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Auf den Spuren der Völkerschlacht: 8 Stationen in Leipzig

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen und Leser,
es war eine der größten Schlachten der Menschheitsgeschichte. Im Oktober 1830 trafen bei Leipzig über 600.000 Soldaten in blutigen Gefechten aufeinander. Auf der einen Seite die verbündeten Heere der Preußen, Österreicher, Russen und Schweden, auf der anderen Seite die Franzosen mit ihrem Feldherrn Napoleon Bonaparte. Als Völkerschlacht bei Leipzig ging der Kampf in die Geschichte ein. Seitdem sind mehr als 200 Jahre vergangen, doch Spuren dieser Schlacht können Sie noch heute in der ganzen Stadt entdecken. Mein Kollege Simon Ecker hat eine Route für Sie zusammengestellt, 12 Kilometer ist sie lang, Sie können spazieren oder radeln und müssen natürlich auch nicht alles abklappern. Die Wetteraussichten fürs Wochenende sind zwar nicht allzu rosig, trotzdem ist das heute mein persönlicher Lieblingstipp für Sie. Das Wetter konnte sich Napoleons Heer schließlich auch nicht aussuchen, nicht wahr? (Scherz - speichern Sie sich diesen Tipp doch für sonnigere Tage).
Ich jedenfalls spüre immer etwas Demut, wenn ich an einer Stelle stehe, an der vor zig Jahren Menschen etwas gemacht haben - oder in dem Fall: im Kampf gestorben sind - die sich nie hätten vorstellen können, dass 200 Jahre später Touristen mit Sneakern an den Füßen und womöglich Eistüten in der Hand auf ihre Grabsteine starren und mit Smartphones Fotos schießen. Will man das, in die Geschichte eingehen? Nun, vorerst ist mir lieber, ich gucke sie mir nur an, als selbst Teil davon zu werden. In diesem Sinne: Wagen Sie doch einen Blick auf diesen wirklich informativen Spaziergang, der sie zudem zur Genüge mit frischer Luft versorgen wird.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Herzliche Grüße
Ihre Julia Grass

Auf den Spuren der Völkerschlacht

Das Völkerschlachtdenkmal ist 91 Meter hoch und eines der Wahrzeichen der Stadt Leipzig. Foto: Andre Kempner
Das Völkerschlachtdenkmal ist 91 Meter hoch und eines der Wahrzeichen der Stadt Leipzig. Foto: Andre Kempner
Die verbündeten Heere der Preußen, Österreicher, Russen und Schweder auf der einen Seite - auf der anderen die Franzosen und ihr Feldherr Napoleon. Die Schlacht, die im Oktober 1813 über mehrere Tage tobte, und aus der die Alliierten letztlich als Sieger hervorgingen, war die entscheidende Auseinandersetzung der Befreiungskriege und gebot Napoleons Eroberungszug durch Europa vorerst Einhalt. Die Kämpfe, die vor allem im Süden Leipzigs stattfanden, gingen als Völkerschlacht bei Leipzig in die Geschichte ein. Und obwohl seit der Völkerschlacht schon mehr als 200 Jahre vergangen sind, lassen sich in und um Leipzig immer noch Spuren finden.
Die LVZ hat eine Route zusammengestellt, die Sie zu acht interessanten Orten der Völkerschlacht führt.. Hier finden Sie eine Google-Karte dazu.
1. Elsterbrücke-Denkmal (Kreuzung Jahnallee/Thomasiusstraße)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Als sich Napoleon am 19. Oktober 1813 mit seiner Armee aus Leipzig zurückzog, wollte er verhindern, dass seine Gegner die Verfolgung aufnahmen. Er gab deshalb den Befehl zur Sprengung der steinernen Brücke, die über den Elstermühlgraben führte und damals noch außerhalb der Stadt lag. Bereits die gewaltige Explosion forderte viele Todesopfer. Da die Brücke jedoch zu früh gesprengt wurde, war der Fluchtweg für 20.000 Soldaten des französischen Heeres abgeschnitten.Viele von ihnen starben beim Versuch den Fluss dennoch zu überqueren, unter ihnen auch der polnische Fürst Józef Antoni Poniatowski, dessen Grabplatte sich auf dem Alten Johannisfriedhof befindet.
2. Alter Johannisfriedhof 
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Der polnische Fürst Józef Antoni Poniatowski kämpfte auf Seiten Napoleons und deckte am 19. Oktober dessen Rückzug aus Leipzig. Nach der Sprengung der Elsterbrücke versuchte Poniatowski – bereits verwundet – den Fluss mit seinem Pferd zu durchqueren, ertrank jedoch beim Versuch. Sein Leichnam, der erst am 24. Oktober gefunden wurde, wurde zunächst auf dem Johannisfriedhof beigesetzt, ehe er später nach Krakau überführt wurde. An Poniatowskis Zeit auf dem Johannisfriedhof erinnert eine Grabplatte aus rotem Gestein, die an der Wand hängt. Unternehmungslustige können sich auf die Suche nach dieser Grabplatte machen und dabei noch viele weitere, oft schon verwitterte Grabsteine entdecken.
3. Russische Gedächtniskirche (Philipp-Rosenthal-Straße 51a)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Die Russische Gedächtniskirche am Friedenspark wurde 1913, anlässlich des 100-jährigen Gedenkens an die Völkerschlacht, eingeweiht und ist den 22.000 russischen Soldaten gewidmet, die im Kampf gegen Napoleon ihr Leben ließen. Eine Gedächtnistafel in deutscher und russischer Schrift am Eingang erinnert an diese Männer. Die Kirche kann außerdem besichtigt werden.
4. Apelstein (Kreuzung Prager Straße/Egon-Erwin-Kisch-Weg)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Die Apelsteine wurden von dem Leipziger Schriftsteller Guido Theodor Apel (1811-1867) zum Gedenken an die Völkerschlacht überall an wichtigen Orten der Kämpfe aufgestellt. Insgesamt stehen in Leipzig und Umland 50 solcher hüfthohen Steine. Der Apelstein Nr. 45 – am Straßenrand in Richtung des Völkerschlachtdenkmals – markiert die Stelle, an der die alliierten Monarchen am 19. Oktober 1813 vor dem Sturm auf Leipzig eine Abordnung des Leipziger Stadtrates empfangen haben.
5. Napoleonstein (Friedhofsweg am Wilhelm-Külz-Park)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
An der Quandtschen Tabaksmühle errichtete Napoleon am 18. Oktober 1813 seinen Befehlsstand. Von dieser Position aus beobachtete der Kaiser der Franzosen das Kampfgeschehen. Die Tabaksmühle wurde im Zuge der Völkerschlacht zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. Heute erinnert nur noch der Napoleonstein an den damaligen Standort.
6. Völkerschlachtdenkmal / Forum 1813 (Straße des 18. Oktober 100)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Mit einer Höhe von 91 Metern ist das Völkerschlachtdenkmal eines der Wahrzeichen Leipzigs und wurde nach 15 Jahren Bauzeit am 18. Oktober 1913, exakt 100 Jahre nach der Völkerschlacht, eingeweiht. Wenn es die Corona-Situation zulässt, können die eindrucksvolle Krypta im Inneren des Denkmals, die Aussichtsplattform und das angrenzende Museum „Forum 1813“ erkundet werden. Vor dem Völkerschlachtdenkmal befindet sich der „See der Tränen“, der an die vielen Tränen erinnern soll, die durch die Schlacht vergossen wurden.
7. Monarchenhügel (Straße Monarchenhügel)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Der Monarchenhügel liegt etwas versteckt in einem Wohngebiet ganz in der Nähe der Bahnhaltestelle Meusdorf. Ein schwarzer Obelisk markiert an der höchsten Stelle der Ortschaft den Platz, an dem der österreichische Kaiser Franz I., der russische Kaiser Alexander sowie der preußische König Friedrich Wilhelm III. am 18. Oktober 1813 die Schlacht verfolgten. Napoleon hatte seinen Befehlsstand an diesem Tag an der Quandtschen Tabaksmühle.
8. Galgenberg-Denkmal (Straße zw. Liebertwolkwitz und Wachau)
Foto: Simon Ecker
Foto: Simon Ecker
Bereits am 16. Oktober 1813 tobte auf den Feldern rund um das Galgenberg-Denkmal die Schlacht von Wachau. Napoleon hatte an diesem Tag dort seinen Befehlsstand. Bei einem Blick auf die weiten Felder kann man sich gut vorstellen, wie der Feldherr hier die Kämpfe mit seinem Fernrohr beobachtete. Interessant: Auf der Rückseite des Denkmals ist „Hiob 38, 11“ zu lesen. Die Inschrift verweist auf die Bibelstelle „Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter“. Und tatsächlich war dies der südlichste Punkt, an den Napoleon während der Völkerschlacht vorgedrungen ist. Denn nur zwei Tage später war seine Armee bis zur Quandtschen Tabaksmühle zurückgedrängt und am 19. Oktober 1813 musste Napoleon sich vollständig zurückziehen.
Von Simon Ecker
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