Ein neuer Erlebnishof und die Jagd nach kulinarischen Sternen

#67・
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Freizeitfreundinnen und -freunde,
“Sonne satt” ist das Motto des heutigen Newsletters - denn selten sah der Wetterbericht in den vergangenen Wochen (oder Monaten?) freundlicher aus als aktuell. Mit Prognosen ist es natürlich so eine Sache, aber so weit wie der Deutsche Wetterdienst zumindest zaghaft vorausschaut, ist selbst bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe nur Sonnenschein angesagt. Das Wetter macht also ein Angebot, das fast nicht abzulehnen ist: Geh raus!
Für wenig sonnige Gefühle hat hingegen kürzlich die Absage der Buchmesse gesorgt - und doch hat sich daraus eine Art Aufbruchstimmung entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit taten sich viele kleine Verlage zusammen und entwickelten ein Programm, das der einstigen Buchstadt Leipzig gerecht wird. Mehr als 100 Veranstaltungen finden nun also in der kommenden Woche statt. Schwerpunkte sind das Werk 2 mit der Popup-Buchmesse sowie Moritzbastei und Felsenkeller mit dem Kreativ-Festival „weiter:lesen22“. Und auch die “LVZ liest” (trotzdem). Leipzig blickt also dank des Engagements vieler doch auf einen kleinen Bücherfrühling.
Und das kann doch auch irgendwie ein wenig Hoffnung machen!
Ihre Josephine Heinze
Chefin vom Dienst

Sonne satt lockt nach draußen - wie zum Beispiel an den Markkleeberger See. (Bild: André Kempner)
Sonne satt lockt nach draußen - wie zum Beispiel an den Markkleeberger See. (Bild: André Kempner)
Von der Gänsezucht zum Erlebnishof

Für Gänsezüchter Lorenz Eskildsen gibt es keinen Stillstand. Der umtriebige Unternehmer hat sein nächstes großes Projekt im Kopf. Er möchte am Staatsstraßen-Kreisel zwischen Mutzschen und Wermsdorf einen Gänse- und Erlebnishof schaffen. Da nur einige Schritte entfernt Fischzüchter Georg Stähler eine Fischerlebniswelt plant und als Info-Point eine Nachbildung der frühzeitlichen Palisaden-Kultstätte Gestalt annehmen soll, dürfte an der Kreisgrenze ein attraktiver Anziehungspunkt entstehen.
Der Grimmaer Stadtrat ebnete jetzt für Eskildsens Idee den Weg zum ersten Schritt, indem er die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den „Wermsdorfer Gänsemarkt“ beschloss. Es geht um 8,5 Hektar, die sich vom Göttwitzsee bis an die Staatsstraße erstrecken und auf Mutzschener wie Göttwitzer Gemarkung liegen. Der Beschluss fiel ebenso einstimmig wie der Beschluss zur nochmaligen Auslegung des Bebauungsplanes für die „Fischerlebniswelt Göttwitz“.
Die Gänsezucht in Wermsdorf. (Bild: Thomas Kube)
Die Gänsezucht in Wermsdorf. (Bild: Thomas Kube)
Gänsezüchter: Wir sind an der Kapazitätsgrenze
„Im Grunde genommen wollen wir den Gänsemarkt neu bauen“, sagt Eskildsen auf LVZ-Anfrage. Seit 1995 lockt der Markt am Lindigt im November und Dezember Tausende an, die sich in der Vorweihnachtszeit Gänsebraten schmecken lassen und an den Verkaufsständen in die Schlangen einreihen. Der Gänsezüchter hatte seinerzeit einen Stall an der Straße ausgebaut und die Fläche mit einem Anbau verdoppelt. Allerdings geht es längst sehr beengt zu – schon vor den Corona-Einschränkungen. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze“, erklärt der 57-Jährige. Eine Erweiterung am Standort sei nicht möglich.
Gänsemarkt: Mehr Fläche für Gastronomie in Verkauf
Zunächst will der in Norddeutschland aufgewachsene Firmenchef mit einem Neubau die Fläche für Gastronomie und Markt erweitern und das Projekt dann Stück für Stück weiterentwickeln. Am genauen Konzept werde noch gearbeitet, hält er sich mit Details zurück. Eskildsen bestätigt aber, dass mit Daunenstube und Federbettenmanufaktur eine Schauproduktion vorgesehen ist. Im Außengelände soll es Spielmöglichkeiten für Kinder geben.
Unternehmer Lorenz Eskildsen hat in seinen Wermsdorfer Gänsezuchtbetrieb mehrere Millionen Euro investiert. (Bild: Thomas Kube)
Unternehmer Lorenz Eskildsen hat in seinen Wermsdorfer Gänsezuchtbetrieb mehrere Millionen Euro investiert. (Bild: Thomas Kube)
Auch Übernachtungen rücken in den Fokus. „Wir haben das Wohnhaus an der Kurve übernommen, in dem sich zu DDR-Zeiten ein Kinderheim befand“, erklärt Eskildsen. Dort sollen Räume für Mitarbeiter hergerichtet werden „und später auch für Gäste“. In der Beschlussvorlage für den Grimmaer Stadtrat heißt es, dass der Vorhabenträger das Gelände als „ländlich geprägtes Erlebnisdorf“ entwickeln wolle. Das könne man so schreiben, sagt der Gänsezüchter und spricht selbst von einem landwirtschaftlichen Erlebnishof.
Der neue Gänsemarkt soll dann nicht nur zwei Monate im Jahr öffnen, sondern von Frühjahr an die Menschen locken. Eskildsen hofft, in zwei bis drei Jahren mit dem Bau beginnen zu können, ist sich aber bewusst, dass die Planungen ihre Zeit brauchen.
Eine Portion Gänsekeule mit Rotkraut und Klößen steht auf einem Tisch im Restaurant der Gänsezucht Eskildsen. (Bild: dpa)
Eine Portion Gänsekeule mit Rotkraut und Klößen steht auf einem Tisch im Restaurant der Gänsezucht Eskildsen. (Bild: dpa)
Fischerlebniswelt Göttwitz – Plan wird neu ausgelegt
„Tolle Geschichte“, freut sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) über den Unternehmergeist des Gänsezüchters. Zugleich denkt er, dass mit dem Bau der Fischerlebniswelt in diesem Jahr begonnen werden kann. Die Planungen laufen schon zweieinhalb Jahre, nun muss der B-Plan aufgrund kleinerer Änderungen zum zweiten Mal ausgelegt werden. Dieses Mal reicht aber eine beschränkte Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Der Inhaber der Teichwirtschaft Wermsdorf, Georg Stähler, möchte an der Göttwitzer Hälteranlage einen attraktiven Verkauf schaffen. Der Projektbeschreibung zufolge wird ein moderner Pavillon als Imbiss errichtet. Dort sollen Spezialitäten aus eigener Produktion auf den Tisch kommen. Verarbeitung und Zubereitung sollen vor Augen geführt und die Besucher über die Lebensweise der Fische, die artgerechte Haltung und den verantwortungsvollen Umgang mit dem Ökosystem Teich ins Bild gesetzt werden. Spielmöglichkeiten für Kinder sind ebenfalls vorgesehen.
Von Frank Prenzel
Sterneküche in und um Leipzig

Der Restaurantführer Guide Michelin hat am Mittwoch die Michelin-Sterne für das Jahr 2022 vergeben. In der Leipziger Edelgastronomie bleibt es wie gehabt: Das „Falco“ im Hotel „The Westin“ führt wie seit 2008 unverändert zwei Sterne und steht damit unangefochten an der Spitze. Der „Stadtpfeiffer“ am Gewandhaus trägt wie schon seit 2002 weiterhin einen Stern. Das Restaurant „Frieda“ in Gohlis bestätigte seinen 2021 erstmals verliehenen Stern und erhielt zusätzlich einen grünen Stern für Nachhaltigkeit, den Lisa Angermann auf der Bühne in Empfang nahm.
Das "Frieda" in Leipzig-Gohlis konnte den Stern verteidigen. (Bild: André Kempner)
Das "Frieda" in Leipzig-Gohlis konnte den Stern verteidigen. (Bild: André Kempner)
Sechs Leipziger Lokale mit „Empfehlung“
Der Reise- und Restaurantführer gibt auch Empfehlungen für Lokale, die noch nicht mit Sternen dekoriert sind. In Leipzig stehen – ebenfalls unverändert – sechs Restaurants auf der Empfehlungsliste: das „Michaelis“ im Zentrum-Süd, das „Planerts“ in Oelßners Hof, das „Schaarschmidt’s“ in Gohlis, das „C’est la vie“ in der Zentralstraße, das „Münsters“ in Gohlis und das Restaurant „7010“ am Augustusplatz.
„Caroussel“ in Dresden verliert seinen Stern
Neu in den Gastronomiehimmel aufgestiegen sind deutschlandweit ein Drei-Sterne-Restaurant, acht Zwei-Sterne-Restaurants sowie 31 Restaurants mit je einem Stern. Dem Dresdner „Caroussel“ wurde dagegen der Stern aberkannt. Damit gibt es in Sachsen noch sieben Restaurants, die mit einem oder zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet sind.
Das "Falco" hat weiterhin die meisten Sterne in Sachsen. (Bild: André Kempner)
Das "Falco" hat weiterhin die meisten Sterne in Sachsen. (Bild: André Kempner)
Erster Stern für die Stadt Halle
Auch die Stadt Halle hat nun ihr erstes Sterne-Restaurant, das Lokal „Speiseberg“, im Innenbereich der Bergschenke hoch über der Saale. „Das ist schon krass. Es ist schon eine Ehre, in so einer Stadt den ersten Stern jemals geholt zu haben. Mir fehlen die Worte. Es ist einfach super“, sagte Küchenchef Konstantin Kuntzsch. Bisher war Robin Pietsch aus Wernigerode der einzige Sternekoch in Sachsen-Anhalt mit seinen beiden Restaurants „Pietsch“ und „Zeitwerk“. Er erhielt die Auszeichnung für beide Lokale erneut.
Küche im "Stadtpfeiffer" kann unter anderem so aussehen: Saibling im Buchenrauch mit Kürbis und Sanddorn. (Bild: Kerstin Decker)
Küche im "Stadtpfeiffer" kann unter anderem so aussehen: Saibling im Buchenrauch mit Kürbis und Sanddorn. (Bild: Kerstin Decker)
So viele Michelin-Sterne wie noch nie
Die begehrten, mit Sternen bestickten Kochjacken wurden in der Handelskammer Hamburg an die besten deutschen Köchinnen, Köche und Restaurants überreicht. Mit bundesweit 327 Restaurants wurden so viele Lokale ausgezeichnet wie noch nie. Nach zweijähriger Corona-Pause fand die Verleihung erstmals wieder live und in Präsenz statt. „Auch wenn die Pandemie noch nicht ausgestanden ist, bestätigt die Restaurantauswahl im Jahr 2022 trotz erschwerter Bedingungen ein vielfältiges Angebot und ein unverändert hohes Niveau der deutschen Gastronomie“, heißt es in einer Mitteilung. 2021 gab es in Deutschland 309 Restaurants mit Michelin-Sternen.
Der Gastroführer für 2022 ist ab dem 14. März im Handel erhältlich. Die ersten Michelin-Sterne in Deutschland wurden 1966 verliehen. Die begehrte Auszeichnung gilt jeweils für ein Jahr.
Von Kerstin Decker
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