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Herbstliche Tiergarten und Stollen-Tipps für Zuhause

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LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
suchen Sie während des (Teil-)Lockdowns ein neues Hobby? In Leipzig bekommt man dieser Tage das Gefühl, Anstehen liege momentan im Trend. Nicht nur für Impftermine wird in der Messestadt Schlange gestanden. Auch um eine der Weihnachtsmarkt-Tassen zu ergattern haben sich am Mittwoch hunderte Menschen angestellt - die Warteschlange reichte einmal um den Markt herum. (Abstand wurde dabei übrigens zumeist eingehalten.)
Vielleicht liegt es einfach daran, dass viele Menschen aktuell mehr Zeit haben. Immerhin kann ein Großteil der geplanten Freizeitaktivitäten pandemiebedingt nicht stattfinden. Für alle, die Stress abbauen und zur Ruhe kommen wollen, aber auch ein bisschen Geduld mitbringen, könnte die vorweihnachtliche Stollenbäckerei stattdessen das Richtige sein. Eine Lehmaerin macht seit Jahren ihr eigenes Gebäck - und hat wertvolle Tipps, wie der Versuch ein Erfolg wird. Sie verrät auch, welcher Schritt ihr am meisten Freude macht.
Für diejenigen, die trotz des Lockdowns ihre Frische-Luft-Akkus aufladen und etwas Tageslicht erhaschen wollen, könnte ein Tiergarten-Besuch eine Option sein. Es gilt 3G, alle Tierhäuser sind für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Doch im Herbst lohnt sich der Ausflug besonders, denn auch die Tiere verhalten sich anders als sonst.
So oder so: Bleiben Sie gesund!
Ihre Josephine Heinze

Der Tiergarten Delitzsch im Herbst

Der Herbst färbt den Tiergarten Delitzsch bunt. Doch es sind nicht allein die gefallenen Blätter, die Farbe angenommen haben, sondern auch das Aussehen und Verhalten der Tiere ändert sich. Ein Besuch im Tiergarten Delitzsch lohnt sich jetzt ganz besonders.
Und er ist nach wie vor möglich. Denn die Außenbereiche von zoologischen Gärten und Tierparks dürfen derzeit geöffnet bleiben. Für den Zugang besteht laut aktuellster Corona-Verordnung in Sachsen die Pflicht zur Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises (3G), zur Kontrolle der jeweiligen Nachweise und zur Kontakterfassung durch den Betreiber; die Kontaktdaten werden nach vier Wochen gelöscht. Der Test muss in einem Testzentrum oder auf der Arbeit erfolgt sein, eine Selbstauskunft gilt nicht. Nur im Kassenbereich oder wo kein Abstand möglich ist, ist im Delitzscher Tiergarten Maske zu tragen. Zu entdecken gibt es viel im herbstlichen Zoo, nur die Zooschule mit den Terrarien und Aquarien ist geschlossen.
Ganz oben auf seinem Felsen genießt Gepard Tayo die Herbstsonne. Quelle: Wolfgang Sens
Ganz oben auf seinem Felsen genießt Gepard Tayo die Herbstsonne. Quelle: Wolfgang Sens
Prachtvolle Enten
Ruhig ziehen sie ihre Bahnen, dann und wann wird geschnattert und das Gefieder präsentiert als wäre gerade Modenschau. „Alle Enten sehen jetzt wieder richtig gut aus“, sagt der amtierende Tiergartenleiter Konstantin Ruske. Der Teich, der als Keimzelle des Tiergartens gilt, ist nun wieder voller prächtig gefiederter Gesellen. Kurz hinter dem Eingang präsentiert sich der Tiergarten Delitzsch so nun deutlich farbenfroher als noch im Sommer.
Gezeigt werden vor allem amerikanische Wassergeflügel-Arten und diese sind nun in ihr Prachtkleid gewechselt. Das Schlichtkleid des Sommers ist vorerst wieder Geschichte. Knapp 20 bunte Arten wie die Brautente, „die Mandarinente Nordamerikas“ wie Ruske sie nennt, gilt es zu bestaunen.
Die Enten präsentieren sich in ihren Prachtkleidern. Quelle: Christine Jacob
Die Enten präsentieren sich in ihren Prachtkleidern. Quelle: Christine Jacob
Wenige Meter weiter ist gerade ein ziemliches Gewusel angesagt, im Sommer dagegen war hier weitgehend Ruhe. „Den Stinktieren ist es im Sommer schlicht zu warm, die Winterzeit ist Stinktierzeit“, erklärt Konstantin Ruske, warum gerade jetzt Aktion im Gehege herrscht und die Gäste des Tiergartens einfach mehr zu sehen haben.
Viel mehr Ruhe und Raum
Derzeit kann der Besuch im Tiergarten gerade wegen der herbstlichen Bedingungen besonders entspannt ablaufen. „Manchmal waren im Sommer ja mehr Menschen als Tiere da“, bilanziert Konstantin Ruske mit einem Lächeln. Tatsächlich hat der Tiergarten Delitzsch gerade in den Sommermonaten wieder Besucherrekorde geknackt. So kamen im Juli und August zum Beispiel jeweils um die 13.000 Gäste pro Monat – so viele wie noch nie in der Historie des Zoos.
Insgesamt steht der Tiergarten Delitzsch gut in der Besuchergunst da und das Team freut sich über den großen Zuspruch. Dass nun in den Herbst- und Wintermonaten weniger Menschen kommen, hat aber eben auch seine Vorteile für diese Gäste.
Auch Zebras und Antilopen gibt es im goldenen Herbstlaub weiter zu sehen. Quelle: Wolfgang Sens
Auch Zebras und Antilopen gibt es im goldenen Herbstlaub weiter zu sehen. Quelle: Wolfgang Sens
„Nun hat man als Gast deutlich mehr Ruhe und kann sich seine Lieblingstiere in Ruhe ansehen“, sagt der Tiergartenchef und rät dazu, sich wirklich mal eine Viertelstunde Zeit pro Gehege zu nehmen.
Neue WG bilden
Fünf Spornschildkröten leben nun im Tiergarten statt nur einer, wobei das Männchen, das schon lange in Delitzsch lebt, sich gerade noch deutlich durch seine Größe hervortut. Alle sind inzwischen in ihr neues Winterquartier gezogen. Der aufwendig verkleidete Container ist mit Stroh und Wärmelampen ausgestattet, so dass sich die afrikanischen Reptilien auch in den kalten Monaten äußerst wohlfühlen. Ist der Winter vorbei, werden sie in eine WG mit Gepard Tayo ziehen.
Tayo kann seit Kurzem ein deutlich größeres Freigelände nutzen. „Die Tür zum Nachbargehege wurde geöffnet, so dass Tayo nun ganz nach Belieben zwischen den beiden Gehegen hin und her wechseln kann“, erzählt Konstantin Ruske. Tayo ist eine Leihgabe aus dem Zoo in Braunschweig. Als ein Vertreter der stark gefährdeten Tierart wird er künftig für Deckakte in andere zoologische Einrichtungen ausgeliehen werden.
Kängurus im Herbst. Quelle: Christine Jacob
Kängurus im Herbst. Quelle: Christine Jacob
Viele der im Tiergarten gezeigten Arten stören sich nicht an kühleren Temperaturen, dem Herbst- und Winterwetter. „Die Kängurus hüpfen auch durch den Schnee“, sagt Konstantin Ruske, „die sind winterhart.“ Auch Exoten wie die Zebras schlüpfen mit kühleren Temperaturen in ein leichtes Winterfell, würden sich in ihrer eigentlichen Heimat ja auch gegen kalte Nächte in der Steppe wappnen. Und selbst wenn der Winter wieder sehr winterlich werden sollte, sind die Tiere täglich zu sehen.
Unterdessen wird täglich irgendwo geschraubt und gewerkelt. Bis zum Jahresende soll es im Tiergarten eine einheitliche Beschilderung an den Gehegen geben. Die neuen kleinen Infotafeln, die Wissenswertes über die jeweils gezeigten Arten vermitteln, werden Stück für Stück, Gehege für Gehege angebracht.
Noch Ideen und Pläne
Das Gehege der Kronenkraniche soll bis zum Jahresende übernetzt und damit eine kleine Voliere für sie gestaltet werden – es ist das nächste große Projekt des Fördervereins, der von Gepardenanlage bis Wellensittich-Voliere viel erst ermöglicht hat im Tiergarten Delitzsch und so zum Beispiel auch das Winterquartier der Spornschildkröten ausbaute. Für die Kronenkraniche, die seit Jahren ein erfolgreiches Zuchtpaar sind, vergrößert sich dann der Flugraum beziehungsweise die Flügel müssen nicht mehr gestutzt werden.
Auch im Herbst gibt es viel zu sehen. Quelle: Christine Jacob
Auch im Herbst gibt es viel zu sehen. Quelle: Christine Jacob
In der Zeit von November bis Februar hat der Tiergarten täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Tierpark Eilenburg hat aktuell von 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, spätestens 17 Uhr geöffnet. Von Christine Jacob
Stollen backen: Tipps für Zuhause

Bei Margit Hahn kommt im Advent nur eigener Stollen auf den Tisch. Seit 14 Jahren schon backt sie das traditionelle Weihnachtsgebäck selbst und alle Jahre wieder freut sie sich darauf, wenn die Stollensaison endlich vor der Tür steht.
Stollenteig früher mit Pferdefuhrwerk zum Bäcker gebracht
„Ich esse für mein Leben gerne Stollen“, erzählt die Lehmaerin. Schon als Kind war sie von dem Hefegebäck fasziniert. „Ich erinnere mich, in meiner Kindheit in den 60er-Jahren haben wir die Teigmasse für über zehn Stollen mit dem Pferdewagen zum Bäcker nach Molbitz gebracht.“
Guter Stollen braucht viel Geduld. Quelle: Andy Drabek
Guter Stollen braucht viel Geduld. Quelle: Andy Drabek
Namensschildchen aus Aluminium in jedem Teigling halfen dem Bäcker damals, das Backwerk der richtigen Kundschaft zuzuordnen. „Abgeholt wurden die fertigen Stollen dann im Wäschekorb.“
An die Zeiten, als die eigenen Weihnachtsstollen aus Platzgründen beim Bäcker in den Ofen geschoben wurden, erinnern gewissermaßen noch heute klassische Stollenrezepte, die auf ein Kilogramm Mehl und damit zwei Laibe ausgelegt sind.
Drei Tage Arbeit für je zwei Stollen
Margit Hahns Stollensaison beginnt lange vor dem Advent. Um die acht Weihnachtsstollen backe sie jährlich. „Es kommt darauf an, wen ich damit beglücken will.“ In diesem Jahr fing sie bereits Ende Oktober mit dem Backen an. „Sechs Wochen muss der Stollen schon lagern, bevor er angeschnitten wird“, findet die Hobbybäckerin.
Wichtig bei der Herstellung sind ihr Ruhe und Zeit, denn im Hahnschen Stollen steckt viel Handarbeit. Von den Vorbereitungen bis zum eigentlichen Backen braucht es drei Tage für je zwei Stollen.
Kneten hilft beim Stressabbau. Quelle: Andy Drabek
Kneten hilft beim Stressabbau. Quelle: Andy Drabek
Selber gestiftelte Mandeln und Rumrosinen
Das geht schon los mit den Mandeln. Fertig gestiftelte Mandeln kämen ihr nicht in den Stollen, meint Margit Hahn ganz entschieden. Die bringen kein eigenes Aroma mit. Die Lehmaer Stollenbäckerin stellt ihre Mandelstifte deshalb auf traditionelle Weise her, so wie sie es von früher her kennt. „Ich brühe die ganzen Mandeln mit kochendem Wasser und häute sie. Danach schneide ich sie in Stifte.“
Ebenso verfährt sie mit den bitteren Mandeln. „Ich nehme kein Aroma, sondern echte Mandeln.“ Auch Rosinen und Korinthen werden schon am Tag vor dem Teigansetzen vorbereitet. Eingelegt in 40-prozentigen Rum haben sie über Nacht Zeit, zu quellen und das Aroma in sich aufzunehmen.
Für Margit Hahn geht nichts über eigenen Stollen. Quelle: Andy Drabek
Für Margit Hahn geht nichts über eigenen Stollen. Quelle: Andy Drabek
Stollen kneten hilft Stress abbauen
Der Hahnsche Weihnachtsstollen ähnelt stark dem Dresdner Stollen. Bei Zutaten wie Zitronat, Orangeat und Korinthen ist er sogar gehaltvoller und zudem mit Rohrzucker und Dinkelmehl gebacken. „Ich mache alles mit Dinkel. Der bekommt mir besser als Weizen“, erklärt die Stollenliebhaberin.
Und sie verweist auf einen weiteren und ihr sehr wichtigen Unterschied zum Dresdner Original: Butterschmalz. „Vielleicht ist Butterschmalz das Geheimnis meines Stollens.“ Auf jeden Fall mache es ihre hausgemachten Weihnachtsbackwerke fettiger als Bäckerstollen. Mit das Liebste an der Stollenherstellung sei ihr das Kneten, schwärmt Margit Hahn. „Es ist ein herrliches Gefühl, den Teig mit den Händen zu bearbeiten.“ Es helfe ihr, Stress abzubauen und innerlich zur Ruhe zu kommen.
Warten auf den Weihnachtsstollen
Der fertige Stollenteig wandert nicht sofort in den Backofen. Ihm gibt die Hobbybäckerin noch Zeit. Über Nacht bleibt er in der warmen Küche stehen. Erst am nächsten Tag wird er nach Augenmaß geteilt, ausgerollt und geformt. Zwei Stollen backen gemeinsam auf einem Blech. Rund 75 Minuten verbringen die Teiglinge bei 180 Grad Celsius im Ofen, bevor aus ihnen echte Weihnachtsstollen werden.
Rund eineinhalb Stunden backen die Stollen. Quelle: Andy Drabek
Rund eineinhalb Stunden backen die Stollen. Quelle: Andy Drabek
Gebuttert und gezuckert werden sie danach allerdings noch lange nicht. „Wenn die Stollen richtig ausgekühlt sind, wickele ich sie in Leinenhandtücher, die noch von meiner Großmutter stammen, und lagere sie in der kühlen Vorratskammer. Erst später kommen die Stollen in Alufolie.“
Wenn es im Advent dann Zeit ist zu buttern, kommt bei Margit Hahn auch ein Gläschen Rum zum Einsatz. Das aromatische Produkt aus Zuckerrohr wird noch vor der Butter auf die Stollen gepinselt. Mit einer Fleischgabel gestochene Löcher sorgen dafür, dass Rum und Butter recht tief eindringen können.
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