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Schöne Radtouren in die Region Teil 2 + Kulinarik in Gohlis

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
dieses Wetter stellt mich vor Herausforderungen - normalerweise versuche ich, auf den Wetterbericht zu achten und die Empfehlungen in diesem Newsletter zumindest ein wenig daran anzupassen, ob Sie das Wochenende bei Sonnenschein draußen verbringen können oder es eher regnerisch wird und Sie deshalb zufriedener sind, wenn Sie ein paar Indoor-Aktivitäten empfohlen bekommen. Momentan ist der Wetterbericht aber eine große Wundertüte. Meine App zeigt für die nächsten Tage 24-27 Grad und eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Na, super. So geht das schon seit ein, zwei Wochen. Wer weiß da eigentlich noch, was für Schuhe und vor allem - welche Jacke er oder sie anziehen soll, wenn man morgens das Haus verlässt?
Deshalb machen wir es jetzt eben einfach wie das Wetter - und frische Luft für die kommende Zeit zu einer kleinen Wundertüte. In dieser Ausgabe: Die schönsten Radtouren von Leipzig aus, Teil 2 und ein Wandervorschlag. Mein Tipp: Packen Sie eine Regenjacke ein, das wird sonst nichts!
Außerdem: Ein schönes Kleinod aus unserer kürzlich gelaufenen Gohlis-Serie, bei der meine Kolleginnen und Kollegen jenen Stadtteil genau unter die Lupe genommen haben, dem ein leicht snobistisches Image anhaftet. Zurecht? Nun, zumindest kulinarisch nicht - da gibt es von edel bis rustikal alles. Sie finden ein paar Tipps in diesem Newsletter.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Ihre Julia Grass

Startpunkt Leipzig: Radtouren in die Region Teil 2

In Leipzig zu radeln, ist zumindest in weiten Teilen der Stadt ein Genuss. Viel Grün auf der Strecke zur Arbeit oder ins Stadtzentrum, egal von wo man sich auf den Weg macht. Dass die Messestadt ein idealer Ausgangspunkt für Radtouren ist, überrascht daher wenig.
Etliche Strecken, die sich durch den Freistaat oder gar Mitteldeutschland ziehen, führen durch Leipzig. Die meisten sind ihrer Gesamtlänge jedoch Projekte für mehrere Tage. Wer sich aber nur einen Tag Zeit nehmen möchte oder kann, hat die Möglichkeit viele Radwanderwege auch auf Teilstrecken zu genießen. Gerade im Lockdown sind Radtouren eine willkommene – und sichere – Alternative.
Kohle-Dampf-Licht-Radweg
Der Kohle-Dampf-Licht Radweg führt auch durch Delitzsch. Foto: Wolfgang Sens
Der Kohle-Dampf-Licht Radweg führt auch durch Delitzsch. Foto: Wolfgang Sens
Strukturwandel auf 160 Kilometern – der Kohle-Dampf-Licht-Radweg offenbart ein einst mächtiges mitteldeutsches Industrierevier, das keines mehr ist. Gezeichnet von einer wechselvollen Geschichte führt die Strecke durch eine Region im Wandel – von Lutherstadt Wittenberg bis ins Leipziger Neuseenland.
Ausgangspunkt in Leipzig: Je nachdem, wo es hingehen soll. Möglich wären: Markkleeberger See, Cospudener See oder das Stadtzentrum.
Strecke für einen Tag: Die offizielle Etappenführung offenbart zwei Möglichkeiten. Variante A: 50 Kilometer von Markkleeberg nach Delitzsch, alternativ können Sie auch im City Zentrum starten – am besten im Rosental in Richtung Gohlis. Variante B: Vom Cossi (oder Markkleeberger See) bis zum Grostolpener See in 40 Kilometern. Hier geht es vorbei am Störmthaler See und dem Bergbau Technikpark in Großpösna.
Parthe-Mulde-Route
Sozusagen als Brücke für den Elster- und Mulderadweg schlängelt sich die Parthe-Mulde-Route zwischen Leipzig und Grimma entlang. Mit einer Gesamtlänge von knapp 52 Kilometern gehört dieser Radweg zu den überschaubarsten.
Ausgangspunkt: Entweder das Rosental, dann geht es noch ein wenig durch die City, oder der Mariannenpark in Schönefeld – hier wird es gleich schön grün.
Strecke für einen Tag: Thekla – Taucha – Borsdorf – Beucha – Naunhof – Grimma. Auf dem Weg geht es viel durch Parkanlagen und wildes Grün. Steinbrüche und Tagebauseen wie der Albrechtshainer See liegen ebenfalls an der Strecke. Die Tour ist ideal für einen Ausflug ohne Abstriche, zumindest für erprobte Tagesausflügler. Hinweis: Die Wege sind nicht selten uneben und steinig. Auch die Beschilderung hat Luft nach oben. Es lohnt daher die Strecke im Vorfeld zumindest grob zu checken. Zurück nach Leipzig bringt dann die S-Bahn.
Leipzig-Elbe-Radroute
Die Leipzig-Elbe-Route ist der eher unbekannte Zubringer zu seinem populären großen Bruder dem Elberadweg. Die Strecke endet in Schirmenitz, einem Ortsteil der Gemeinde Cavertitz in Nordsachsen. Die knapp 83 Kilometer kreuzen dabei den Grünen Ring, die Neuseenland-Route und die Parthe-Mulde-Radroute.
Ausgangspunkt in Leipzig: Am einfachsten wäre es, vom Hauptbahnhof zu starten. Die Leipzig-Elbe-Route verläuft anschließend weiter gen Osten.
Strecke für einen Tag: Möglich wäre eine knappe 30 Kilometer-Tour nach Machern, vorbei am Albrechtshainer See und dem Steinbruch Beucha. Wer noch etwas weiter möchte, fährt bis in die Ringelnatzstadt Wurzen (etwa 45 Kilometer), um dort ein wenig an der Mulde zu verweilen.
Essen in Gohlis

Gohlis schmeckt: Daniel Funke (l. u.) vom De La Noix, der tolle Biergarten der Gosenschenke (l.o.), das Kochteam des Münsters und das Duo von Frieda (r.u.) sorgen dafür. Foto: Kempner/Daniel
Gohlis schmeckt: Daniel Funke (l. u.) vom De La Noix, der tolle Biergarten der Gosenschenke (l.o.), das Kochteam des Münsters und das Duo von Frieda (r.u.) sorgen dafür. Foto: Kempner/Daniel
Man könnte meinen, sich in der Adresse geirrt zu haben. Vor der Nase steht ein schnöder, kleiner Flachbau, umgeben von der Gartenzwerg-Bedrohung eines Kleingartenvereins. Der Anblick des De La Noix in der Goslarer Straße Nummer 8 passt mit der optischen Erwartungshaltung einer Top-Adresse für exzellente Küche so gut zusammen wie Feta und Mousse au Chocolat. Wobei man auch mit solch einem Vergleich vorsichtig sein muss, denn Köche wie Daniel Funke machen vieles möglich. Er ist kreativer Betreiber dieses bemerkenswerten Lokals im Leipziger Stadtteil Gohlis, der gastronomisch alles bietet – von Bodenständigem bis zum kulinarischen Gold.
Der Name De la Noix ist die klangvolle Hommage an den beeindruckenden Schwarz-Walnussbaum vor dem Eingang, unter dem jetzt Biergarten und Niedrig-Inzidenz wieder den Empfang von Gästen möglich machen. Leidlich über Wasser gehalten hat sich Funke während des Lockdowns mit Koch-Besuchen in jeweils einem Hausstand und Außer-Haus-Verkauf seiner Speisen. „Jetzt sind wir alle froh, dass Stück für Stück die Normalität zurückkommt“, sagt der 41-Jährige. Erst draußen, und hoffentlich bald wieder drinnen. Einladend ist es in beiden Varianten.
Umwerfende Walnuss-Crème
Abstände einberechnet, gibt’s 25 Plätze im Freien, 16 im langgezogenen Gastraum, der mit einem üblichen Schrebergarten-Lokal nur noch den Grundriss gemein hat. Die Einrichtung atmet dezenten Schick – nicht überkandidelt, aber stilvoll und damit passend zur Speisekarte. Die bietet noch bis Monatsende Ragout Fin vom Kalb, Frühlingssalat oder Dinkelpenne. Vor allem aber liegt das Gaumenmerk saisonorientiert auf Spargel. Übrigens: Die hausgemachte Walnuss-Crème in Pfandgläsern ist zum Niederknien.
Funke und sein Team setzen auf Nähe zu den Gästen, das Familiäre, Persönliche. Das kommt gut an und macht eine vorherige Reservierung unbedingt nötig. Sobald es machbar und genehmigt ist, will das De la Noix mit Unterstützung des Grafikers und Kultur-Verrückten Norbert Möhler wieder Live-Programme aus Musik, Kabarett und Literatur bieten. „Ich kann es kaum erwarten, bis es losgeht“, sagt Funke.
Urige Gosenschenke
Gohlis, über dem wegen seiner teuer bewohnten Prachtstraßen das Image des Snobistischen schwebt, kann auch rustikal. Die schon legendäre, 1898 eröffnete Gosenschenke „Ohne Bedenken“ in der prachtvollen Menckestraße setzt im Inneren auf Urigkeit. In historischer Holzvertäfelung wird deftig-deutsche Hausmannskost serviert: Sauerkraut, Braten, Haxe und Co. Die gibt’s natürlich ebenso draußen, in einem der schönsten Biergärten, die Leipzig zu bieten und der einen Stammplatz in Reiseführern hat. Mit Öffnung der Außengastronomie Mitte Mai dank gesunkener Corona-Inzidenz zog hier endlich wieder Leben ein.
Stolze Stern-Träger
Am anderen Ende der Straße, exakt 550 Meter entfernt, funkelt zum Namen „Frieda“ seit kurzem ein Michelin-Stern. Den begehrten Status des Hotel- und Restaurantführers gab es neben dem fantastischen Essen dafür, dass es hier „sympathisch, erfrischend und unprätentiös“ zugeht. Deshalb tragen auch nach der Auszeichnung weder Andreas Reinke noch „The Taste“-Gewinnerin Lisa Angermann die Nasen hoch. Wenn das Lokal mit dem schönen Biergarten am 1. Juni aufmacht, „wird das Frieda genauso sein wie vor der Schließung“, verkündet Reinke. „Es gibt bereits zahlreiche Reservierungen, wir freuen uns!“
Und der gute alte Biergarten
Quasi nebenan, beim ebenfalls für hochklassige Küche gerühmten Münsters, ist seit dem vergangenen Wochenende der Biergarten-Betrieb angelaufen. „Um zu viele Personen am Außentresen zu vermeiden, wird das vorn Bestellte an die Tische gebracht“, erklärt André Münster. Innen ist der Hygienestandard unter anderem durch eine neue Lüftung verbessert worden – gute Voraussetzung, um auch dort Sicherheit zu gewährleisten. „Trotz der entspannteren Lage habe ich noch gehörig Respekt vor der Infektionsgefahr“, sagt der Chef. Auch bei ihm sind schon viele Bestellungen für die „Zeit danach“ vermerkt. Die Kundschaft weiß, was sie an diesem Ort hat: Herzlichkeit und Top-Qualität, beim Essen wie auch bei den Weinen.
So eine Art Skihütte
Noch mal zurück zu optischen Kuriositäten: So wenig der De-La-Noix-Flachbau an den Kleingärten Exquisites erwarten lässt, so sehr überrascht der Anblick eines bestimmten Lokals an der Georg-Schumann-Straße: Das „Nessy“ ist eine Holzbude, die man eher als Skihütte in erzgebirgischen Höhen verortet als nah am großstädtisch vibrierenden Asphalt. Eine Spelunke im charmanten Sinne. Hier setzen Bodenständigkeit und erfrischend polternde Direktheit die Kontrapunkte zu hochgesteckten Sonnenbrillen im ergrauten Manager-Haar. Ja, auch das ist Gohlis. Gut so.
Von Mark Daniel
Wandervorschlag: Rund um Rückersdorf zum Kunsthandwerkerhaus

Die kleine Allee führt zum Wachberg. Foto: Frank Wehrmeister
Die kleine Allee führt zum Wachberg. Foto: Frank Wehrmeister
In Langenwolmsdorf bei Stolpen erwartet der Stammsitz von „RATAGS Kunsthandwerk“ seine Gäste. Auf den zwei Dreiseitenhöfen links und rechts der Hauptstraße kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Lauterbach befinden sich u. a. Weihnachts- und Frühlingshaus, Schauwerkstatt, Erlebniseinkauf, Tiergarten und Gastronomie. Nur wenige Schritte davon entfernt liegt die Alpaka-Farm der Familie Grüttner.
Eine maximal 14 Kilometer lange Wanderung im Umland dieser Ziele besticht vor allem mit schönen Ausblicken. Die Route führt durch eine Gegend weit abseits der bekannten Wanderpfade. Unterwegs fehlen daher die üblichen Markierungen und Wanderwegweiser. Auch so mancher auf Karten verzeichnete Feldweg ist leider verschwunden oder versperrt!
Parken ist neben dem Feuerwehrhaus in Rückersdorf möglich, einem Ortsteil von Neustadt in Sachsen. Wir folgen der Kirchstraße ein Stück bergan, gehen jedoch vor der Linkskurve oberhalb des Gemeindehauses geradeaus weiter. Der Feldweg wird alsbald zum Wiesenweg und führt direkt zum Lämmerbusch. Durch diesen Waldstreifen wandern wird geradewegs hindurch (auch Reitweg). Auf der anderen Seite finden wir linker Hand einen Feldweg, den wir nur ganz kurz nutzen, um sofort rechts abzubiegen und dem Wiesenweg am Waldrand zu folgen. Dieser führt erst leicht bergab, schwenkt dann scharf rechts erneut in den Wald hinein, um über eine Kuppe hinweg die dann linker Hand gelegene Niederung des Fuchsbaches zu erreichen.
Hier gehen wir nach links durch die Senke bei den Fuchsteichen. Schon bei nächster Gelegenheit biegen wir im spitzen Winkel rechts ab und wandern überwiegend unter Bäumen bergan.
Vorbei am Fuchsberg erreichen wir das Waldgebiet auf dem 437 Meter hohen Wachberg. Dort halten wir uns eher links und gehen auf der Höhe durch einen Jungbuchenbestand bis zu den zwei mächtigen Windkraftanlagen. Auch ein Rastplatz ist vorhanden, von dem sich ein wunderschöner Panoramablick bietet.
Vom zweiten Windrad führt dann ein breiter Feldweg nach Rückersdorf. Hier gehen wir rechts bis zu der kleinen Kirche. Dort biegen wir links ab und erreichen durch das alte Lehngut die Kreisstraße K8726 oberhalb der Ortslage.
Von Frank Wehrmeister
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