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Burgen- und Schlössersaison in Sachsen startet + Wandern im Nossener Umland

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LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen und lieber Leser!
Der Kollege mit dem heißesten Draht zum Deutschen Wetterdienst verbreitet mal wieder schlechte Laune in der Redaktion. Schneefall am Wochenende, Minusgrade - die Kältepeitsche schlägt wieder zu. Der Kollege macht das Wetter nicht. Kann also gar nichts dafür, dass die in den vergangenen Tagen gefütterte Lust nach (noch) mehr Sonne, Frühling und T-Shirt-Wetter wieder umschlägt…
Nun. Nehmen wir’s, wie es Freunde der frischen Luft eben nehmen: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte… naja, Sie wissen schon.
Es ist Frühling - also raus. Nach Leisnig in Mittelsachsen zum Beispiel. Dort beginnt, wie in vielen anderen Burgen und Schlössern Sachsens die Saison. Schon am morgigen Freitag kann man die Burg besuchen. Am Wochenende laden die Burgdamen und -herren zum Erlebnistag ein. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern - für Kinder besonders aufregend. Meine Kollegin Steffi Robak hat den Überblick und zusammengestellt, was die Besucherinnen und Besucher am Wochenende in Leisnig erwartet.
Gar nicht weit weg von der mittelsächsischen Stadt, drei Abfahrten auf der A14 weiter Richtung Dresden liegt Start und Ziel unseres heutigen Wandertipps. Die Gegend um Nossen ist nicht unbedingt als touristische Ausflugsregion bekannt, aber Wanderexperte Frank Wehrmeister legt Ihnen heute das Kelzgebachtal ans Herz.
Und die Hobbyfotografin Tina Lange aus Eilenburg gewährt Ihnen in unserer heutigen Ausgabe einen Blick in ihre Arbeit. Die 42-Jährige liebt es, mit dem Fotoapparat im Dickicht besondere Begegnungen mit Tieren festzuhalten. Kollegin Juliane Staretzek hat mit der Eilenburgerin gesprochen.
Viel Spaß beim Lesen, Anschauen und Wandern. Aber ziehen Sie sich warm genug an.
Herzlichst, wie immer
Ihr Thomas Lieb

Saisoneröffnung auf Burg Mildenstein in Leisnig

Saisonstart: Kanonen-Donner hallt bald von der Burg Mildenstein in die Umgebung. Foto: Sven Bartsch
Saisonstart: Kanonen-Donner hallt bald von der Burg Mildenstein in die Umgebung. Foto: Sven Bartsch
Die sächsische Burgensaison startet wieder. Die Burg Kriebstein lädt schon länger wieder Gäste ein. Am Wochenende zieht auch die Burg Mildenstein in Leisnig nach – und wartet mit hochkarätigem Besuch auf. Zum Erlebnistag geben sich der Kurfürst August der Starke und Gräfin Cosel die Ehre. Es gibt eine historische Modenschau, Barock-Musik und ordentlich Kanonen -Donner auf die Ohren.
Am Freitag, dem 1. April, öffnet das Burgmuseum für Besucher seine Pforten für die Saison 2022. Ab dann können Gäste dienstags bis sonntags das Museum besuchen. Ein großer Erlebnistag ist für Sonnabend, 2. April, geplant. Dabei können die Gäste der Burg Mildenstein mit etwas Glück sogar August dem Starken persönlich begegnen, in Begleitung der Gräfin Cosel.
Modenschau im Zeichen des Barock
Am Nachmittag, ab 14.30 Uhr, wird es eine Modenschau ganz im Zeichen des Barock geben. Wer diese erleben möchte, sollte sich bis 14.30 Uhr im Rittersaal 3 eingefunden haben. Dort zeigen die Models, in welch opulenter Robe sich August und seine Zeitgenossen bewegten. Dabei wehen die Klänge barocker Musik durch die Burg.
Den sächsischen Kurfürsten umgibt der Mythos einer überaus großen Nachkommenschaft. Foto: Burg Mildenstein
Den sächsischen Kurfürsten umgibt der Mythos einer überaus großen Nachkommenschaft. Foto: Burg Mildenstein
Dem Monarchen selber können die Burggäste beim Wandeln durch die historischen Mauern nicht nur persönlich begegnen. Die Ausstellung über August den Starken und viele Mythen, welche den sächsischen Kurfürsten umranken, befindet sich noch immer auf der Burg Mildenstein. Zum Erlebnistag am Sonnabend wird der Kurator dieser Sonderausstellung, André Thieme, auf der Burg präsent sein.
Thieme gibt Einblicke in das geheimnis- und mythenumwitterte Leben des Monarchen und zeigt auf, wie die eine oder andere Legende zustande kam. Unter anderem soll der Kurfürst eine äußerst zahlreiche Nachkommenschaft haben. Hin und wieder lässt sich auch ein Teil der Wahrheit enthüllen und Thieme geht auf die Geschichte der auf Mildenstein gezeigten Exponate ein. Ab 11 Uhr sowie ab 14 Uhr bietet der Kurator Führungen durch diese an.
Streifzug durch den Kräutergarten der Burg
Nicht allein der berühmte König spielt zum Erlebnistag am Sonnabend eine Rolle. In zwei weiteren Führungen, die ab 12 Uhr und um 15 Uhr beginnen, können die Burggäste einen Streifzug unternehmen durch die Welt der gesunden und heilsamen Kräuter.
Koreen Vetter lädt dazu ein, im Burggarten zu entdecken, welche Kräuter im April wachsen und geerntet werden können. Dabei gibt es so manchen Tipp, wie dieses frische Grün in der Küche Verwendung finden kann. Ein Kräuterstand in der Schwarzküche der Burg vervollkommnet an diesem Tag das Angebot. Wer mag, kann dort verschiedene Kräuterlimonaden kosten.
Der Holzbackofen wird zum Erlebnistag angeheizt. Foto: Burg Mildenstein
Der Holzbackofen wird zum Erlebnistag angeheizt. Foto: Burg Mildenstein
Ein weiteres sinnlich-kulinarisches Erlebnis, welches Einblicke in das frühere Leben auf einer Burg erlaubt, bietet sich auf dem Burghof. Dort wird zur Feier des Erlebnistages am Sonnabend der große Holzbackofen angeheizt. Frisches Brot soll an diesem Tag den Ofen verlassen.
Ein Knüller beziehungsweise Knaller rundet den Tag ab, und dieser wird dann auch weithin hörbar sein. Die Kanone auf dem Burghof soll gegen 16 Uhr gezündet werden. Die Burg Mildenstein öffnet in der nun beginnenden Museumssaison dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr.
Wanderausflug in das Tal des Kelzgebaches bei Nossen

Sehenswert und Teil der Tour: Die Kirche in Rüsseina. Foto: Frank Wehrmeister
Sehenswert und Teil der Tour: Die Kirche in Rüsseina. Foto: Frank Wehrmeister
Die zehn Kilometer lange Rundwanderung um Rüsseina führt durch ein liebliches Tal an der Wallanlage „Burgberg“ aus der Slawenzeit vorbei. Auch die große barocke Saalkirche im Ort ist ein Bauwerk von großer Fernwirkung.
Touristisch fällt die Region neben der Autobahn 14 an der Grenze zwischen den Landkreisen Mittelsachsen und Meißen eher in die Kategorie: Geheimtipp. Rund um die Stadt Nossen gibt es aber durchaus nette Landstriche an Bächen, kleinen Wäldern und inmitten leichter Hügel. Zum Beispiel im sechs Kilometer nördlich gelegenen Ortsteil Rüsseina.
Die große barocke Saalkirche mit ihrem älteren Westturm ist weithin zu sehen, zumal sie auf einer Anhöhe steht. Am Rande des Kirchhofes befindet sich ein Denkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71.
Rundweg ist vor Ort nicht markiert
In der Nähe der Kirche besteht eine Parkgelegenheit mit Wandertafel. Der auf aktuellen Wanderkarten mit einem „Grünen Punkt“ ausgewiesene Rundweg ist leider vor Ort (noch) gar nicht markiert. Der Einstieg in die Runde gestaltet sich daher etwas schwierig. Wir gehen am besten die Kirchbergstraße bergab.
Linker Hand erstreckt sich die Friedhofsmauer. Daran angelehnt erkennen wir anhand einer Steintafel ein kleines Spritzenhaus aus dem 18. Jahrhundert. An der Friedhofsecke – etwa in Höhe des hübsch restaurierten Fachwerkhauses mit der Nr. 13 – gehen wir links auf einem Pfad weiter und dann hinter dem Pfarrhof rechts bergab. So erreichen wir den Kelzgebach.
Hier überqueren wir eine stählerne Brücke und finden linker Hand in Kürze den schönen Fußweg durch das liebliche Tal. Der gut neun Kilometer lange Kelzgebach mündet vor Ziegenhain in den Ketzerbach, der bei Zehren schließlich die Elbe erreicht.
Wir wandern zunächst bis Klessig und dort links bergab. Oberhalb der Dorfstraße steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Wir biegen auf die Noßlitzer Straße ein und laufen an diesem Dorf vorbei, bis außerhalb der Ortslage ein Feldweg abzweigt, der weiterhin dem Lauf des Kelzgebaches folgt.
An seinem rechten Ufer verbleibend, erreichen wir alsbald Höfgen. Wir laufen bis zur Brücke und biegen davor rechts ab. Hinter dem letzten Haus geht die Anliegerstraße in einen schmalen Weg über. Dieser erreicht einen kleinen Hof vor dem Gartenbau- und Forstbetrieb. Hier überqueren wir den Bach und gehen sofort wieder rechts.
Der schmale Weg mündet auf eine Straße, die bis kurz vor Ziegenhain führt. Rechter Hand befindet sich die Wallanlage „Burgberg“ aus der Slawenzeit auf einem Geländesporn über der Mündung des Kelzgebachs in den Ketzerbach. Wir wenden uns hier nach links und wandern bergan, in der Straßenkurve auf der Höhe dann auf dem Feldweg weiter geradeaus. Dieser erreicht in Kürze Mutzschwitz. An einem auffälligen Wohnstallhaus mit Seitengebäude und erhaltenem Torbogen eines Bauernhofes betreten wir die Straße.
Wir wandern nun links im Tal auf der schmalen Straße am Stahnaer Bach entlang weiter bis zur Obermühle und folgend erneut leicht bergan bis nach Neumutzschwitz. Ein Stück weiter auf der Anhöhe biegen wir links in einen Feldweg ein. Dieser führt an einem großen Bauernhof vorbei bis Stahna. Die Kirche von Rüsseina wieder im Blick, ist es hier nicht schwer den richtigen Abzweig zu finden und hinauf zum Ausgangsort zu wandern. Dieser wird nach knapp zehn Wanderkilometern erreicht.
Hinweise: Routenverlauf „Grüner Punkt“ ist vor Ort nicht beschildert, jedoch eingezeichnet in Karte Nr. 45 „Klosterbezirk Altzella, Nossen, Döbeln, Meißen“ von Sachsen Kartographie und Karte 030 „Döbeln, Nossen Triebischtal und Umgebung“ vom Verlag Dr. Barthel; Aktueller Stand zur Neumarkierung der Nossener Wanderwege unter: www.nossenerwandern.de; VVO-Hotline: 03518526555
Wandertipps in Sachsen
Tierfotografie und was es dazu braucht

Tina Lange am Biberteich im Selbstbildnis mit Schwan Erwin. Foto: Tina Lange
Tina Lange am Biberteich im Selbstbildnis mit Schwan Erwin. Foto: Tina Lange
Auf Facebook teilt Tina Lange aus Eilenburg immer wieder Tierfotos. Die Aufnahmen hat sie selbst alle in Eilenburgs Umgebung gemacht. Die 42-Jährige hat uns einige ihrer Aufnahmen gezeigt und verraten, was das Fotografieren in der Natur so besonders macht.
Das zwei Kilogramm schwere Objektiv auf ihre Arme gestützt harrt Tina Lange irgendwo im Grünen neben der Mulde aus. Ihr Finger drückt dreimal auf den Auslöser, dann korrigiert sie die Haltung, dreht an dem schwarzen Teleobjektiv und drückt wieder. Vor ihrer Linse hämmert ein Buntspecht ein Loch in einen Baum. „Ah, mit den Ästen ist das Mist, da komme ich gerade nicht nah genug ran“, Tina Lange klemmt sich die große Kamera wieder unter den Arm und geht weiter.
Die 42-Jährige ist gern allein in der Natur unterwegs. „Ich genieße die Ruhe“, sagt sie, während vier oder fünf Vogelarten wild durcheinander zwitschern. „In meinem Beruf ist es immer laut, es gibt viele Gespräche – die ich mag, aber das ist auch anstrengend.“ Tina Lange arbeitet als Betreuerin in einer Senioreneinrichtung. „Manchen Bewohnerinnen und Bewohnern bringe ich meine Fotoalben mit. Oder drucke ihnen ein paar Bilder aus, so bringe ich ihnen etwas von dem, was draußen passiert, mit“, erzählt sie. In den regelmäßigen Genuss ihrer Bilder kommen Facebooknutzerinnen und -nutzer sowie ihre Freunde. „Ich teile meine Bilder immer im Status bei Whatsapp und in der Eilenburger Facebookgruppe“, berichtet die zweifache Mutter. In den Kommentaren gibt es immer wieder Lob, einige fragen sogar nach Kalendern der Eilenburgerin.
Schwanzmeise
Schwanzmeise
Waschbär
Waschbär
Hase. Fotos: Tina Lange
Hase. Fotos: Tina Lange
Im Singsang der Natur erkennt sie sämtliche Vogelarten: „So ein Vogelfreund bin ich eigentlich gar nicht“, lacht Tina, „eher notgedrungen einer geworden.“ 90 verschiedene Arten hat sie um ihre Wahlheimat Eilenburg herum schon geknipst. „Ich habe zwei Alben angelegt. In einem davon sind die Bilder der Vögel, jeweils Weibchen und Männchen“, sie zeigt auf einen großen Baumstamm ohne Rinde. „Hier stand ich letztes Jahr eine Stunde und wollte das Schwanzmeisen-Pärchen zusammen auf ein Bild bekommen – aber nein, immer, wenn der eine zurückkam, ist der andere ausgeflogen. Ich hatte einfach keine Chance, vielleicht klappt es dieses Jahr“, sie geht weiter. Kennt die Umgebung entlang der Mulde wie ihre Westentasche. In ihrer Sammlung fehlen noch ein paar Bewohner des Umlandes. „Einen Wolf würde ich richtig gern mal fotografieren, bis dahin werden es wohl noch ein paar Vögel“, sagt sie und lacht.
Wenn Tina Lange von ihren Touren nach Hause kommt, warten dort weitere Vierbeiner auf sie. Sechs Katzen, sechs Mäuse, vier Kaninchen und ein Hamster leben zusammen mit ihrer 15-jährigen Tochter und Tina im Haushalt.
Hier können Sie den ganzen Text über Tina Lange lesen - darin sind auch weitere ihrer Aufnahmen zu sehen.
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