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Ausflug ins Erzgebirge: Glücksfeen, Räucherkerzen und Monsterroller

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vor etwa einem Jahr haben wir in der LVZ Redaktion den Newsletter mit dem schönen Namen “Frische Luft” ins Leben gerufen. Weil Urlaubsreisen pandemiebedingt nur schwer möglich waren, wollten wir Ihnen kleine und große Ausflüge ins (erweiterte) Umland präsentieren. Nun ist das Reisen auch in diesem Sommer immer noch nicht ganz einfach und überhaupt, nicht jeder kann und möchte den Sommer immer gleich in weiter Ferne verbringen - deshalb nehmen wir Sie auch in diesem Jahr wieder mit auf kleinere und größere Ausflüge, die den Alltag unterbrechen. Ob Tagesausflug oder mit Übernachtung - das entscheiden Sie, unsere Mini-Reiseziele lassen Ihnen beides offen. Los geht’s heute: Mein Kollege Roland Herold fährt mit Ihnen ins Erzgebirge, nach Annaberg-Buchholz. Dort sind besonders Familien derzeit gut aufgehoben - dank Veranstaltungsreihen, Ausstellungen und sportlichen Highlights.
Außerdem in dieser Ausgabe: Ein Biergarten-Tipp und Empfehlungen fürs Wochenende.
Also, liebe Leserinnen und Leser, nehmen wir es endlich wieder wörtlich, wenn wir sagen: Schnappen Sie frische Luft mit uns!
Herzlich
Ihre Julia Grass

Der große Ausflug: Glücksfeen und Monsterroller im Erzgebirge

Blick auf den Fichtelberg in Annaberg-Buchholz. Foto: Roland Herold
Blick auf den Fichtelberg in Annaberg-Buchholz. Foto: Roland Herold
​Wer mit seinen Kindern im Urlaub etwas erleben will, kann im Erzgebirge nichts verkehrt machen. Gleich eine ganze Veranstaltungsreihe verspricht der Ort Annaberg-Buchholz. „Gestalte Deinen Zauberstab“, „Meine Glücksfee spinnt einen goldenen Faden“ oder „Diplom für Prinzessinnen und Prinzen“ heißen Programmpunkte der Reihe „Verhextes Fabulix“ - bis zum Ende des Jahres will das Kulturzentrum Erhammer an die 60 Veranstaltungen und Kurse anbieten.
Fällt der geplante Ausflug mit der Familie aber tatsächlich auf einen Tag, an dem mal keine Veranstaltungen stattfinden, lädt die Ausstellung „Königin Juliana – Ein Jahrhundert in Puppen“ ein. Sie wird im Untergeschoss der „Manufaktur der Träume“ (täglich von 10 - 18 Uhr) gezeigt. Die niederländische Königin Juliana (1909 – 2004) sammelte Puppen und so wie es fürs Sammeln typisch ist, kann man gar nicht so genau bestimmen, wann sie damit anfing. Man kennt das ja: Nach zwei Exemplaren neigt das Umfeld oft dazu, vorher Ahnungslose als „exponierte Sammler“ einzustufen und schenkt von da an bei jeder Gelegenheit Exponate zum Thema. Irgendwann fügt sich der „Sammler“ dann ins Schicksal. So könnte es gewesen sein…
„Die Königin Juliana war eine sehr volksnahe Monarchin“ sagt jedenfalls Museumspädagoge Sebastian Guttke. Puppen habe sie auch mitten aus dem Volk geschenkt bekommen. Sie waren ein unschätzbarer Vermittler, um mit den Untertanen ins Gespräch zu kommen. Auch Figuren aus Japan, Indonesien, oder Ungarn sind unter den Gezeigten. Eine trägt den „Befreiungsrock“, eine bunte Patchworkarbeit aus Stoffresten, die sich bei den Holländerinnen 1945 großer Beliebtheit erfreute. Viele hätten ihn heute noch. Dementsprechend zählten Holländer auch zu den ersten Gästen der Ausstellung. Auch wenn man sich doch fragt, wie diese mit dem Wohnmobil durch die engen Gassen Annabergs gekommen sind…
So sieht ein Befreiungsrock aus. Foto: Roland Herold
So sieht ein Befreiungsrock aus. Foto: Roland Herold
Weitere interessante Orte in Annaberg: Der Fichtelberg, die wunderschöne Kirche St. Marien, die von Bergleuten errichtet wurde und die vielen Volkskunstläden, die schon jetzt mit Weihnachtsdekoration locken.
Weiter geht die Fahrt ins nahe gelegene Crottendorf. Seit Firmengründerin Freya Graupner 1936 von Hand in ihrer kleinen (Wohn)Küche Crottendorfer Räucherkerzen fertigte, hat sich viel getan. Auf dem Gelände eines einstigen Supermarktes ist 2017 ein ganzes Räucherkerzenland entstanden. Und es gibt sie in allen Sorten: Zen-Garten, Patchouli, Fire of Love und sogar Opium, um nur einige zu nennen. Lästige Mücken suchen beim Qualm der großen Zitronella-Räucherkerzen namens „Ruhe!“ das Weite. Wer mag, kann sich auch für den „Kumpelduft“ entscheiden. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die Iltis-artige Duftnote, die in schlecht belüfteten Baumärkten herrscht, sondern um eine Zusammenstellung, welche von den Fußballern des FC Erzgebirge Aue kreiert wurde.
Das Museum – als 15 Meter hohe Räucherkerze gestaltet – erzählt die Firmengeschichte. Wer sich vorher anmeldet, kann auch an einem der Kurse zum Räucherkerzchen-Selbstkneten teilnehmen. Holzkohle, Holzmehl und Speisestärke gehören zu den Grundzutaten, bevor mit Weihrauch, Tannenduft, Sandelholz, Myrrhe oder auch Zimt selbstbewusst die eigene Duftmarke gesetzt wird.
Räucherkerzen in allen Variationen. Foto: Roland Herold
Räucherkerzen in allen Variationen. Foto: Roland Herold
Nun zum Sportlichen: Das K1-Sporthotel in Oberwiesenthal liegt direkt am Fichtelberg und gilt als die Geburtsstätte der Monsterroller. Seit 2009 fahren 60 vor Ort gebaute Monsterroller mit breitem Grip von Mai bis Oktober, täglich 9 bis 17 Uhr, durchs Erzgebirge. Toni Richter und Danny Lassmann geben Roller, Schutzhelme und Anweisungen an die Gäste. Wer so kommt? „Familien mit Kindern, Leute zum Junggesellenabschied, Oma und Opa mit Enkeln“, sagt Lassmann. Ohne Vorab-Buchung übers Internet gehe aber in der Saison gar nichts.
Nach der Fahrt mit dem Lift nach oben, führen mehrere Strecken auf meist befestigten Wegen und mit moderaten Höhenunterschieden nach unten. Empfohlene Maximalgeschwindigkeit: 20 Kilometer pro Stunde. Das Gewicht eines solchen Monsters entspricht mit rund 24 Kilogramm etwa dem eines E-Bikes. Bremsen sei eher mit der rechten Hand (Hinterbremse) sinnvoll, da bei Vollbremsung links (Vorderbremse) ein jäher Abgang über den Lenker drohe, sagen die beiden. Auf jedem Fall darf nur mir Helm gefahren werden. Auch die Leipziger DHfK-Handballer haben sich in diesen Tagen angekündigt.
Auf dem Rücken der Monsterroller durchs Erzgebirge. Foto: Roland Herold
Auf dem Rücken der Monsterroller durchs Erzgebirge. Foto: Roland Herold
Annaberg-Buchholz, ca. 126 Kilometer von Leipzig entfernt, Anreise ca. 1,5 Stunden mit dem Auto, mit der Bahn (RB81 und RB80) ca 2,5 Stunden.
Bis zum Jahresende rund 60 Veranstaltungen von Filmen über Ausstellungen bis Workshops - vorher reservieren und buchen unter www.fabulix.de
Duftkerzen selber machen in Crottendorf: Kosten pro Person im Sommer 10,50 Euro (Kinder: 7 Euro). Der große Spielplatz im Freigelände, unter anderem mit Labyrinth und Hüpfkissen kann kostenlos genutzt werden.
Monsterroller fahren in Oberwiesenthal: Kosten je nach Tour zwischen ca. 30 Euro und 43 Euro pro Person. Kinder zwischen 1,30 bis 1,50 Meter Größe zahlen zehn Prozent weniger.
Biergarten-Tipp: Ilses Erika - Kultcharakter in Connewitz

Blick in den Biergarten Ilses Erika. Foto: Christian Modla
Blick in den Biergarten Ilses Erika. Foto: Christian Modla
Der Biergarten vom Tanzcafé „Ilses Erika“ ist einer der ruhigen Kult-Orte im lebendigen Connewitz. Ein klassischer Hinterhof-Biergarten auf Kiesboden mit viel Grün rundherum, wo rustikales Mobiliar unter Bierschirmen und großen Bäumen Platz für gut 150 Gäste bietet. Hier trifft sich die Künstler- genauso gern wie die Start-Up-Szene auf ein Feierabendbier. Oder auch zwei – es gibt ein „Ilses Erika“-Hausbier. Das trinkt sich auch auf einem der Liegestühle vor geflammten Obstkisten gut weg. Und für überraschende Regengüsse finden die Gäste Zuflucht im Wintergarten neben der großen Theke samt Sommerküche. Dort werden neben dem klassischen Burger zum Bier auch extravagantere Speisen zubereitet – koreanische Gemüsedumplings zum Beispiel. An den Wochenenden legt regelmäßig ein DJ Musik auf, immer wieder gibt es auch Live-Musik mit Bands.
Besonderheit: Im Biergarten findet immer wieder auch ein Flohmarkt statt.
Adresse: Bernhard-Göring-Straße 152,
Websitewww.ilseserika.de
Geöffnet: täglich 16 bis 0 Uhr, Sonntag 12 bis 0 Uhr
Preise: Hausbier 0,5 Liter 4 Euro; Mineralwasser 0,2 Liter 1,60 Euro
Was tun am Wochenende?

Blick in die Ausstellung City Crash 9 im Werk 2, die noch bis Sonntag zu sehen ist. Foto: Christian Modla
Blick in die Ausstellung City Crash 9 im Werk 2, die noch bis Sonntag zu sehen ist. Foto: Christian Modla
Die Welt steht Kopf: ​Wenn eine Metallkugel zur Weltbühne wird, die Performerinnen und Performer den Boden unter den Füßen verlieren, dann steht das neue Stück vom Theater Titanick auf dem Programm. „Upside Down“ feiert am Freitag 21 Uhr seine Leipzig-Premiere im Hof des Kunstkraftwerks in der Saalfelder Straße 8 in 04179 Leipzig. Tickets gibt es hier online zu kaufen!
Straßenmusik von Blues bis Rock: Das Bülowviertel ist am Sonnabend von 15 bis 22 Uhr Schauplatz für zehn Straßenmusik-Bands und Solisten. Auch auf der kulinarischen Karte geht es bunt zu – von Fleischlosem über Herzhaftes bis zum Kuchenbüffet.
Open-Air-Party: ​Der Westhafen in Altlindenau schmeißt am Sonnabend wieder eine Party im Freien. Am Start sind Jan Oberlaender, Douglas Greed, Dapayk (Live) und Laetizia. Los geht es 20 Uhr bis 5 Uhr. Tickets an der Abendkasse oder bei TixforGigs.
Kunst statt Club: ​Der neunte City Crash, Leipzigs urbanes Festival für Kunst und Kultur, ist noch bis Sonntag zu erleben. Unter dem Motto „Parallelwelten“ zeigen die Kulturfabrik Werk 2, die Clubs Distillery, Elipamanoke und Mjut Kunstausstellungen von 75 Künstlerinnen und Künstlern. Umrahmt werden die Kunstgalerien von Live-Lyrik, DJs und Performances. Das gesamte Programm gibt es hier.
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