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Gänsebraten per Lieferdienst + Gohliser Geschichte(n) + Buchtipps für den Lockdown

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Nachrichten werden nicht besser. Sie haben es längst mitbekommen: Die Pandemie bedingten Einschränkungen gelten weiter fort und es kündigen sich auch über den Jahreswechsel Verschärfungen an. Da ist guter Rat teuer, damit Weihnachten nicht zum Fest der Einsamkeit statt der Liebe wird.
Die Urlaubsreise über den Jahreswechsel können wir uns jedenfalls abschminken. Ausflüge in den Schnee zum Wintersport verbieten sich quasi von selbst. Da ist maximal ein Tagesausflug in den Harz oder ins vielleicht bald verschneite Erzgebirge drin.
Wir haben Ihnen in den vergangenen Ausgaben von “Frische Luft” viele Anregungen für kleinere Rad- und Wandertouren in der Leipziger Region gegeben. Für die kältere Jahreszeit bieten sich eher kurze Spaziergänge durch die Stadt an. Unsere Autorin Elisabeth Winkler hat sich nach Gohlis gemacht und zeigt, dass man bei Streifzügen durchs eigene Viertel nicht nur durchatmen, sondern dabei sogar noch etwas lernen kann. Leipzig hat eine lange Geschichte und um die Geburtsjahre der Stadtteile ranken sich viele Anekdoten. Mit der Historienbrille auf der Nase hat die Kollegin bei ihrem Spaziergang zwischen Gohliser Schlösschen und Coppiplatz interessante Fakten über den Stadtteil gesammelt, der einst ein Dorf war.
Für die Zeit zuhause im Lockdown hat Kollegin Lisa Schliep diese Woche Leipziger Buchhändler gefragt, welche Literaturtipps sie geben können. Vielleicht ist etwas für Sie dabei - und wenn Sie das Buch gleich bei einem Händler um die Ecke bestellen, helfen Sie gleichzeitig noch dem lokalen Einzelhandel. Das funktioniert auch bei Restaurants, die (wie die Kulturstätten, Bars und Kneipen) von der Krise schwer betroffen sind. Mein Kollege Bastian Schröder hat rumtelefoniert und zusammengetragen, wo man in Leipzig und der Region Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen für zuhause bestellen kann.
Einen letzten Rat von mir für heute - jede Menge Tipps und Geschichten für die Adventszeit bietet Ihnen auch der LVZ-Adventsletter, der jeden Morgen kostenlos in Ihrem Mail-Postfach landet, wenn Sie sich dafür anmelden. Schauen Sie doch mal rein - wenn Sie’s nicht längst getan haben 😊.
Bewahren Sie sich Ihre gute Laune und lassen sich die Vorfreude auf Weihnachten nicht vermiesen.
Und jetzt viel Spaß mit der aktuellen Ausgabe “Frische Luft”.
Bleiben Sie gesund, Ihr Thomas Lieb (t.lieb@lvz.de)

Streifzug durchs Viertel - Gohliser Geschichte entdecken

Der Arthur-Bretschneider-Park in Gohlis. Foto: André Kempner
Der Arthur-Bretschneider-Park in Gohlis. Foto: André Kempner
Leipzig, mit seiner langen Geschichte und seinen eindrucksvollen Gebäuden, ist sein eigenes Freiluft-Museum. Auf einem Spaziergang durch die Stadt gibt es eine Menge zu entdecken: alte Villen, bedeutsame Plätze, vergessene Ecken – und ganz nebenbei lernt man den Stadtteil besser kennen. Ehemals kleines Dörfchen, heute ein feiner Stadtteil – mit Ecken und Kanten. Herrschaftliche Villen wechseln sich in Gohlis ab mit kaputten Hausfassaden, breite Straßen führen zu schmalen Schleichwegen und dazwischen kleine Handwerksläden, grüne Fleckchen hier und dort. Eine reichliche Stunde dauert es zu Fuß von einem Eckpunkt zum nächsten zu laufen – überall Geschichte. Der Spaziergänger bekommt schnell Gefühl für diesen Teil von Leipzig – seine familiäre Atmosphäre, seine prunkvollen Fassaden, seine versteckten Ecken.
Arthur-Bretschneider-Park
Im Osten von Gohlis, an der Grenze zu Eutritzsch, liegt der Arthur-Bretschneider-Park. Ein Teich, hohe Laubbäume, einige Parkbänke an breiten Spazierwegen. Auch in der Pandemie lädt der Park dazu ein, wofür er mehr als 100 Jahre zuvor angelegt wurde: zum Durchatmen. Der Arthur-Bretschneider-Park entstand im wachsenden Leipzig der Jahrhundertwende. Zu dieser Zeit stieg die Bevölkerungszahl rapide an und die Stadt bemühte sich Plätze der Erholung für ihre Bürger zu schaffen. Weil der Park so beliebt war, wurde er um 1913 nach Norden vergrößert und bekam neue Sport- und Spielmöglichkeiten dazu. Die damals angelegten Wegführungen und Gehölzvegetationen sind noch heute so erhalten, wie damals von Gartendirektor Wittenberg geplant.
Der Coppiplatz
Der Coppiplatz liegt ganz in der Nähe. Das ehemalige Dorfzentrum von Gohlis ist heute ein Knotenpunkt des Leipziger Nah- und Fernverkehrs – ein kleines Stück Grün, das fast untergeht zwischen stuckbesetzten Altbauwohnungen und dem hektischen Lärm der umliegenden Straßen. Es ist nicht seine Erscheinung, eher sein Name, der den Coppiplatz besonders macht: In einem Viertel, dessen Straßennamen vor allem vom deutsch-französischen Krieg geprägt wurden, erinnert er an die mutigen Widerstandskämpfer Hans und Hilde Coppi, die sich als Teil der Roten Kapelle den Nationalsozialisten entgegenstellten. 
Der Coppiplatz. Foto: Elisabeth Winkler
Der Coppiplatz. Foto: Elisabeth Winkler
Katholische Kirche St. Georg
Am Platz des 20. Juli 1944, liegt die Katholische Kirche St. Georg. Es ist eine kleine Basilika, kompakt, fast unscheinbar, mit einem quadratischen Türmchen in der Mitte. Umgeben ist die Kirche von Grünflächen und einer Mauer mit eisernen Gitterstäben, das kleine Tor an der Ostseite der Kirche bleibt in den Abendstunden verschlossen. Schon 1910 entstand hier ein Kapellenraum, damals noch als Teil einer Schule. Nach langem Ringen um die Finanzierung, wurde dort dann 1922 eine Kirche erbaut, gestiftet vom Bonifatius-Verein, nach den Plänen von Clemens Lohmer. Als Akademiker-Gedächtniskirche ist sie den im Ersten Weltkrieg gefallenen, katholischen Akademikern geweiht. 
Die Katholische Kirche St. Georg. Foto: André Kempner
Die Katholische Kirche St. Georg. Foto: André Kempner
Schillerhaus
Die Möckernsche Straße führt geradewegs zum Schillerhaus. Fast verschämt schmiegt sich das kleine Häuschen zwischen seine Nachbarn in der Menckestraße. Ein Schild an der Vorderseite des Hauses erzählt uns seine Geschichte: „Hier wohnte Schiller und schrieb das Lied an die Freude im Jahre 1785“. Ehemals ein Bauernhaus, das den jungen Schiller beherbergte, heute ein Stadtgeschichtliches Museum, das nicht nur vom Wirken des jungen Poeten, sondern auch von den gesellschaftlichen Bewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts berichtet. Im Garten hinter dem Haus finden regelmäßig Theateraufführungen, Sommerkonzerte und Lesungen statt.
Das Schillerhaus. Foto: André Kempner
Das Schillerhaus. Foto: André Kempner
Gohliser Schlösschen
Nur eine Querstraße vom Schillerhaus entfernt, liegt das Gohliser Schlösschen. Auf dem Poetenweg nach Süden taucht es auf: Unvermittelt liegt es da, Prunk inmitten gestutzter Wiesen und hoher Laubbäume, vor dem Eingang ein kleiner Brunnen. 1756 als Sommerpalais für Kaufmann Johann Caspar Richter erbaut, ging es über die Jahrhunderte von Besitzer zu Besitzer, bis 2005 der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ zum Betreiber wurde. Das Schlösschen gilt als Höhepunkt sächsischer Rokokobaukunst.
Das Gohliser Schlösschen. Foto: André Kempner
Das Gohliser Schlösschen. Foto: André Kempner
Essen in Leipzig: Wer liefert Gänsekeule und Rotkraut

Ins Restaurant kann man gerade nicht. Auf den Adventsklassiker Gänsebraten mit Rotkraut und Klößen müssen Sie aber trotzdem nicht verzichten. Selbst dann nicht, wenn Sie mal keine Lust haben, sich an den Herd zu stellen. LVZ-Reporter Bastian Schröder hat sich die Mühe gemacht, zusammenzutragen, welche Gaststätten in Leipzig und der Region das Weihnachtsmenü nach Hause liefern. Einige haben wir Ihnen hier zusammengestellt.
Auerbachs Keller
Wo: Grimmaische Straße 2-4 (Zentrum)
Was: Gänsebraten mit Apfelrotkohl und Klößen (19 Euro pro Person) sowie verschiedene weihnachtliche Alternativmenüs (mehr Infos auf der Webseite).
Wie: Per E-Mail unter info@auerbachs-keller-leipzig.de oder telefonisch unter 0341 216100.
Abholung/Lieferung: Selbstabholung Freitag, Samstag, Sonntag zwischen 11.30 und 20 Uhr in der Mephisto-Bar.
Heiligabend/Weihnachten: Noch in Planung.
Barfusz
Wo: Markt 9 (Zentrum)
Was: Gans mit Klößen und Rotkraut und einer Flasche Rotwein (85 Euro mit Beilagen, 60 Euro ohne Beilagen), Ente mit Klößen und Rotkraut (37,50 Euro).
Wie: Bestellung per E-Mail unter Angabe der Telefonnummer an ganstogo@barfusz.de oder telefonisch unter 0341 9628624.
Abholung/Lieferung: Für Selbstabholer. Lieferung auf Anfrage und gegen Gebühr möglich.
Heiligabend/Weihnachen: Bestellungen für den 25. und 26. Dezember möglich. Bitte mindestens drei Tage im Voraus bestellen.
Webseite: www.barfusz.de
Café Central
Wo: Reichsstraße 2 (Zentrum)
Was: Gans mit Klößen und Rotkraut und einer Flasche Rotwein (85 Euro mit Beilagen, 60 Euro ohne Beilagen), Ente mit Klößen und Rotkraut (37,50 Euro).
Wie: Bestellung per E-Mail unter Angabe der Telefonnummer an ganstogo@cafecentral-leipzig.de oder unter 0152 55344426.
Abholung/Lieferung: Für Selbstabholer. Lieferung nach Absprache.
Heiligabend/Weihnachten: Selbstabholung am 25. und 26. Dezember zwischen 11 und 18.30 Uhr. Es empfiehlt sich, die Bestellung mindestens drei Tage im Voraus aufzugeben.
Glashaus im Clarapark
Wo: Karl-Tauchnitz-Straße 26 (Zentrum-Süd)
Was: Gans (für vier bis sechs Personen) mit Klößen und Rotkraut (85 Euro mit Beilagen, 60 Euro ohne Beilagen, als Drei-Gänge-Menü mit Schwarzwurzelsuppe und Tiramisu 125 Euro), Ente (für zwei Personen) mit Klößen und Rotkraut (37,50 Euro, auch als Drei-Gänge-Menü möglich).
Wie: Per E-Mail unter Angabe der Telefonnummer an ganstogo@glashaus-leipzig.de.
Abholung/Lieferung: Für Selbstabholer. Bitte 24 Stunden im Voraus bestellen, als Drei-Gänge-Menü 48 Stunden im Voraus.
Heiligabend/Weihnachten: Selbstabholung am 25. und 26. Dezember möglich. So früh wie möglich bestellen, da begrenztes Kontingent.
Weitere Restaurants mit Adressen und Lieferbedingungen sowie eine interaktive Karte mit den Standorten aller Anbieter finden LVZ+ Abonnenten hier.
Buchtipps für dem Advents-Lockdown

Foto: Kempner
Foto: Kempner
Ein gutes Buch beeindruckt nachhaltig. Nicht immer ist es jedoch leicht, das Stück Literatur zum Glück zu finden. Also haben wir diejenigen gefragt, die es wissen müssen – sechs Lesetipps, die – Corona zum Trotz – in andere Kulissen träumen lassen.
Statt Urlaub…
1. Agnès Poirier: „Notre Dame – Die Seele Frankreichs“ (Insel Verlag) empfohlen von Conny Herrmann aus der Buchhandlung Bücherwurm (Gohliser Straße 20).
Coronabedingt ist das Reisen heutzutage schwierig bis unmöglich. Mit dem Buch von Agnès Poirier kann man sich jedoch wunderbar vom Sofa aus auf eine Reise nach Paris begeben. Die Autorin erzählt die Geschichten der wohl bekanntesten gotischen Kathedrale der Welt unterhaltsam, lebendig und überaus lehrreich. Beginnend mit der Grundsteinlegung im Jahr 1163 über die Französische Revolution hin zum Zweiten Weltkrieg skizziert sie zudem die Debatte über den beginnenden Wiederaufbau der „Seele Frankreichs" im Jahr 2019.
2. Jane Gardam: „Bell und Harry“ empfohlen von Frauke Hempel aus der Buchhandlung Wörtersee (Peterssteinweg 9)
Dieser kleine feine Roman spielt in einem Dorf in Yorkshire. Die Familie Bateman hat hier ein leerstehendes Cottage gemietet, um dem hektischen Leben in London zu entkommen. Ein tolles Buch, das einen aufs Land und in die Natur bringt und über die hektische und wenig umweltfreundliche Gegenwart nachdenken lässt.
3. Joachim B. Schmidt: „Kalmann“ empfohlen von Peter Hinke aus der Connewitzer Verlagsbuchhandlung (Specks Hof)
Ein als Krimi getarnter Roman mit einem liebevoll gezeichneten Helden: Kalmann, dem selbsternannten Sheriff von Raufarhöfn. Schön, melancholisch, spannend bis zum Finale!
4. Roman Ehrlich: „Malé“ empfohlen von Jan Walkowiak aus der Buchhandlung Grümmer (Zschochersche Straße 18)
In die Ferne schweifen kann man in Roman Ehrlichs Debütroman „Malé“. Doch die Malediven des Romans sind keineswegs das Urlaubsparadies, als das es heute von Vielen angesehen wird. Der Roman spielt in nicht allzu ferner Zukunft und die Klimaerwärmung hat bereits dafür gesorgt, dass in den Straßen der Hauptstadt das Wasser steht. Das Urlaubsparadies hat sich zu einem Ort für Aussteiger und Utopisten verwandelt. Das Verschwinden einer international bekannten Schauspielerin und eines deutschen Lyrikers locken zwei Personen auf die Insel, durch deren Suche auch der Leser den Ort und dessen Bewohner erkunden kann.
5. Clemens Meyer: „Als wir träumten“ empfohlen vom Team der Buchhandlung Südvorstadt (Karl-Liebknecht-Straße 126)
Reisebeschränkung. Also bleiben wir zu Hause, wo es ohnehin am schönsten sein soll. Clemens Meyers „Als wir träumten“ entführt den Leser zwar nicht in ferne Länder, lädt dafür aber zu einer historischen Reise ein, nämlich ins Leipzig der Nachwendezeit, wo zwischen Zerrissenheit und Verunsicherung immer noch Platz zum Träumen bleibt.
6. Bérengère Cournut: „Das Lied der Arktis“ empfohlen von Laure Le Cloarec aus der internationalen Buchhandlung Polylogue (Merseburger Straße 47)
Passend zur kalten Jahreszeit lädt uns die französische Autorin Bérengère Cournut zu einer Reise durch Fjorde, Tundra und Eisberge ein. Mit der jungen Uqsularik lernen wir die Kultur der Inuit kennen und den Geistern der Natur zuzuhören. Ein berührender, poetischer, anthropologischer und feministischer Roman zugleich.
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