Ausflug in eine Miniatur-Welt + Kulinarischer Tipp aus Leipzig-Lindenau

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LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen und liebe Leser!
Das lange Pfingstwochenende ist Geschichte und in Leipzig war jede Menge los und mit dem Bachfest steht das nächste Großereignis bevor. Langsam, aber sicher schweifen die Gedanken gen Sommerurlaub. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit. Für den ein oder anderen Tagesausflug beispielsweise. Diese Woche haben wir einen Tipp, der Sie kurz hinter die Landesgrenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt führt. Im kleinen Schkopauer Ortsteil Ermlitz ist ein besonderer Miniaturenpark entstanden. Auf 400 Quadratmetern hat Karsten Rüdiger dort einen Parcours für Truckmodelle geschaffen. Wie gemalt für einen Vater-Sohn-Ausflug, den man von Leipzig aus sogar mit einer Radtour auf dem Elster-Radweg verbinden kann.
Und dann haben wir wieder auf die Leipziger Gastro-Landschaft geschaut. Die Corona-Lage erlaubt den Restaurantbesuch ja inzwischen wieder. Etwas Neues ist in Lindenau entstanden. LVZ-Gastro-Expertin Petra Mewes hat sich das “Lax & Sülze” in der Merseburger Straße angeschaut. Schauen Sie doch mal rein.
Und in unserer Rubrik “Neues aus Stadt und Region” hab ich eine Linkliste mit Tipps, Geschichten und Anregungen für weitere Ausflüge. Sie haben noch kein LVZ-Plusabo? Dann habe ich was für Sie: Mit dem Rabatt-Code LVZGASX können Sie es drei Monate testen - und zwar für einen Euro monatlich. Code über diesen Link eingeben. Und danach gleich die App (iOS/Android) holen. 
Viel Spaß beim Testen. Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Thomas Lieb

Tagesausflug zum Minitruckparcours in Ermlitz

Auf Initiative von Karsten Rüdiger ist der Minitruckparcours entstanden. Durch Solartechnik wird er im Dunkeln beleuchtet. Fotos: Laura Nobel
Auf Initiative von Karsten Rüdiger ist der Minitruckparcours entstanden. Durch Solartechnik wird er im Dunkeln beleuchtet. Fotos: Laura Nobel
Ein Kipplaster fährt durch die blühende Landschaft. Erst fährt er an einer Burg vorbei, bevor es über eine Brücke geht, die über einen Teich führt. Angekommen auf der anderen Seite sucht der Lastwagen die Tankstelle auf. Dann setzt er seine Fahrt fort und steuert das Betonwerk an.
Auf dem rund 400 Quadratmeter großen Areal in Ermlitz ist eine richtige Ortschaft entstanden - in Kleinformat. Denn es handelt sich um einen Minitruckparcours, den Privatpersonen in mühevoller Eigenarbeit erbaut haben. Am Wochenende hat der Spielplatz der besonderen Art eröffnet und ist nun täglich und kostenfrei für den ganzen Ort zugänglich.
Hinter dem Projekt stecken Karsten Rüdiger und seine Mitstreiter. „Am Anfang waren wir fünf Familien, die den Minitruckparcours auf die Beine stellen wollten. Am Ende sind nur zwei übrig geblieben“, erzählt Rüdiger, leidenschaftlicher Modellbauer und Pächter der Fläche an der Ecke Von-Haake-Straße/Auenblick. „Wenn es von Anfang an nur zwei Familien gewesen wären, hätten wir das nicht gemacht.“ Denn es sei viel Arbeit, einen solchen Spielplatz in Eigenregie zu errichten.
Vor mehr als einem Jahr begannen die Bauarbeiten, die sich schwieriger als gedacht herausgestellt hatten. Denn der Boden sei extrem fest, erzählt Rüdiger. „Wir konnten den Boden nicht ausheben, weil er so verdichtet ist.“ Stattdessen mussten 160 Tonnen Erde her. Über die Monate ist es den Modellbauern gelungen, eine Miniaturlandschaft mit Straßen, Hügeln, Brücken, Häusern und einem Fluss entstehen zu lassen. „Wir haben sogar ein Öl-Werk. Leuna ist ja nicht weit entfernt“, sagt Rüdiger.
Der Parcours bieten ein abwechselungsreiches Gelände für die Minitrucks. Laura Nobel
Der Parcours bieten ein abwechselungsreiches Gelände für die Minitrucks. Laura Nobel
Der Hingucker ist die Burg, auf der „Fort Ermlitz“ geschrieben steht. Rüdiger hat sie selbst gebaut. „Ich habe jedes schlechte Wetter genutzt. Wenn ich nicht draußen arbeiten konnte, habe ich an der Burg gebaut.“ Die bestehe aus Styrodur, einem wetterfesten und brandhemmenden Material. Auch seine dreijährige Tochter habe bei der Gestaltung des Parcours mitgeholfen, zum Beispiel beim Bemalen kleiner Häuschen.
Fertig sei der Parcours aber nicht. Er soll immer wieder erweitert werden. Ziel sei es, dass sich daran die Kinder im Ort beteiligen. Wer also noch eine Idee hat, was auf dem Parcours noch fehlt, der darf gerne etwas bauen. So habe zum Beispiel schon ein Vater mit seinem Sohn einen Turm gebaut, der nun auf dem Areal steht.
Der Parcours ist privat finanziert und konnte mithilfe von Unterstützern realisiert werden. So habe etwa ein Sponsor 170 Säcke Beton gestellt, damit die Straße gebaut werden konnte, so Rüdiger. Viele Firmen seien auch mit dem Preis heruntergegangen, als sie erfahren haben, dass etwas für Kinder entstehen soll. Zudem gab es zahlreiche Sachspenden von Ortsbewohnern, die zum Beispiel noch Baumaterial übrig hatten. Auch für die Pacht fallen keine Kosten an. „Da ich das Gelände den Kindern zur Verfügung stelle“, erklärt der Initiator, der froh ist, dass der Minitruckparcours nun eröffnet werden konnte.
„Wir haben viel Arbeit, Zeit und Nerven in das Projekt gesteckt. Aber wenn man jetzt die Kinder hier spielen sieht, weiß man, wofür man es getan hat. Das ist der Lohn.“
Info: Ermlitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Schkopau und befindet sich gleich hinter der Landesgrenze zu Sachsen. Wenn man so will gleich hinter der A9 auf sachsen-anhaltischer Seite. Von Leipzig aus gut mit den Fahrrad über den Elster-Radweg erreichbar (vom Leipziger Zentrum aus etwa 20 Kilometer).
Neu in Leipzig - das "Lax & Sülze" in Lindenau

Das Konzept von "Lax & Sülze" findet sich in Speisen, Getränken und Ambiente wieder – einfach gehalten, um es gut zu machen. Foto: Jonas Dengler
Das Konzept von "Lax & Sülze" findet sich in Speisen, Getränken und Ambiente wieder – einfach gehalten, um es gut zu machen. Foto: Jonas Dengler
Mit Lax & Sülze betreiben Tanja und Michael Vlcek in der Lindenauer Ex-Fleischerei Tempel eine Art öffentliches Wohnzimmer mit kleiner Küche. Unser Gastro-Tipp aus der Rubrik “Neu in Leipzig”.
Im Lax & Sülze ist nicht mehr viel übrig von den Zeiten, als hier die Fleischerei Reinhard Tempel ihr Geschäft hatte. Die Sülze im Namen. Die typischen weißen Fliesen. Und: Der aufgefrischte Name an der Fassade der Hausnummer 46 in der Merseburger Straße. Reinhard Tempel verkauft dort heute keine Sülze mehr. Inzwischen haben Tanja und Michael Vlcek einen Geheimtipp etabliert, der ins typische Lindenau passt: Eine Art öffentliches Wohnzimmer mit kleiner Küche. In der Fleisch eher sparsam zubereitet wird.
Tanja und Michael Vlcek in Ihrem Restaurant „Lax & Sülze“. Foto: Jonas Dengler
Tanja und Michael Vlcek in Ihrem Restaurant „Lax & Sülze“. Foto: Jonas Dengler
Der Leipziger Westen ist immer für eine Überraschung gut: Nicht nur auf der wuseligen Karl-Heine-Straße, sondern erst recht gleich um die Ecke in der Merseburger. Die wirkt an einem frühen Samstagnachmittag fast noch etwas verschlafen, doch das Schild „Lax & Sülze“ vor Hausnummer 46 und kleine Tische signalisieren, dass hier bereits Leben in der Bude ist. Auffällig cool wirkt nur der lange, weiß geflieste Tresen gleich am Eingang der verwinkelten Gaststube. Es strahlt einen ganz eigenen Charme aus: Von den Wänden wurde der Putz entfernt und das Mauerwerk freigelegt. Im Raum verteilt sind mehr kleine als große Tische. Platz bieten Hocker am Tresen, vor allem aber klassische, bequeme Sessel und Couches. Wohnlich wirken dazu Kissen, frische Blumen, schöne Leuchter, Kerzen und Kinderspielzeug.
Lachs und Sülze? Fehlanzeige.
Wer sich umsieht, entdeckt weitere Tische im Hinterhof. Da ist der Gast mittendrin im Kiez: Am Nachbartisch genießen Franzosen ein entspanntes, spätes Frühstück, ein Baum trägt frisches Grün, in Hochbeeten stecken Blumen- und Kräutertöpfe.
Draußen geht es entspannt und gemütlich zu. Foto: Jonas Dengler
Draußen geht es entspannt und gemütlich zu. Foto: Jonas Dengler
Blick in die Speisekarte. Lachs und Sülze? Fehlanzeige. Zu haben sind verschiedene Frühstücke, Gemüselasagne als Tagesgericht, Arme Ritter mit Marmelade, Creme Fraîche und Obst, auch Nachmittags-Snacks wie Hummus und Oliven oder gebratenes Gemüse, dazu den ganzen Tag frisch gebackener Kuchen. Wer sein Abendbrot nicht Zuhause essen will, kann sich Wurst- und Käseplatten oder etwas von allem bestellen. Dazu werden frisches Brot, Butter und Olivenöl serviert.
Umfangreicher als das Speisenangebot ist die Liste mit Getränken: Es gibt Wasser, Säfte und Limonaden, Kräutertee aus Baalsdorf, Weißweine aus Rheinhessen, dem Rheingau und der Pfalz, Rote aus Baden, dem Rioja und Apulien. Bier wird in Flaschen ausgeschenkt und bei der differenzierten Auswahl an Spirituosen und Mixgetränken sollte jeder etwas finden.
An einem frühen Nachmittag fällt die Wahl auf naturtrüben Apfelsaft – der überraschend klar und mit viel Eis serviert wird – sowie einen Cappuccino, außerdem Rühreier und die Gemüselasagne. Zum Tagesgericht gehört immer ein kleiner frischer Salat, angemacht mit einem mild abgeschmeckten Essig-Öl-Dressing, Apfelstücken und getrockneten Cranberrys, serviert im Schälchen. Die Eier sind flockig gerührt, im Körbchen liegen zwei Scheiben Mischbrot und ein duftendes Brötchen. Aus der dick mit Käse überbackenen, würzigen Lasagne quellen beim Schneiden Paprika-, Auberginen- und Tomatenstücke. Später entdecke ich noch saftigen Mandelkuchen, der wie die anderen Speisen auf gefälligen, weißen Tellern mit Goldrand serviert wird. Einfach, aber gut.
Durchdachtes Konzept wird auf zweiten Blick sichtbar
Miriam Bovenschen und Max Fischer, die gerade den Service wuppen, versichern, dass Kuchen, Quiches und Lasagne sowie alle Aufstriche, in der eigenen Küche selbst hergestellt werden. Brote und Brötchen kommen vom nahegelegenen Café Krüssmann oder von Backstein im Musikerviertel. Auch wenn der Name anfangs anderes suggeriert, gibt’s hier weder viel Fisch noch viel Fleisch. Lax hat eben nichts mit Lachs zu tun, sondern mit Lässigkeit. Und so wirkt manches auf den ersten Blick vielleicht improvisiert, wird auf den zweiten aber als durchdachtes Konzept sichtbar.
Für das hat Tanja Vlcek den Hut auf. Das Haus gehört, wie sie sagt, ihrem Mann Michael Vlcek, Geschäftsführer einer Leipziger Baufirma. Die Konstellation öffnet den beiden Freiräume mit kurzen Entscheidungswegen. Gastronomisch habe sie jahrelange Erfahrungen mit dem Cateringbetrieb „Goldener Hering“ gesammelt und dann hier „bewusst alles einfach gehalten, um es gut zu machen.“ Was es auch künftig nicht geben soll ist eine klassische Speisekarte. Lax & Sülze – das ist eine Mischung aus Café, Bistro und Szenekneipe, die ebenso urbane Lebensgefühle weckt wie der schlicht möblierte Hof, wo sich im Hinterhaus Leute zum Yoga, Lesen oder Musikmachen treffen können.
Adresse: Merseburger Str. 46, 04177 Leipzig, Tel. 0173-572 60 12,
Konzept: Café und Bistro mit einfacher, ganztagsfähiger Küche
Extras: Garten im Hinterhof, Hotelzimmer
Geöffnet: Mi – Sa 10 bis 22 Uhr, So 10 bis 18 Uhr
Preise: Frühstücke ab 4,90 Euro, Salat 3,50 Euro, Kuchen 3 Euro, Tagesgericht inkl. Salat ab 6,50
Kartenzahlung: Girocard, Master, Visa
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