. Es gibt Einsitzer, Doppelsitzer und mit speziellen Sicherheitsstandards ausgestattete Kinderfahrzeuge, hieß es.
5. Kino und Popcorn
Im Blauen Saal des Kulturhauses Schweizergarten hat der Filmklub Wurzen seine Heimstatt gefunden. In gemütlicher Klubkino-Atmosphäre können hier auch Ferienkinder Filmklassiker genießen. In der ersten Winterferienwoche zum Beispiel am 14. Februar „Jim Knopf und die Wilde 13“ und am 15. Februar „Drachenzähmen leicht gemacht“, los geht es jeweils 14 Uhr. Im Grimmaer Kino sind schon vorher täglich Streifen für Jung und Alt zu sehen.
6. Engel mit Spaziergang an Ratte- und Mausbach
Im Töpfermuseum Kohren-Sahlis sind auch ein Engel aus Tirol (l.) und einer aus Peru (r.) zu sehen. Foto: Taubert. 
Im Töpfermuseum Kohren-Sahlis sind auch ein Engel aus Tirol (l.) und einer aus Peru (r.) zu sehen. Foto: Taubert. 
Im Töpfermuseum Kohren-Sahlis ist ab 1. Februar eine Ausstellung über Engel zu sehen. Dass die geflügelten Wesen in vielfältigster Form – gemalt und als Plastik, in Büchern gespiegelt und als Glücksbringer – das Obergeschoss des historischen Fachwerkhauses bevölkern, ist dem Leipziger Sammler und Buchkunst-Freund Wieland Zumpe zu verdanken.
Danach bietet sich ein Spaziergang an. Beispielsweise eine kurze Runde hinauf zu den beiden Burgtürmen, der kleine Anstieg wird mit einem schönen Ausblick belohnt. Etwas weiter ist es entlang des Rattebachs nach Terpitz, wo die Wanderer im Elisenhof einkehren können oder entlang des Mausbachs, eine Stärkung gibt es hier im Lindenvorwerk.
7. Geschichten am Kamin
Das Kaminzimmer in Deutschlands einzigem Verlegermuseum Göschenhaus in Grimma ist urgemütlich und lädt zum Verweilen ein – wie vor 200 Jahren. Hier kann man es sich auf den alten Polstersesseln bequem machen und den Geschichten über das Haus und seine prominenten Gäste lauschen. Das Göschenhaus-Team bietet auch eine spezielle Entdeckungsreise für die jüngsten Besucher an. Mehr Infos unter Telefon 03437/91 11 18 sowie per E-Mail goeschenhaus@grimma.de.
8. Auf Ostwalds Spuren
Wer von Museen nicht genug bekommen kann, für den empfiehlt sich ein Besuch im Haus Energie im Wilhelm-Ostwald-Park. Dieser Wissenschaftler war seiner Zeit in vielen Bereichen voraus. Sein Leben widmete er sowohl der physikalischen Chemie als auch der Farbforschung, der Energetik und dem Monismus. Geöffnet täglich außer Donnerstag, 10 bis 17 Uhr.
9. Flucht-Abenteuer der Vergangenheit
Das Schloss Colditz in einer Nachtaufnahme. Foto: Schloss Colditz
Das Schloss Colditz in einer Nachtaufnahme. Foto: Schloss Colditz
Schloss Colditz ist aus der Winterpause gekommen und hat die Tore geöffnet. Von 1939 bis 1945 war dort das Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere. Colditz galt als ausbruchsicher. Die Insassen konnten jedoch das Gegenteil beweisen.
Von ihrem Einfallsreichtum und den zahlreichen Fluchtversuchen erzählt die Ausstellung. Geöffnet ist Sonnabend und Sonntag 10 bis 16 Uhr. Eine Schlossführung ist nur nach Voranmeldung möglichst zwei Tage im voraus und für mindestes vier Personen möglich, wurde mitgeteilt.
Kontakt unter Telefon 034381/4 37 77 sowie per E-Mail info@colditz-erleben.com.
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