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Dübener Heide + Muldentalbahn-Radweg + Flohmarkt

Liebe Leserinnen und Leser, guten Morgen! willkommen zur zweiten Ausgabe "Frische Luft", unserem Frei
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
Liebe Leserinnen und Leser, guten Morgen!
willkommen zur zweiten Ausgabe “Frische Luft”, unserem Freizeitnewsletter. Das Wochenende wird heiß - fahren Sie am besten raus aus der Stadt! Für unseren großen Sommer-Ausflug war mein Kollege Mark Daniel dieses Mal in der Dübener Heide. Als Urlaubsgebiet völlig unterschätzt, meint er. Das ist zwar schade, denn der Naturpark zwischen Elbe und Mulde hätte mehr Urlauber verdient. Andererseits ist er sozusagen noch ein Geheimtipp - entdecken Sie zum Beispiel einen der vielen und noch unberührten Seen dort!
Nicht im Wasser, sondern entlang des Wassers radelte Haik Latchinian - nämlich auf dem Muldentalbahnradweg von Wurzen nach Grimma. Außerdem entführen unsere Lokalredakteure Sie diese Woche nach Meuselwitz und in die Schladitzer Bucht. Leipzig City wartet dieses Wochenende musikalisch und mit einem Flohmarkt auf. Auf dem Cospudener See finden außerdem ab Samstag musikalische Rundfahrten statt.
Da es in dieser Ausgabe keine reine Bade-Empfehlung für Sie gibt, haben wir hier noch einmal eine Übersicht über alle Seen und Bäder in Leipzig für Sie. Nur bitte meiden Sie zum Baden den Auensee - dort hat man Blaualgen festgestellt, gefährlich für Mensch und Tier!
Für alle, die der Hitze lieber in den eigenen vier Wänden entfliehen möchte, habe ich am Ende des Newsletters noch einen Serientipp - fürs Herz!
Viele von Ihnen sind außerdem neu hier. Wer noch einmal unseren Newsletter von vergangener Woche mit Tipps für die Lausitzer Seenlandschaft nachlesen möchte, kann das hier tun.
Und nun, liebe Leserinnen und Leser, schnappen Sie “frische Luft” mit uns und melden Sie sich mit Fragen, Kritik und Wünschen gern persönlich bei mir: j.grass@lvz.de
Herzliche Grüße
Ihre Julia Grass

Der Sommer-Ausflug: Unschlagbare Idylle in der Dübener Heide

Sonnenuntergang über einem Kornfeld in Rotta. Foto: Mark Daniel
Sonnenuntergang über einem Kornfeld in Rotta. Foto: Mark Daniel
Es gibt Orte, die so entlegen und einsam sind, dass sich Fuchs und Hase nicht mal „Gute Nacht“ sagen, sondern sich gegenseitig fragen: „Wer bist du denn?“. Zu diesen Gegenden gehört die Dübener Heide. Der Radweg Leipzig-Berlin führt bereits kurz hinter Leipzig durch zauberhafte Dörfer, vorbei an Weihern, Feldern und Wiesen, durch Thekla, Plaußig, Merkwitz, und bei Gottscheina möchte man an einem sonnigen Tag gern glauben, dass der Ort nicht zufällig so heißt.
Nach rund 38 Kilometern erreicht man mit der über 1000 Jahre alten Burg am Ortseingang von Bad Düben den Ausgangspunkt der Dübener Heide. Ein Stück weiter piekst die Stadtkirche St. Nikolai den Himmel, der Kurpark liefert einen prachtvollen Anblick aus Blüten, Grün und Tempeln. Wen es weiter Richtung Wittenberg zieht, der radelt ab hier nur noch durch Natur, Asphalt Fehlanzeige.

Der Bergwitzsee von oben. Foto: Christian Zirnig
Der Bergwitzsee von oben. Foto: Christian Zirnig
Auch ein Besuch in Bergwitz lohnt sich. Der Bergwitzsee gehört zu den stärksten Freizeit- und Erholungsmagneten der Region. Von hier aus liegen die wunderschöne Altstadt von Wittenberg, das Schloss Oranienbaum, der traumhafte Wörlitzer Park sowie in der anderen Richtung der Kurort Bad Schmiedeberg jeweils nur rund 15 Kilometer entfernt.
Ähnlich schnell erreicht man die Stadt aus Eisen: Ferropolis nahe Gräfenhainichen, Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur, ist mit ihrer Landschaft aus gigantischen Baggern ein Staunen wert. Der auch für Festivals genutzte Ort muss dieses Jahr wegen der Pandemie ohne „Melt!“ oder „Splash!“ auskommen; dafür wurde das Areal zum Campinggelände umfunktioniert. Ein ganz spezielles Gefühl, unter den eisernen Riesen „Mad Max“, „Mosquito“ und „Big Wheel“ sein Zelt oder Wohnmobil zu postieren. An den letzten drei August-Tage wird hier übrigens Dokumentar-Theater gespielt: „Komme bald!“ spiegelt das Schicksal deutscher Kriegsheimkehrer aus sowjetischen Gefangenenlagern.
Die Dübener Heide hat aber darüber hinaus einen anderen enormen Reiz: Mitten in einer schier unendlich scheinenden Ausstellung aus Bäumen finden sich mehrere herrliche Seen, an deren sandigen Ufern man auch mal mutterseelenallein in der Sonne liegen kann.

Geheimtipp: Der Lange See. Foto: Mark Daniel
Geheimtipp: Der Lange See. Foto: Mark Daniel
Zu den Geheimtipps gehört der Lange See nahe Markt Nauendorf, in Nachbarschaft zum Fuchssee und dem Königsee. Um diesen schmiegt sich der gleichnamige Campingplatz.
Mit einem unvermuteten Kulturmagneten klotzt seit Kurzem das benachbarte Rotta. Im 700-Einwohner-Ort hat das Ehepaar Sielaff eine alte Mühle umgebaut. Mit einer Open-Air-Bühne im herrlichen riesigen Garten des Geländes. 
An ausnahmslos jedem Sommerwochenende steigt hier ein hochkarätiges Programm. Zuletzt war Top-Liedermacher Manfred Maurenbrecher hier, davor Kollege Ralph Schüller und Kabarettist Meigl Hoffmann.
Campingplätze und Unterkünfte in der Region sind aktuell gut gebucht. Der Grat zwischen Geheimtipp und wachsender Beliebtheit, er könnte schmaler werden. Aber die Balance, die kriegen die schon hin in der Dübener Heide.
Am Ufer des Bergwitzsees.
Am Ufer des Bergwitzsees.
Strecke: Bis Bad Düben 38 Kilometer Radweg, bis Bergwitz mit dem Rad 80 Kilometer, mit dem Auto rund 65; auch eine S-Bahn fährt von Leipzig in einer Stunde dorthin.
Unterkünfte: z.B.: Campingplatz am Bergwitzsee, blendend in Schuss, mit Möglichkeiten für Beachvolleyball, Tischtennis und Wassersport. Campingplatz Ferropolis oder Campingplatz am Königsee. Ferienwohnungen an der Gassmühle.
Dübener Heide: Unschlagbare Idylle aus Wald, Wasser und Kultur
Auf dem Rad... entlang der Mulde zwischen Wurzen und Grimma

“Hoi, heute mal radelnder statt rasender Reporter”, scherzt Gästeführer Wolfgang Ebert in der Wurzener Wenceslaigasse. “Es gehe nach Grimma”, rufe ich ihm zu, über den Muldentalbahn-Radweg. So, so. Er winkt mich ran, so viel Zeit müsse sein, zeigt mir auf der Postmeilensäule den güldenen Vermerk: Grimma 3 St. 7/8. Keine Zeitstunden, sagt er: „Eine sächsische Stunde sind 4,531 Kilometer – da können Sie sich’s ausrechnen.“
Ich folge den Schildern „Dehnitz“ und „Wachtelberg“. Auf der Straße, etwa so glatt wie die Mondoberfläche, holpere ich an Villen vorbei Richtung Landgasthof. Am Gasthof geht es rechts runter, vorbei am Kriegerdenkmal und dann Richtung Ortsausgang. Der Blick ist fantastisch: Sanfte Hügel, saftige Wiesen, grasende Schafe. Dazu die Mulde und die Grundmauern der wüsten Kirche.
Die Landschaft ist offen, es gibt kaum Bäume, der Blick kann wandern. Aber Vorsicht! Ab und zu stehen Poller in der Mitte des Weges. Es soll schon etliche Zusammenstöße gegeben haben. Der Weg verläuft kerzengerade. Der Asphalt ist derart eben, dass ich dahingleite wie in einem ICE.
Der Radweg ist die Leib- und Magenroute von Jochen Rockstroh. Der Nerchauer Brauherr und Trebsener Schlossherr war früher Kanurennsportler, hält sich heutzutage mit Ausdauerlauf fit. Elf Sorten Biobier produziert er in seiner Brauerei, sechs davon hat er im Schloss auf Lager. Ob auf Freisitz, Terrasse oder im Hof – Radler gehörten bei ihm zum Stammpublikum.
Geradeaus entlang der Mulde. Foto: Andreas Döring
Geradeaus entlang der Mulde. Foto: Andreas Döring

Ab Bahnhof Nerchau wird es waldiger. Die Mulde, die lange abgetaucht war, ist rechter Hand nun wieder ständiger Begleiter. Links erhebt sich das felsige Steilufer, vorn spannt sich die lärmende Autobahnbrücke übers Tal. Radrenner sollten nicht zu tollkühn sein: Wurzeln brechen die Piste hie und da auf, es gibt Bodenwellen. Ab und zu ragen auch Zweige in den Weg. Ich folge dem Abzweig Schmorditz und fahre bis zur Straße. Dann sofort wieder rechts, und schon bin ich am reich bepflanzten Italienergrab – ein absolutes Muss auf der Strecke. In den letzten Kriegstagen fanden hier elf italienische Soldaten den Tod.
Wieder zurück auf dem Damm geht es vorbei an Loreley, Feueresse und manchem Kilometerstein in Richtung Dorna. In der Aue vor Grimma erreiche ich die Zielgerade. An der Grimmaer Steinbrücke schaue ich auf die Uhr: Ich hab’ tatsächlich 3 St. 7/8 gebraucht, so wie es auf der Postmeilensäule in Wurzen steht. Eher Bummelzug statt ICE.
Anfahrt: nach Wurzen ca. 36 Minuten mit dem Auto oder mit dem RE50 und der SBahn ca. 41 Minuten
Radweg: Der Radweg von Wurzen bis Grimma ist rund 20 Kilometer lang und kein Rundweg. Unterwegs gibt es genügen Zu- und Abfahrten, so dass nicht die ganze Strecke bewältigt werden muss.
Pause: Zum Beispiel in der Nerchauer Brauerei

Am Wochenende ins Umland

Kohlebahn Meuselwitz. Foto: Simon Büttner
Kohlebahn Meuselwitz. Foto: Simon Büttner
Mit der Kohlebahn auf Ferienfahrt in Meuselwitz
Die bei Touristen in Mitteldeutschland beliebte Traditionsbahn fährt teilweise auf den Gleisen der ehemaligen Grubenbahn, die früher aus den Tagebauen die Rohkohle in die Brikettfabriken transportiert hat. In den Sommerferien geht die Bahn auch unter der Woche zwischen Meuselwitz und Regis-Breitingen auf Reisen – das nächste Mal am Mittwoch, den 19. August. Die Fahrt richtet sich primär an (Ferien-)Kinder und deren Eltern und Großeltern. Unterwegs gibt es ein Quiz, am Ende der Fahrt wartet auf alle Quizteilnehmer eine Überraschung. Bei einem Stopp in der Westernstadt Haselbach können verschiedene Spiele gespielt und getestet werden. Hier ist auch für einen Imbiss gesorgt. Vor oder nach der Fahrt besteht die Möglichkeit, auf dem Außengelände des Kulturbahnhofs Meuselwitz alte Schienenfahrzeuge zu besichtigen.
Anfahrt und Infos: Die Züge starten um 10 Uhr in Meuselwitz und sind gegen 14 Uhr wieder zurück. Die Fahrt muss vorab unter Telefon 03448 / 75 25 50 reserviert werdenn (Montag bis Freitag von 09.30-14.30 Uhr). Preis für Hin- und Rückfahrt: 15 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder. Fahrradmitnahme: 1,50 (Hin- und Rückfahrt). Für die Teilnahme an den Spielen ist ein Unkostenbeitrag in Höhe von 5 Euro pro Person zu entrichten. Mehr Infos hier.

Die Surfkurse an der Schladitzer Bucht sind gut gebucht. Foto Wolfgang Sens
Die Surfkurse an der Schladitzer Bucht sind gut gebucht. Foto Wolfgang Sens
Sport und Erholung in der Schladitzer Bucht in Rackwitz
Das Camp David Sport Resort by All-on-Sea an der Schladitzer Bucht (Gemeinde Rackwitz) ist längst mehr als ein Geheimtipp. Von der Familie mit Kindern bis zum Trainingslager für Leistungssportler, dort finden alle Sportbegeisterten und Erholungsuchende das ideale Angebot auf und ums Wasser. Und das mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Die Surfkurse an der Schladitzer Bucht sind bereits gut gebucht. Im August gibt es aber noch einige freie Plätze für junge Wassersportler. Im Resort kann man auch Segeln, Standup paddeln Tauchen und es gibt einen großen Wasser-Fun-Park. Also, rauf auf´s Fahrrad, rein ins Auto oder mit der S-Bahn in zehn Minuten vom Hauptbahnhof Leipzig nach Rackwitz (drei Kilometer bis zur Schladitzer Bucht).
Anfahrt und Infos: Schladitzer Bucht, Haynaer Straße, 04519 Rackwitz. Tel: +49 (0) 34294 - 85 86 87 und info@all-on-sea.de

Das Wochenende in Leipzig: Flohmarkt und Marktmusik

Die Leipziger Marktmusik findet auch in diesem Jahr statt - im Herzen der Altstadt vor dem alten Rathaus erwartet Besucher ein buntes Programm verschiedener Musikgenres in Live-Acts und Konzertmitschnitten. Los geht’s ab Freitag, 7. August. Bis zum 16. August jeden Abend wechselndes Programm. Aufgrund der geltenden Hygiene-Regeln empfiehlt es sich, vorab Plätze bei den umliegenden Gastronomen zu reservieren.
Außerdem findet an diesem Samstag von 10-16 Uhr der Kiezflohmarkt Plagwitz im, am und ums Westwerk herum statt. Stände sind bereits ausgebucht (können aber für den nächsten Termin am 23. August noch reserviert werden). Besucher müssen einen Mundschutz tragen.

Für den Balkon und das Sofa: Der Filmtipp

Sam ist Autist - und der Protagonist in der Serie "Atypical". Foto: Netflix
Sam ist Autist - und der Protagonist in der Serie "Atypical". Foto: Netflix
Darf man über Autismus lachen? Die Frage stellt sich, wer die Netflix-Serie “Atypical” schaut. Denn ihr Protagonist, der 18-jährige Sam, ist Autist. Er lebt mit seinen Eltern Elsa und Doug und seiner Schwester Casey in einer US-Vorstadt. Mit seinen 18 Jahren macht er vieles, was für Altersgenossen längst Alltags ist, zum ersten Mal. Bei Freunden übernachten. College Bewerbungen. Oder eben die Sache mit der Liebe. Das ist an vielen Stellen urkomisch - wenn Sam zum Beispiel versucht, hoch emotionale Probleme (wie die Frage nach dem Verliebtsein) mit staubtrockenen und nüchternen Prozessen (wie einer Pro- und Contra-Liste) zu lösen. An anderen Stellen traurig - wenn er, komplett unvorbereitet, von Geräuschen, den Gefühlen anderer, Zurückweisung und Herzbruch überrollt wird. Und in vielen Szenen tief rührend - wenn die Menschen in Sams Leben zeigen, wie sehr sie ihn lieben. Das versteht Sam manchmal nicht, der Zuschauer allerdings schon. Eine Serie fürs Herz.
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