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Wandern im Spreewald + Griechenland an der Weißen Elster

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute muss ich ein bisschen mogeln (warum, werden Sie nie erfahren!) - der “große Ausflug” in dieser Ausgabe “Frische Luft” stammt ausnahmsweise nicht aus der Feder der LVZ Reporterinnen und Reporter, sondern kommt von der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Die Kolleginnen und Kollegen sitzen in Potsdam und versenden ebenfalls wöchentlich Ausflugstipps in die Region, also in ihre. Da dachte ich mir, na, Brandenburg ist ja auch schön, das wär doch auch was für die Leserinnen und Leser von “Frische Luft”. Oder? Was meinen Sie? Hier kann man sich übrigens für den Newsletter der Kollegen anmelden.
Wer dieses Jahr auf Auslandsreisen verzichtet, aus welchen Gründen auch immer, für den hat unsere Gastrokritikerin Petra Mewes getestet, ob man auch einen abendlichen Kurzabstecher nach Griechenland machen kann und war im Restaurant Thiseas in Schleußig. Fazit: Ein Besuch lohnt sich.
Und nun, liebe Leserinnen und Leser, folgt hier ein kurzer Abschied - und zwar von mir. An dieser Stelle begrüßen Sie ab nächster Woche neue Kolleginnen und ich bedanke mich dafür, dass Sie jede Woche hier dabei waren und sind, für Ihre Anregungen und Ihr Feedback. (Ein ganz besonderer Gruß geht außerdem raus an die Leserinnen und Leser, die mir Tipps gegeben haben, wo man gute Brezeln findet).
Ich verlasse Leipzig, für mich aber kommt demnächst adäquater Ersatz in die Stadt: Im September hat Brad Pitt sich zum Champagnerabend angekündigt. ;-)
Ich grüße Sie ganz herzlich und freue mich, jetzt ein letztes Mal den vielleicht ein klitzekleines bisschen albernen, aber doch lieb gewonnenen Satz zu schreiben: Schnappen Sie frische Luft mit uns!
Ihre Julia Grass

Der große Ausflug: Unterwegs im Unterspreewald

Die Wanderung beginnt am Kahnfährhafen in Schlepzig. Foto: Imago
Die Wanderung beginnt am Kahnfährhafen in Schlepzig. Foto: Imago
Die brandenburgische Gemeinde Unterspreewald liegt im Landkreis Dahme-Spreewald, einer Gegend voller Auenwälder, erschlossen wird sie durch die Stadt Lübben. Dort lassen sich neben dem Hain-Naturschutzgebiet an der Berste die Schlossinsel mit dem Spätrenaissance-Bau des Schlosses (1682) und die spätgotische Paul-Gerhardt-Kirche mit dem Grabmal des Kirchenlieddichters besuchen, der 1667 in Lübben starb.
Unsere Tour vom malerischen Spreewalddorf Schlepzig - dort findet derzeit übrigens die Aquamediale statt - nach Lübben ist 15 Kilometer lang. Wer nur eine Kurzwanderung unternehmen möchte, umrundet zwischen Petkamsberg und Schlepzig den Inselteich (fünf Kilometer).
Vom Parkplatz am Kahnfährhafen in Schlepzig führt die Dorfstraße ortseinwärts, bis die Blaustrichmarkierung des Fernwanderweges E10 an der Alten Mühle, wo die Quaasspree in die Hauptspree mündet, rechts auf die Dammstraße abzweigt. Der Fahrweg folgt dem Ufer des fischreichen Inselteichs, der parallel zur Hauptspree angelegt wurde. An der Dümme-Ecke im Südwesten des Sees trifft der Weg auf die Hauptspree und folgt ihr in Richtung des Spreewaldgasthauses Petkampsberg. Einem deichartig erhöhten Schotterweg folgt der Fernwanderweg weiter südwärts zwischen der Hauptspree und dem Sommerteich sowie weiteren Teichen, an denen Reiher, Möwen und andere Wasservögel jagen.
Nach Passieren des Hartmannsdorfer Wehrs erstrecken sich links des Wegs die Biebersdorfer Wiesen. Nach Überqueren eines Bahndamms führt der Weg durch das Naturschutzgebiet Wiesenau, einem Ensemble aus Altarmen, Teichen, Feuchtwiesen und Gehölzen. Dahinter folgt der Weg der Hauptspree und dann dem Umflutkanal zur Trasse der Spreewaldbahn, die zum Fuß- und Radweg umfunktioniert wurde.
Auf den Bahnwegen geht es über den Umflutkanal und die Neue Spree zum Gasthaus Lehnigksberg. Vom Gasthaus führt der Lehnigksberger Weg am Rand der Auenlandschaft der Schützenwiesen längs der Neuen Spree südwärts Richtung Lübben und wechselt dann auf den Weg längs des Spreenebenflusses Berste.
Nach Queren der Berliner Chaussee beim Kahnfährhafen am Nordrand von Lübben taucht er in das parkartige Naturschutzgebiet Der Hain ein. Dort zeigen die Schilder links in die Altstadt von Lübben, während es rechts zum Bahnhof geht. Von dort fährt der Bus zurück nach Schlepzig.
Mewes Gastrotest: Griechisches Restaurant Thiseas in Schleußig

Thiseas-Koch Georgios Petrov. Foto: Andre Kempner
Thiseas-Koch Georgios Petrov. Foto: Andre Kempner
Es ist schon ein Hickhack ums Reisen in diesem Sommer. Fest steht: Man kann auch in Leipzig Griechisch essen und dabei aufs Wasser schauen: an der Weißen Elster. Mein letzter Besuch im Restaurant Thiseas ist ewig her und so entern wir an einem Sonntagabend die Planken des Nachbaus eines antiken griechischen Langschiffs, der Terrasse des Lokals direkt am Fluss. Mindestens 30 weitere Tische draußen sind bereits gut besetzt, die Karte ist schnell gereicht. Auf vielen Seiten stehen allein bei den Speisen mehr als 140 durchnummerierte Positionen und mindestens ebenso viele bei den Getränken. Die Kellner eilen die Treppen runter zum Schiff, dass man befürchtet, gleich stürzen sie ab. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. Angesichts dieser Szenerie schießt mir ein „Hoffentlich geht das heute nicht schief“ durch den Kopf. Aber manchmal läuft‘s doch besser, als man denkt: Das Essen erweist sich als top Überraschung, die Servicecrew nimmt souverän jede Stufe und gegen Wind und Regen schützen sowohl ein großes Faltdach als auch transparente, seitliche Plastikwände, die automatisch auf- und abfahren, sobald hinter grauen Wolken der blaue Himmel auftaucht.
Das Restaurant Thiseas hat eine Bootsterrasse im Stil eines Wikingerschiffes.Foto: Andre Kempner
Das Restaurant Thiseas hat eine Bootsterrasse im Stil eines Wikingerschiffes.Foto: Andre Kempner
Griechische Zutaten und Gewürze, bekannte Standards, vor allem aber hauseigene Rezepturen machen die Vielfalt der Speisekarte aus. Vegetarier haben weniger gute Karten, aber neben den zwei (!) als vegetarisch angezeigten Spaghetti-Varianten lässt sich aus Salaten, Gemüsegerichten, Reis- und Kartoffelbeilagen Fleischloses zusammenstellen.
Als Vorspeise soll es von der zusätzlichen „Kreativen Sommersaison-Karte“ eine knusprig panierte Scheibe Ziegenkäse mit Sauerkirschreduktion, Erdnussbutter und Zitronengelee sein, im Folgenden dann die Nummern 1, 74, 92, 103, 148, 157, 280 und 205. Zwei Ouzo aufs Haus steigern den Spaß, alles so zu benennen. Die fruchtige Sauerkirschsauce zum Ziegenkäse hat in einem extra Schälchen Platz, so dass der kross gebackene Käse nicht aufweicht. Die Suppe wird erst bei Tisch aus einem Kännchen über schön drapierten Akrokolio (getrockneter Schinken), eine Nocke Ziegenkäse und verschiedene Pilze in den Teller gegossen. Bei der im Ofen butterweich gegarten Lammhaxe hat die Küche vor dem Garen ein Lorbeerblatt zwischen Fleisch und Knochen geschoben, das dem Gericht ebenso Kraft gibt wie der Sauce und den im Tontopf mitgegarten, grünen Bohnen.
Der Thiseas-Mix. Foto: Petra Mewes
Der Thiseas-Mix. Foto: Petra Mewes
Der Thiseas-Mix ist eine Kombination von Souzouki, Gyros, Souflaki, Lammkotelett sowie Tomatenreis plus einem Klecks Tsatsiki dazu – alles angerichtet in Mulden einer großen Porzellanplatte. Kein Gang enttäuscht und trotz des Andrangs nimmt sich die Küche Zeit, jeden Teller und jede Schale optisch gut aussehen zu lassen.
Das alkoholfreie Angebot sowie das an Bieren und Weinen griechischer Winzer ist erfreulich. Bleibt Zeit für ein Dessert und einen griechischen Mokka, dezent gesüßt, serviert im zierlich-roten Tässchen. Zeit haben wir zum Glück, denn nachdem sich die Terrasse geleert hat, gönnt sich der Service eine Atempause. Der Schokoladen-Zwilling erweist sich dann als schöne Kombination aus dunkler und heller Schokolade auf einem lockeren, mit Kakao gebackenen Teig, garniert mit frisch geschnittenem Obst, reifen Beeren, geriebenen Haselnüssen und einer Kugel Mango-Eis. Nicht nur das Warten darauf – der ganze Ausflug an die Weiße Elster hat sich gelohnt. Die anfängliche Sorge, der Massentourismus an den Mittelmeerküsten sei bereits an der Weißen Elster gestrandet, erweist als unbegründet.
Von Petra Mewes
Schokoladen-Zwilling zum Dessert. Foto: Petra Mewes
Schokoladen-Zwilling zum Dessert. Foto: Petra Mewes
Restaurant Thiseas
Adresse: Holbeinstraße 28a, 04229 Leipzig, Tel. 0341-47 71 570,
Internet: www.thiseas.de
Konzept: Restaurant mit griechischer Küche
Geöffnet: Mo bis Sa 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 23.30 Uhr, So 10 bis 14.30 und 17 bis 23 Uhr (bis 30. September durchgängig)
Preise: Vorspeisen und Salate 4,20 bis 13,80 Euro, Suppen 6,60 Euro, Hauptgerichte 11,70 bis 32,50 Euro, Desserts 5,20 bis 8,90 Euro
Kartenzahlung: Girocard
Gesamtnote: 8,2/10
Was tun am Wochenende?

Fotos: André Kempner, Maximilian Zwiener, Patrick Pleul
Fotos: André Kempner, Maximilian Zwiener, Patrick Pleul
Festival am See: ​Endlich gibt es wieder ein Musikfestival! 23 Künstlerinnen und Künstler treten am Sonntag beim Think-Festival am Nordstrand des Cospudener Sees auf. Bis zu 8000 Menschen ab 16 Jahre dürfen von 10 bis 23 Uhr mitfeiern, Einlass erfolgt nach der 3G-Regel. Vor Ort kann man sich testen und sogar impfen lassen. Tickets sind hier erhältlich.
Fledermausnacht: ​Die „Batnight“ des Naturschutzbundes Leipzig beginnt am Sonnabend um 19 Uhr auf dem Sellerhäuser Friedhof, in der Riesaer Straße. Nach Sonnenuntergang versuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Fledermäuse zwischen den Gräbern zu beobachten und ihre Ultraschallrufe zu belauschen. Auch die Auwaldstation Leipzig, Schlossweg 11,  lädt am Sonnabend ab 19 Uhr zur „Batnight“ in den Schlosspark Lützschena ein.
Musical unter freiem Himmel: ​Am Biedermeierstrand in Hayna am Schladitzer See zeigt der Musik- und Theaterfördervereis Priester am Freitag und Sonnabend, jeweils um 20 Uhr, zum letzten Mal in diesem Jahr das Musical „Oliver Twist“. Das Publikum begleitet den Waisenjungen Oliver auf seinem abenteuerlichen Weg durch das London des 19. Jahrhunderts. Karten für die Freiluft-Aufführung gibt es hier.
L wie Leipzig: ​Im Stadtgeschichtsmuseum ist derzeit die Ausstellung „Kennzeichen L“ zu sehen. Darin wird gefragt, worin das Lebensgefühl und die Identität von Leipzig bestehen. Inzwischen haben sich auch Künstlerinnen und Künstler der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) mit dieser Frage auseinandergesetzt. Die Ergebnisse ihres Denk- und Schaffensprozesses sind ab Freitag dieser Woche bis Mittwoch nächster Woche im Rahmen der Aktionswoche „Beyond the L“ zu sehen. Neben einer Sonderausstellung gibt es Performances, Talks, Stadtspaziergänge und Filmvorführungen. Das komplette Programm finden Sie hier. 
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