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Weihnachtsmarkt to go + die besten Bücher gegen das Fernweh

Liebe Leserinnen, liebe Leser, am Sonntag ist der erste Advent. Würde ich nicht in einer Redaktion ei
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am Sonntag ist der erste Advent. Würde ich nicht in einer Redaktion einer Tageszeitung arbeiten, wäre mir das Datum dieses Jahr durchgerutscht. In der Pandemie bleibt nicht viel Zeit und Muse für Besinnlichkeit und Weihnachtsvorfreude.
Kürzlich, als das noch ging, spazierte ich mit meiner besten Freundin durch ihren Berliner Kiez. Es war ein sonniges, kaltes Wochenende, der Winter lag schon in der Luft, wir wollten unbedingt einen Glühwein trinken. Wir fanden ihn nach langem Suchen, wo wir ihn nicht erwartet hätten: Bei einem indischen Restaurant, einer dieser klassischen Touristen-Fallen, die den ganzen Tag über Happy Hour und Cocktails für fünf Euro anbieten. “Glühwein to go” stand handgeschrieben auf einer Tafel vor dem Restaurant. Als wir also “Glühwein to go” bestellten, huschte der Kellner zwei Häuser weiter in einen Spätkauf und kam mit einer Flasche Glühwein zurück. Fünf Minuten später hatten wir das heiße Getränk in zwei Bechern, zum Preis von etwa drei der Flaschen, die wir natürlich selbst bei besagtem Späti hätten ergattern können. Aber sei’s drum, dachten wir uns, es ging ja auch um die Stimmung. Manchmal braucht es nämlich nicht viel, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Manchmal reicht ein Glühwein to go oder ein Crepe mit Zimt und Zucker. Meine Kollegin Vanessa Gregor hat sich in der Leipziger Innenstadt umgesehen und trotz abgesagter Weihnachtsmärkte Orte gefunden, an denen Sie Glühwein, Kräppelchen oder auch die klassische Bratwurst im Brötchen bekommen können - vorweihnachtliche Atmosphäre inklusive. Das alles gibt es nur zum Mitnehmen und mit den gängigen Abstandsregelungen. Verweilen beim Glühwein in der Innenstadt ist dieses Jahr leider nicht drin. Dafür umso ausgiebigere Spaziergänge - Weihnachten to go sozusagen.
Einen anderen Klassiker der Adventszeit nimmt die Pandemie uns nicht: Die ausgiebigen Leseabende. Unsere Kollegin Lisa Schliep hat sich von sechs Leipziger Buchhändlern Leseempfehlungen geben lassen. In dieser Ausgabe: Bücher, die Sie mit auf Reisen nehmen. Es mag real gerade keine große Reise möglich sein, dafür aber umso buntere und wortgewaltigere in unseren Köpfen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe “frische Luft” und ein schönes erstes Adventswochenende! Wie immer bleibt mir an dieser Stelle noch zu sagen: Melden Sie sich mit Kritik und Anregungen für diesen Newsletter gern bei mir (j.grass@lvz.de) oder meinem Kollegen Thomas Lieb (t.lieb@lvz.de). Wir freuen uns über Ihre Nachrichten!
Herzlich
Ihre Julia Grass

Mit oder ohne Schuss: Hier gibt es Glühwein to go

Einsam steht er da: Der Leipziger Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz, ganz ohne die zahlreichen Hütten und Stände, die Bühne und die Besucher um ihn herum, der Weihnachtsmarkt fällt aus, die Corona-Infektionszahlen sind zu hoch. Am Dienstag wäre es losgegangen, vielen Standbesitzern fällt mit dem Ausfall eine wichtige Einnahmequelle weg.
Doch die Leipziger Gastronomen haben sich etwas einfallen lassen und machen das Ganze einfach zum Mitnehmen. Die Angebote to-go für Glühwein und Co. finden sich in der ganzen Stadt verteilt, viele davon in der Innenstadt – dort, wo eben eigentlich der Weihnachtsmarkt wäre.
Celina Kutylo ist die Inhaberin des Café Wagner am Richard-Wagner-Platz. Sie bietet mit einem Augenzwinkern neben dem klassischen Glühwein und anderen Heißgetränken auch ein „Anti-Corona-Getränk“ an. Das helfe zwar nicht wirklich gegen das Virus, sagt sie, sei aber gut für die Seele. Gegen ein bisschen Pfand gibt es sogar eine richtige Tasse. Die sollte allerdings bitte wieder zurück gebracht werden.
Café Wagner, Richard-Wagner-Platz 1, Montag-Samstag 9-24 Uhr, Sonntag 9-18 Uhr
Doch Glühwein gibt es auch an Orten, an denen man ihn nicht unbedingt erwartet. In direkter Nachbarschaft zum Café Wagner zum Beispiel bei Prime Burger. Hier kann man zum Glühwein auf die Hand direkt das deftige Mittagsmenü mit Burger und Salat genießen.
Prime Burger, Große Fleischergasse 4, Montag-Donnerstag 12-20 Uhr, Freitag und Samstag 12-22 Uhr, Sonntag Ruhetag
Wer’s herzhaft mag, aber Currywurst dem Burger vorzieht, der wird bei Curry und Co. fündig. Auch hier gibt’s Glühwein und daneben eine Auswahl an verschiedenen Currywürsten - auch veganen und vegetarischen Varianten und hausgemachten selbstkreierten Saucen sowie preisgekrönten Pommes.
Curry und Co., Brühl 4, Montag-Samstag 11-20 Uhr, Sonntag Ruhetag
Noch mehr zieht es Pommes-Liebhaber vielleicht einfach zu Frittz. Hier locken Pommes in allen Variationen - mit Chili Cheese oder Pulled Pork, herzhaft oder auch süß. Und natürlich: Mit Glühwein to Go.
Frittz, Hainstraße 21-23, Montag-Samstag 10-19 Uhr, Sonntag Ruhetag
Ebenfalls im Herzen der Stadt und to-go verkauft Curry Cult seit einiger Zeit Glühwein, mit und ohne Schuss. Wer mit trockenen Füßen Heißgetränke shoppen will, sollte der Bar Mephisto in der Mädlerpassage einen Besuch abstatten – hier steht auch ein festlicher Weihnachtsbaum.
Curry Cult, Petersstraße 10, Montag-Samstag 10-20 Uhr, Sonntag Ruhetag
Mephisto-Bar, Mädler-Passage, Grimmaische Straße 2, täglich ab 12 Uhr.
Wer dagegen dem Café Kandler an der Thomaskirche oder auch in Specks Hof einen Besuch abstattet, kann statt herzhaft wunderbar Süßes zu seinem Glühwein naschen. Zum Beispiel Lerchen, feinste Kuchen oder Torten. Vor allem gibt es hier auch Heißgetränke für alle, die keinen Glühwein mögen.
Café Kandler, Thomaskirchhof 11, Montag-Freitag 10-19 Uhr, Samstag 9-20 Uhr, Sonntag 9-18 Uhr
… oder in Specks Hof, Nikolaistraße 3-5, Montag-Freitag 10-18 Uhr, Samstag und Sonntag 9-18 Uhr
Preislich halten sich die Angebote in der Innenstadt beim Glühwein zwischen circa 2,50 Euro und vier Euro – dann ist er sogar hausgemacht. Allerdings, bei den To-go-Angeboten in der Fußgängerzone gilt: Die Maskenpflicht muss eingehalten werden, der Verzehr ist nur außerhalb dieses Bereiches erlaubt. Und wer Lust auf etwas Leckeres für daheim hat, wird zusätzlich fündig: Restaurants in der ganzen Stadt bieten derzeit weihnachtliche Gerichte und Kuchen auf Vorbestellung und zum Abholen an.

Kräppelchen und Co.: Hier gibt es weihnachtliche Speisen

Die Leute vermissen den Weihnachtsmarkt und wollen wenigstens ein bisschen in Stimmung kommen - davon ist eine Mitarbeiterin des San Remo überzeugt. Der Laden verkauft in der Hainstraße wie auch in der Nikolaistraße Kräppelchen, Waffeln, Crêpes und natürlich Glühwein zum Mitnehmen.
San Remo, Nikolaistraße 1 oder Hainstraße 18, Montag-Samstag 11-21 Uhr, Sonntag 12-20 Uhr
Am Markt steht der Baum zwar allein, drumherum werden durstige und hungrige Besucher aber fündig. Normalerweise kann man im Barfusz vor allem frühstücken oder in Lounge-Atmosphäre dinieren. In diesen Tagen bietet das internationale Restaurant vor allem aber auch Bratwurst, Burger und Glühwein to go an.
Barfusz, Markt 9, Montag-Samstag 11-18 Uhr, Sonntag Ruhetag
Gegenüber, an der Milchbar Pinguin erklärt Mitarbeiterin Peggy Deutschländer, dass vor allem eines nicht im Angebot fehlen dürfe: „Kräppelchen, die sind gerad ganz wichtig.“ Zudem gibt es an der Milchbar Glühwein, Kakao, Waffeln und noch die ein oder anderen Leckerbissen. Die gibt es auch in der Zweigstelle in der Petersstraße.
Milchbar Pinguin, Katharinenstraße 4, Montag-Freitag 10-17 Uhr
Festlich wird es auch im Clara-Zetkin-Park – mit der Möglichkeit, genügend Abstand zu anderen einzuhalten. Im Glashaus gibt es täglich Bratwurst, Waffeln und Glühwein, zum Mitnehmen und zum Schlendern durch den Park. Übrigens: Hier gibt’s auch Ente und Gans zum Mitnehmen (mit Vorbestellung und ab 2 Personen).
Glashaus, im Clara-Zetkin-Park nahe zum Musikpavillon und der Parkbühne, täglich 11-18 Uhr
Sogar Lebkuchenfreunde werden dieses Jahr fündig. An der Thomaskirche hat sich ein Lebkuchenhersteller in eine Eisdiele eingemietet und verkauft dort direkt. 
Kleine Budenzauber und virtuelle Weihnachtsmärkte

Trotz der Absage des Weihnachtsmarktes, gibt es in der Innenstadt auch dieses Jahr die ein oder andere Hütte mit weihnachtlicher Deko und Delikatessen. Vier davon finden sich in der Grimmaischen Straße. Dort werden unter anderem Stollen verkauft. Ein paar Meter weiter, auf dem Augustusplatz steht traditionell das Märchenland.
Einen ganzen Weihnachtsmarkt to-go hat die Tankbar an der Angerbrücke aufgebaut. Seit gestern gibt es dort ein paar Buden, Glühwein, Kräppelchen und Herzhaftes wie gefülltes Brot und Bratwurst zum Mitnehmen - vor allem aber auch: ganz viel weihnachtliche Dekoration und Musik. Übrigens werden hier noch Schausteller gesucht, die sich am kleinen Weihnachtsmarkt to go beteiligen wollen.
Tankbar, Jahnallee 52, heute 17-20 Uhr, Freitag 15-20 Uhr, Samstag und Sonntag 13-20 Uhr
Eine andere Version ist der Pop-Up-Markt der beiden Betreiberinnen vom Studio Papaya am Roßplatz 12. Weil im Studio noch Platz ist, bieten sie 15 Künstlerinnen eine Verkaufsfläche an, um die Umsatzverluste der ausfallenden Märkte abzufedern. „Uns war wichtig, dass wir eben keinen Weihnachtsmarkt machen, bei dem alle KünstlerInnen vor Ort sind, sondern das Ganze zu strecken über einen längeren Zeitraum, damit wir die Corona-Hygieneregeln einhalten können“, so Johanna, eine der beiden Inhaberinnen vom Studio Papaya. Dort beginnt der Pop-Up-Markt der anderen Art am 3. Dezember. Für durstige Kunden wird auch Glühwein to-go angeboten. 
Studio Papaya, Roßplatz 12, Donnerstag-Sonntag 12-18 Uhr
Für alle, die lieber ganz zuhause bleiben, bietet übrigens die LVZ dieses Jahr eine digitale Alternative zum Weihnachtsmarkt. Einen virtuellen Weihnachtsmarkt sozusagen. Dort können Händler ihre Waren anbieten und Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den verschiedensten Bereichen stöbern. Ab morgen finden Sie den Weihnachtsmarkt unter: marktplatz.lvz.de
Lesen gegen das Fernweh: Was Leipzigs BuchhändlerInnen empfehlen

1) Agnès Poirier: „Notre Dame – Die Seele Frankreichs“ empfohlen von Conny Herrmann aus der Buchhandlung Bücherwurm (Gohliser Straße 20)
Coronabedingt ist das Reisen heutzutage schwierig bis unmöglich. Mit dem Buch von Agnès Poirier kann man sich jedoch wunderbar vom Sofa aus auf eine Reise nach Paris begeben. Die Autorin erzählt die Geschichten der wohl bekanntesten gotischen Kathedrale der Welt unterhaltsam, lebendig und überaus lehrreich. Beginnend mit der Grundsteinlegung im Jahr 1163 über die Französische Revolution hin zum Zweiten Weltkrieg skizziert sie zudem die Debatte über den beginnenden Wiederaufbau der „Seele Frankreichs" im Jahr 2019.
2) Jane Gardam: „Bell und Harry“ empfohlen von Frauke Hempel aus der Buchhandlung Wörtersee (Peterssteinweg 9) 

Dieser kleine feine Roman spielt in einem Dorf in Yorkshire. Die Familie Bateman hat hier ein leerstehendes Cottage gemietet, um dem hektischen Leben in London zu entkommen. Ein tolles Buch, das einen aufs Land und in die Natur bringt und über die hektische und wenig umweltfreundliche Gegenwart nachdenken lässt. 
3) Joachim B. Schmidt: „Kalmann“ empfohlen von Peter Hinke aus der Connewitzer Verlagsbuchhandlung (Specks Hof) 
Ein als Krimi getarnter Roman mit einem liebevoll gezeichneten Helden: Kalmann, dem selbsternannten Sheriff von Raufarhöfn. Schön, melancholisch, spannend bis zum Finale!
4) Roman Ehrlich: „Malé“ empfohlen von Jan Walkowiak aus der Buchhandlung Grümmer (Zschochersche Straße 18)
In die Ferne schweifen kann man in Roman Ehrlichs Debütroman „Malé“. Doch die Malediven des Romans sind keineswegs das Urlaubsparadies, als das es heute von Vielen angesehen wird. Der Roman spielt in nicht allzu ferner Zukunft und die Klimaerwärmung hat bereits dafür gesorgt, dass in den Straßen der Hauptstadt das Wasser steht. Das Urlaubsparadies hat sich zu einem Ort für Aussteiger und Utopisten verwandelt. Das Verschwinden einer international bekannten Schauspielerin und eines deutschen Lyrikers locken zwei Personen auf die Insel, durch deren Suche auch der Leser den Ort und dessen Bewohner erkunden kann.
6) Clemens Meyer: „Als wir träumten“ empfohlen vom Team der Buchhandlung Südvorstadt (Karl-Liebknecht-Straße 126
Reisebeschränkung. Also bleiben wir zu Hause, wo es ohnehin am schönsten sein soll. Clemens Meyers „Als wir träumten“ entführt den Leser zwar nicht in ferne Länder, lädt dafür aber zu einer historischen Reise ein, nämlich ins Leipzig der Nachwendezeit, wo zwischen Zerrissenheit und Verunsicherung immer noch Platz zum Träumen bleibt. 
6) Bérengère Cournut: „Das Lied der Arktis“ empfohlen von Laure Le Cloarec aus der internationalen Buchhandlung Polylogue (Merseburger Straße 47) 
Passend zur kalten Jahreszeit lädt uns die französische Autorin Bérengère Cournut zu einer Reise durch Fjorde, Tundra und Eisberge ein. Mit der jungen Uqsularik lernen wir die Kultur der Inuit kennen und den Geistern der Natur zuzuhören. Ein berührender, poetischer, anthropologischer und feministischer Roman zugleich.
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