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Rundflüge über das Neuseenland + Burg Polsterburg + Latin Streetfood in Leipzig

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Nun ist er wirklich da, der Herbst. Ich habe das Gefühl, gerade erst m
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Nun ist er wirklich da, der Herbst. Ich habe das Gefühl, gerade erst meinen Übergangsmantel aus den Tiefen des Kleiderschranks gewühlt zu haben, schon rutscht man auf der Straße wieder auf nassem Laub aus und als ich kürzlich morgens in völliger Dunkelheit aufgewacht bin, habe ich mich kurz gefragt was denn jetzt los ist. Manch ein Pessimist in der Redaktion verkündete gestern schon, der goldene Oktober falle gänzlich ins Wasser. Ich vertraue da auf meine Erfahrung: Die Wetter-App des Handys sagt zuverlässig nicht mehr voraus als den nächsten Tag.
Für Sie haben wir dieses Mal einen außergewöhnlichen Ort herausgesucht, von dem aus Sie den so ersehnten goldenen Oktober - sollte er denn kommen - bewundern können: Den Himmel. Julia Tonne aus unserer Redaktion in Borna hat den Flugplatz in Böhlen besucht, wo man nicht nur Rundflüge für sich und andere buchen, sondern auch Geburtstage, Firmenpartys oder gar Hochzeiten feiern kann. In Zeiten der Pandemie hat der Flugplatz einen großen Vorteil anderen Locations gegenüber: Es gibt sehr viel Platz.
Oft hört man, dass diese Pandemie, mit der wir uns gerade irgendwie ein bisschen abgefunden hatten und die uns nun seit einer Woche wieder stärker überrollt, besonders Freischaffende getroffen hat. Künstler, Unternehmer, Start ups - die Geschichten von zerplatzten Träumen und zerstörten Existenzen sind oft niederschmetternd. Umso schöner und wohltuender ist, zu lesen, dass einige Leipziger trotz der Coronakrise ihren Traum vom eigenen Laden, Café oder Restaurant nicht aufgegeben haben - sondern im Gegenteil: neu eröffnen. Meine Kollegin Lisa Schliep sammelt jeden Monat Neueröffnungen in der Stadt. So gibt es seit kurzem zum Beispiel einen CBD Shop in Leipzig - ja, CBD ist dieser Stoff, der aus Cannabis gewonnen wird und dem viele deshalb sehr skeptisch gegenüber stehen. Nathalie Kürzel und Hendrik Aderhold wollen auch genau mit jenen Gerüchten (“CBD, ist das nicht nur was für Kiffer?”) aufräumen. Wir stellen Ihnen den Laden in dieser Ausgabe vor.
Auch unser Gastro-Tipp ist diese Woche eine Neueröffnung. Streetfood aus Südamerika. Arepas heißen die Maisfladen, um die es geht. Sie klingen köstlich - und es gibt sie quasi direkt neben unserem Verlagsgebäude auf der KarLi. Mal schauen, wer schneller dort ist - Sie oder ich?
Übrigens - falls Sie auch einen Shop, ein Restaurant, ein Café oder einen anderen Ort kennen, der kürzlich neu eröffnet hat oder es plant, schreiben Sie uns doch gern! (Besonders natürlich, wenn Sie selbst vom Konzept überzeugt sind.)
Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dieser Ausgabe “Frische Luft” und hoffe, dass Sie gut durch den grauen Donnerstag kommen.
Herzlich
Julia Grass
P.S.: Anregungen, Kritik und Fragen zu unserem Newsletter können Sie immer an meinen Kollegen t.lieb@lvz.de und mich (j.grass@lvz.de) senden.

Ausflug der Woche: Fliegen und fliegen lernen auf dem Flugplatz Böhlen

Eine tolle Perspektive auf das Leipziger Neuseenland haben die Mitglieder des Fliegerclubs Böhlen. Quelle: Fliegerclub Böhlen
Eine tolle Perspektive auf das Leipziger Neuseenland haben die Mitglieder des Fliegerclubs Böhlen. Quelle: Fliegerclub Böhlen
Nichts entwickelt sich derzeit so rasant wie das Leipziger Neuseenland. Die Großbaustelle an der künftigen Autobahn A72, die neu entstandenen Seen und Wohngebiete… Der Fliegerclub Böhlen erlebt das Neuseenland in komprimierter Form, verfolgt die Veränderungen aus luftigen Höhen. Mehrmals am Tag starten die vereinseigenen Ultraleichtflugzeuge, wenn das Wetter mitspielt. Der Flugplatz in Böhlen ist erste Anlaufstelle für alle die, die hoch hinaus wollen. Direkt an der Bundesstraße 2 in Richtung Zwenkau gelegen, ist der Fliegerclub dort beheimatet – ein Verein mit mittlerweile rund 70 Flugbegeisterten. Drei Flugzeuge nennt der Verein sein Eigen, zwei Hallen und zwei Start- und Landebahnen gehören zum Flugplatz.
Seit 30 Jahren bereits heben die Mitglieder ab; mit einem Drachenfest hat der Club am 10. Oktober seinen runden Geburtstag gefeiert. „Der Verein hat sich über die Zeit sehr gut entwickelt, immer mehr Menschen entdecken die Faszination am Fliegen und wollen selbst Pilot werden“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Möbius. Denn auch das ist möglich in Böhlen - die Vereinsflugschule bildet Interessierte aus. Wie lange eine Ausbildung dauert, hängt von jedem Flugschüler selbst ab - wer sich besonders geschickt anstellt, kann schon in drei Monaten ein ausgebildeter Sportpilot sein. Im Durchschnitt brauchen Flugschüler aber ungefähr eine Saison. Allein in diesem Jahr gibt es sechs Anwärter auf die Fluglizenz.
Doch nicht jeder muss das Interesse am Fliegen gleich zu einer regelrechten Leidenschaft ausbauen. Der Flugplatz Böhlen bietet auch Rundflüge an. So sitzen oft genug neben dem Piloten flugbegeisterte Neugierige, die das Neuseenland mal von oben kennenlernen oder sich Sehenswürdigkeiten der Stadt Leipzig aus der Vogelperspektive anschauen möchten. Auch Geschenkgutscheine für Rundflüge bietet der Verein an.
Der Flugplatz selbst ist mittlerweile weit über Sachsen hinaus bekannt, zahlreiche Piloten aus anderen Regionen sind während der Flugsaison von Frühjahr bis Herbst mehrmals pro Woche im Landeanflug, erkunden von hier aus dann das Leipziger Neuseenland.
Dass sich der Verein so gut entwickelt, war vor einigen Jahren noch ein Wunsch. Denn der Fliegerclub musste herbe Rückschläge verkraften. Zu den traurigsten Ereignissen gehörten zwei Brände auf dem Vereinsgelände. 2008 brannte die Halle, in der auch das Vereinshaus untergebracht war, komplett nieder, ein Jahr später dann noch die zweite Halle. In beiden Fällen war es Brandstiftung, doch die Täter wurden nie gefasst.
In kompletter Eigenleistung bauten die Mitglieder die beiden Hallen und das Vereinshaus wieder auf.
Der Fliegerclub Böhlen kann derzeit mit einigen Besonderheiten aufwarten. Eine davon: der jüngste Flugschüler ist gerade mal 15 Jahre alt, eine zweite: der jüngste Fluglehrer ist gerade 20 Jahre alt geworden. Und noch eine Besonderheit gibt es auf dem Flugplatz: Er kann für allerlei Feste - von Geburtstagen über FIrmenpartys bis hin zu Hochzeiten gemietet werden. Paare können sich hier in außergewöhnlicher Atmosphäre das Ja-Wort geben unter dem Pavillon auf der Start- und Landebahn, bei Regen in der Flugzeughalle. Der Verein bietet außerdem Catering an mit Fassbier und Leckereien vom Grill. Als Highlight können Rundflüge für die Gäste und ein Feuerwerk gebucht werden. In Zeiten von Corona verfügt der Flugplatz außerdem über einen weiteren Bonuspunkt: Jede Menge Platz auf dem Gelände.
Anfahrt und Infos: Fliegerclub Böhlen e.V., Am Anger 6, 04463 Großpönsa. Kontakt entweder via Telefon: 034203 62345 (Sa+So 9-18 Uhr), per Mail: fcboehlen@t-online.de oder über die Webseite: www.edoe.de

Raus in die Region: Die Kinderburg für kleine Entdecker

Foto: Museum Burg Posterstein
Foto: Museum Burg Posterstein
Tretet ein in die Residenz Posterstein. Sehet die alten Mauern, die Burgtoilette, das Verlies und den Geheimgang. Fühlet die Herrschaftlichkeit der Ritter und Burgdamen. Findet den Schatz!
Die Burg Posterstein im Altenburger Land trägt Jahrhunderte alte Geschichten in sich. Mit Verlaub, deswegen muss es trotzdem nichts für „alte“ Leute sein. Kinder haben oft eine blühende Phantasie, stellen Fragen, auf die ein Erwachsener nie gekommen wäre. Das wird im Konzept „Die Kinderburg“ aufgegriffen. Kleine Abenteuer können das Burggeschehen mit ihren Kinderaugen unter die Lupe nehmen.
Museum muss nicht langweilig sein! Egal, ob ein schweres Kettenhemd, Riesen-Bauklötze, Memory oder Prinzessinnenkleid und Ritterhelm, die Kinderburg ist zum Anfassen, Mitmachen und Spielen konzipiert. Dafür bekommt jeder kleine Besucher eine Schatzkarte an die Hand. Schwarze, hölzerne Ritter und Würfel weißen den Weg. Darauf befinden sich Fragen wie: „Wie schwer war eine Ritterrüstung? Wo ist der Ritter auf Toilette gegangen? Hatten die Ritter eine Schule?“ Wichtige Sachen, um sich das damalige Alltagsleben vorstellen zu können. Immer mit dabei ist das Burggespenst Posti und auch der Gespensterdrache Stein.
Mit der neuen Ausstellung „Aus dem Alltag eines Burgherrn“ bekommt die beliebte Familienausstellung „Die Kinderburg“ im Museum Burg Posterstein im Altenburger Land eine Fortsetzung. Im Mittelpunkt steht das Leben auf einer mittelalterlichen Burg. Wie kamen die Burgbewohner an Trinkwasser? Und wie überstanden die Menschen die kalte Jahreszeit? In den Herbstferien, vom 16. Oktober bis 1. November 2020, greift das Museum ein zentrales Thema der neuen Ausstellung auf: Hatten Ritter einen Wasserhahn?
Anfahrt und Infos: Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein, Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr, www.burg-posterstein.de
Neu eröffnet in Leipzig: Der CBD-Shop in Reudnitz

Lifestyle trifft Gesundheit: Hendrik Aderhold und Nathalie Kürzel gehört das "Extrakt" auf der Dresdner Straße. Quelle: Privat
Lifestyle trifft Gesundheit: Hendrik Aderhold und Nathalie Kürzel gehört das "Extrakt" auf der Dresdner Straße. Quelle: Privat
„Es sollte auf alle Fälle kein weiterer Kifferladen werden“, sagt Nathalie Kürzel und lacht. Zusammen mit Hendrik Aderhold hat sie auf der Dresdner Straße einen Raum geschaffen, in den sich alle Leute trauen sollen, „die dem Ganzen aufgeschlossen und neugierig gegenüberstehen“. Einen Laden, in den auch ihre Mutter gehen würde. Das Ganze ähnelt daher eher einem Concept-Store.
Die beiden haben mit „Extrakt“ ein Konzept nach Reudnitz geholt, das ausschließlich darauf basiert, vegane Produkte an den Kunden zu bringen, die sie allesamt selbst nutzen und von denen sie überzeugt sind. Und dazu gehört auch CBD. Der Inhaltsstoff der Marihuana-Pflanze, der – anders als THC – nicht psychoaktiv wirkt. Sie selbst nehmen es aus gesundheitlichen Gründen seit Jahren.
Neben CBD-Ölen und Blüten gibt es noch Yoga-Bedarf. Eine weitere Leidenschaft der beiden Gründer. Nathalie hat ihren Yogaschein erst in diesem Jahr in Indien gemacht. Perspektivisch würde sie auch gerne Kurse im Laden anbieten. Platz hätten sie auf der eher puristisch eingerichteten Ladenfläche.
Sie und ihr Team schmeißen den Laden nebenbei. Nathalie studiert Psychologie im Master und Hendrik betreibt die Siebdruckerei „deviate industries“, von der auch ein paar Shirts im Verkaufsraum stammen.
Das Projekt „Extrakt“ ist für beide ein Experiment. Dementsprechend flexibel halten sie es mit den Plänen für die Zukunft. „Wir schauen einfach, wie es ankommt“, sagt Nathalie. Die Schanklizenz für den Cafébetrieb ist in jedem Fall schon mal beantragt.
Dresdner Straße 62, Montag bis Samstag 13 bis 19 Uhr
Essen in Leipzig: Arepa's Culture auf der KarLi

Clara Reulbach managt das Arepa's Culture. Kollege Sören ist von Anfang an mit dabei. Quelle: Lisa Schliep
Clara Reulbach managt das Arepa's Culture. Kollege Sören ist von Anfang an mit dabei. Quelle: Lisa Schliep
In Kolumbien oder Venzuela gibt es sie an jeder Straßenecke, die Südamerikaner essen sie sogar mehrmals täglich. Arepas sind Maisfladen und in Deutschland bislang nur in Spezialitätengeschäften oder einschlägigen Restaurants zu finden. Jetzt gibt es sie auf der KarLi – deutschlandweit der erste Store, der das Latin-Streetfood zum Star macht .
Bevor das Team mit dem Laden an den Start ging, haben sie ihr Produkt erst einmal vorgetestet. „Seit Mai ungefähr haben wir geliefert, um zu schauen wie das Ganze ankommt. Immerhin sind Arepas relativ fremd“, erzählt Clara Reulbach. Sie managt den Laden mit einem Kollegen.
Die Idee kam von einer Bekannten, die selbst aus Südamerika stammt und für die Arepas ein Stück Heimat bedeuten, das ihr in Leipzig noch fehlte. Seit das auffällig bunte Bistro geöffnet hat, sagt Clara, hätten das schon viele Latinos bestätigt. „Ihnen gefällt der Laden. Es schmeckt wie Zuhause.“
Den Mais hierfür bekommen sie direkt aus Südamerika. Dann wird er in Leipzig ohne Zusatzstoffe weiter verarbeitet – und das auf traditionelle Machart, was im Umkehrschluss viel Handarbeit bedeutet. Darüberhinaus besonders: Alles ist glutenfrei, die diversen Füllungen eingeschlossen.
Bald soll der Fladen auch in Supermärkten verkauft werden, im Laden selbst gibt es die Rohlinge bereits für die ersten Selbstversuche zu kaufen.
Karl-Liebknecht-Straße 1, Montag bis Freitag 12 bis 21 Uhr, am Wochenende 18 bis 21 Uhr
Das Wochenende in Leipzig: Jazz und Plagwitzliebe

Am Samstag findet der "Westbesuch" statt. Sicherlich dieses Jahr mit mehr Abstand als auf unserem Archivbild. Foto: André Kempner
Am Samstag findet der "Westbesuch" statt. Sicherlich dieses Jahr mit mehr Abstand als auf unserem Archivbild. Foto: André Kempner
Leipziger Jazztage
Wie geplant findet das Jazzfestival ab heute und bis zum 24. Oktober statt. Die Verleihung des Jazznachwuchspreises der Stadt Leipzig zur Eröffnung, zum Abschluss ein Abend im Opernhaus - dazwischen Konzerte im UT Connewitz, in einer Kirche oder dem werk2. Das Motto lautet in diesem Jahr “Transition” - Übergänge. Übergänge, Veränderung, Neuerfindung - was könnte besser passen zu diesem Jahr? Programmpunkte sind unter anderem heute um 15 Uhr die Ausstellung “American Jazz Heroes” von Arne Reimer in der Spinnerei. Abends tauschen Fotograf Reimer und Komponist Robert Seidel sich, ebenfalls in der Spinnerei, über ihre liebsten Platten zum Festival-Motto aus (Tickets: 9,80). Das komplette Programm unter www.jazzclub-leipzig.de
Westpaket in Plagwitz
Der Verein Westbesuch hat sich auf die Fahne geschrieben, urbane Strukturen im Westen Leipzigs zu bewahren und Lebensqualität zu schaffen. Dazu gehört auch das regelmäßig stattfindende Stadtteilfest mit Flohmarkt in Plagwitz, das das Viertel zum Schauplatz für Kreativität, Musik und Trödel werden lässt: Das Westpaket. Im September musste es ausfallen, jetzt findet es am Sonnabend von 11-18 Uhr auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz statt.
Neues aus Stadt und Land

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