Eine Wander-Route durchs Triebischtal und ein Kulturtipp

#66・
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
abschalten ist dieser Tage besonders schwer - die aktuelle Lage rund um den Krieg in der Ukraine beschäftigt viele Menschen. Nicht ununterbrochen aufs Handy schauen, sondern sich zwischendurch mit anderen Dingen beschäftigen, mit Menschen reden, rausgehen: Das sind die Tipps von Expertinnen und Experten, um die Ereignisse verarbeiten zu können.
Vielleicht haben Sie ja am Wochenende ein paar Stunden Zeit für eine Wanderung, einen Ausflug, einen ausgedehnten Spaziergang? Und vielleicht können Sie Ihr Telefon währenddessen zuhause lassen? Es wäre Ihnen gegönnt. Womöglich ist Ihnen der heutige Wandertipp dafür eine Inspiration.
Auch Kultur kann zeitweise in eine andere Umgebung versetzen, zum Beispiel ein Besuch im Theater. Mit den anstehenden Lockerungen der Corona-Regeln ist das in und um Leipzig noch einfacher möglich, viele Bühnen fahren ihr Programm wieder hoch.
Zuletzt wünsche ich Ihnen einen frohen Start in den März. Zumindest meteorologisch ist der Frühling angebrochen!
Ihre Josephine Heinze

Frühblüher im Johannapark in Leipzig. (Bild: dpa)
Frühblüher im Johannapark in Leipzig. (Bild: dpa)
Unterwegs im Triebischtal

Die im Zusammenhang mit dem Silberbergbau im 15. Jahrhundert erstmals erwähnte Streusiedlung Grund bei Mohorn liegt idyllisch im Tal der Triebisch am Rande des Tharandter Waldes. Eine günstige Parkmöglichkeit finden wir gleich am Freibad. Wir folgen zunächst dem Hinweis „Ammonstraße“ und wandern oberhalb der Ortslage Grund durch den Wald. Etwa in Höhe der bekannten Firma Knox, die 1865 auf Initiative des Apothekers Hermann Zwetz als erste Firma in Deutschland begann, Räucherkerzen herzustellen, ist nach einem kurzen Abstieg das Mundloch der Grube „Reicher Matthias Erbstolln“ erreicht.
Der Weg „Ammonstraße“ trifft dagegen erst nahe der Triebischbrücke auf die Straße, die durch den Ort führt. In Sichtweite befindet sich hier die „Blaue Mühle“, ein in auffällig blauer Farbe gehaltenes Gebäude. Im Außenbereich ist auch das wiederhergestellte Mühlrad zu sehen. Wir folgen dann der schmalen Straße direkt unterhalb der Weißen Halde bis in den Tharandter Wald. Gleich hinter dem Wanderparkplatz besteht die Möglichkeit, die Triebisch zu überqueren.
Wandern kann bei jedem Wetter Freude machen. (Bild: dpa)
Wandern kann bei jedem Wetter Freude machen. (Bild: dpa)
Erinnerung an die Wettiner
Ist der Weg am anderen Ufer erreicht, wandern wir bequem im Triebischtal weiter. In der Nähe der Schutzhütte Kirschberg überqueren wir mit der steinernen Brücke erneut den Fluss und finden am anderen Triebischufer einen Rastplatz. Im Anschluss setzen wir die Wanderung flussaufwärts fort. In Höhe der folgenden „Grünen Brücke“ biegen wir links ab und folgen dem nicht weiter ausgeschilderten Langenweg. Vorbei an einem Felsen geht es in nordöstliche Richtung. Schließlich treffen wir auf den F-Flügel und gehen links in Richtung Spechtshausen zur Einkehr „Imbiss am Waldrand“. Noch ein Stück weiter im Ort steht ein schöner Wegweiser. Wir gehen hier links in Richtung Pohrsdorf und biegen später vom Landbergweg links auf den G-Flügel ab. Nach kurzer Wanderung sind wir in der Nähe der Kreuzung mit Schneise 9 am „Wettinplatz“.
Die "Blaue Mühle" - noch winterlich. (Bild: Frank Wehrmeister)
Die "Blaue Mühle" - noch winterlich. (Bild: Frank Wehrmeister)
Dieser besteht seit 1993 und erinnert an das bis 1918 in Sachsen regierende Fürstenhaus. An Schneise 10 rechts und bei nächster Gelegenheit links abbiegend, gelangen wir alsbald auf die Schneise 11. Wir wandern rechts zum Sechswegestern. Hier entscheiden wir uns für den nicht beschilderten Landbergweg (auch Landbergsteig), der nordwestlich in einen schönen Buchenwald führt. Wir passieren die weit abseits von der ausgeschilderten Lehrpfadroute am Buchhübel gelegene Tafel 11 des Geologischen Lehrpfades im Tharandter Wald.
Über den Hasensteig hinweg und an einer jagdlichen Einrichtung eher rechts geht es jetzt leicht bergab, bis wir auf einen quer verlaufenden Weg am Hang oberhalb von Grund treffen. Wir biegen nach rechts ab und erreichen den Schmiedersgrabenweg etwa in Höhe des bekannten geologischen Aufschlusses „Porphyrfächer“. Ein Pfad führt dann hinter dem Sportplatz an zwei weiteren Geo-Infotafeln vorbei, ehe der Ausgangspunkt nach zwölf Kilometern wieder erreicht ist.
Das Frauenzimmertheater kehrt zurück

Wenn in den letzten Jahren Corona und Kultur aufeinandertrafen, musste die Kultur zurückstecken. Auch das Leipziger Frauenzimmertheater traf es hart: Die Macherinnen hatten ihr Projekt kurz vor dem Ausbruch der Pandemie ins Leben gerufen.
Im September 2019 wurde es gegründet und begann erfolgreich mit drei Stücken: „Sie wars oder Das Ende einer Gartenidylle“ nach einer Idee von Willy Russel, „Oh, stille mich, du Fröhliche oder Das Ende ist nah“ von BauchBeineHirn und „Spiel mit mir … Ein köstliches Damendoppel“ nach einer Idee von Peter Shaffer. Doch es gab wegen der wiederholten Lockdowns bisher nur sieben Monate, in denen das Ensemble spielen konnte. Und doch: Ans Aufgeben denkt hier niemand. Am 5. März soll es wieder losgehen. Mit einer ganz frischen Produktion.
 Schauspielerin Antje Poser auf der Bühne. (Bild: André Kempner)
Schauspielerin Antje Poser auf der Bühne. (Bild: André Kempner)
Wer das Frauenzimmertheaters besucht, muss zunächst den Weg finden. Der beginnt vor dem Großen Blumenberg gegenüber der Westseite der Höfe am Brühl, führt durch einen Tordurchgang in „Wagners Restaurant und Weinwirtschaft“ und darin eine schmale Treppe nach oben. Dort haben sich im Obergeschoss die Gründerinnen Antje Poser (45) und Ev Schreiber (69) einen vor allem langen Raum eingerichtet, der eher an ein Flugzeug als an ein Theater erinnert – wäre da nicht die wohl kleinste Bühne Leipzigs am Ende.
Ev Schreiber sucht Stoffe aus dem Leben
„Es ist ein zauberhafter, gemütlicher Ort, an dem wir Komödie und Unterhaltung bieten wollen“, sagt Antje Poser. Gemütlich ist es zweifellos: 40 Menschen können hier Platz finden – Minimalismus sowohl räumlicher als auch personeller Art ist also eines der Prinzipien des Frauenzimmertheaters. Poser nennt die Einschränkung optimistisch „Herausforderung“ – der Kreativität ja durchaus zuträglich.
Ev Schreiber und Antje Poser sind das Frauenzimmertheater. (Bild: André Kempner)
Ev Schreiber und Antje Poser sind das Frauenzimmertheater. (Bild: André Kempner)
Ein anderes Prinzip ist es, „Stoffe zu finden, die man aus dem eigenen Leben kennt“, wie Regisseurin Ev Schreiber, langjährige Chefin des Leipziger Theater Fact, zusammenfasst. Und dabei einen weiblichen Blick auf die Welt zu bieten, ohne das andere Geschlecht auszuschließen: „Wir erzählen Geschichten über Frauen, aber mit einem gesunden Blick auf die Männer, die für uns sogar eine Art Kontrollgruppe sind“, sagt sie und lacht.
In den Sommermonaten spielt das Ensemble schon seit sieben Jahren Open-Air-Produktionen auf dem angrenzenden Hof, für den Neustart des Spielbetriebs im Spätherbst 2021 hatten die Frauen die Fortsetzung der Produktion „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ geplant: eine Geschichte in weihnachtlicher Kulisse über das Konfliktpotenzial der Feiertage, die von einer Professorin und ihrer bröckelnden Beziehung erzählt. Oder erzählen sollte. Im Teil-Lockdown landeten Kostüme, Requisiten und Skript wieder in der Kiste. Auch eine für den Januar geplante Adaption eines Molière-Werkes zum 400. Geburtstags des Dramatikers musste gestrichen werden.
Historisches Erbe der Caroline Neuber
Davon lässt sich das Team nicht entmutigen. Ev Schreiber: „Wenn wir nichts machen, nicht schreiben, nicht spielen, dann verlieren wir unsere Seelen.“ Außerdem habe man ja ein historisches Erbe zu würdigen, schließlich gründete Friederike Caroline Neuber im Großen Blumberg am Leipziger Brühl vor knapp 300 Jahren ein Theater, das erheblich zum Ansehen des Schauspielberufs beitrug.
Und wieder heißt es: weitermachen. „Mach’s gut, mein Schatz“ feiert am 5. März Premiere. Auch hier ist Minimalismus angesagt: Antje Poser steht allein auf der Bühne und verkörpert Gabriela Hullerbusch, die Bewohnerin eines Seniorenheimes, die in ein neues Zimmer und damit in die Nähe ihrer derzeitigen Liebschaft zieht. Dabei lässt sie anhand verschiedener Gegenstände ihre Vergangenheit Revue passieren – eine Hommage an das Leben mit allen Höhen und Tiefen, wie Poser erklärt. Und ein Stück über das Wiederfinden von Lebensfreude.
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