Wo Pilze sammeln Erfolg verspricht

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LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein schlotziges Steinpilz-Risotto, frische Spätzle und Pilz-Ragout oder vielleicht Rührei mit Pfifferlingen - an welches Gericht denken Sie zuerst, wenn Sie in die Pilze gehen? In der aktuellen Saison wachsen die oft geschätzten Leckerbissen besonders gut. Grund dafür ist vor allem, wie könnte es anders sein, das Wetter. Damit der Ausflug tatsächlich zum Erfolg wird, hat unsere Redaktion jede Menge Tipps zum Pilze sammeln zusammengetragen. Dabei erfahren Sie nicht nur Orte in der Region, die besonders erfolgsversprechend sind, sondern auch, wie Sie diese am besten erreichen und welche Pilzsorten wo am ehesten vorkommen.
(Bei aller Sammelfreude ist natürlich auch Vorsicht geboten: Im Zweifel lieber eine Pilzberatungsstelle aufsuchen.)
Für alle, die lieber gleich essen statt erst zu sammeln, habe ich auch ein paar gastronomische Tipps für Sie: Meine Kollegin Vanessa Gregor hat sich veganem Essen in Leipzig gewidmet. Dass rein pflanzliche Ernährung keineswegs Langeweile bedeutet, zeigen ihre Empfehlungen.
Außerdem mit dabei: Ideen für das bevorstehende Wochenende - falls es nach dem Pilze sammeln noch etwas Kultur sein darf. Genießen Sie die Zeit, gehen Sie - wenn möglich - raus.
Ihre Josephine Heinze

Die besten Orte zum Pilze sammeln

Sie ist schon etwas fortgeschritten, die Pilzsaison in diesem Jahr. Das feuchte – und zumindest zeitweise – auch warme Wetter hat dafür gesorgt, dass an manchen Stellen die Pilze geradezu aus dem Boden schießen. Wo sich diese ertragsreichen Plätze befinden, darüber schweigen sich erfahrene Sammler gerne aus. Deswegen haben sich unsere LVZ-Mitarbeiter wieder selbst auf die Suche gemacht, herumgefragt und dabei den ein oder anderen Geheimtipp ausgegraben.
Zunächst geht es mit dem Pilzkörbchen in den Landkreis Leipzig. Dabei sind die Wälder Neue Harth und das Oberholz bei Großpößna von Leipzig aus am schnellsten zu erreichen. Aber auch weitere Touren wie etwa in den Colditzer Forst oder den Thümmlitzwald lohnen sich. Wichtig dabei: Nur Pilze einsammeln, die man eindeutig identifizieren kann. Denn selbst alte Bekannte wie der Champignon oder der Steinpilz sind leicht mit ihren giftigen Verwandten zu verwechseln. Im Zweifel können Pilzberater helfen, giftige von essbaren Exemplaren zu unterscheiden
Wo gibt es in der Nähe von Leipzig die besten Plätze, um Pilze zu sammeln?
Wo gibt es in der Nähe von Leipzig die besten Plätze, um Pilze zu sammeln?
Neue Harth – der junge Wald am Cospudener See
Anfahrt: Zu dem großen, noch recht jungen Wald auf Kippengelände gelangt man entweder auf der B 186 von Zwenkau in Richtung Markranstädt. Noch vor der Auffahrt zur A 38 beginnt die Neue Harth. Erreichbar ist sie auch, wenn man von Großdeuben in Richtung Zöbigker und dort zum Hafen des Cospudener Sees fährt. Linkerhand beginnt der Wald. Der Parkplatz dort ist gebührenpflichtig. Städter können die Neue Harth auch über Markkleeberg erreichen, indem sie die B2 nehmen
Pilze: Verschiedene Baumarten sorgen in diesem Wald für die verschiedensten Pilze. Wie der Bornaer Pilzberater Günther Bunkahle sagte, gibt es neben dem leckeren Steinpilz dort auch den Grünen Knollenblätterpilz. Er warnte noch vor einem anderen Gebiet, wo dieser hochgiftige Pilz derzeit relativ häufig vorkommt: am Hainer See. Der Verzehr auch nur geringer Mengen kann zu einer tödlichen Pilzvergiftung führen, da die enthaltenen Gifte ein Leberversagen verursachen.
Einkehrmöglichkeiten: Am Hafen des Cospudener Sees laden mehrere Restaurants, Imbiss und Eisdielen ein.
Die Pilz-Saison ist in vollem Gange. (Foto: dpa)
Die Pilz-Saison ist in vollem Gange. (Foto: dpa)
Oberholz Großpößna – Stockschwämmchen und Schirmpilze
Anfahrt: Mit dem Auto gelangen Pilzsammler von Grimma und Leipzig aus am besten über die Staatsstraße 38 nach Großpösna. Die Regionalbahn 113 von Leipzig nach Geithain hält direkt am Oberholz. An der Rudolf-Breitscheid-Straße gibt es öffentliche Stellflächen.
Pilze: In dem Laubmischwald lassen sich Maronen und Steinpilze finden, vereinzelt auch Rotkappen. Im Herbst wächst der Hallimasch. Reichlich kommen dann auch Stockschwämmchen und Schirmpilze vor – bei ihnen besteht aber eine hohe Verwechslungsgefahr, weshalb Vorsicht geboten ist.
Einkehrmöglichkeit: Wer sich stärken will, findet im nahe gelegenen Pösna-Park von Montag bis Sonnabend unterschiedliche Speiseangebote. Ein paar Schritte weiter hat der „Grieche am Kuhstall“ im Rittergut täglich außer dienstags zur Mittagszeit und an den Abenden geöffnet.
Colditzer Forst – Steinpilze und Maronen
Anfahrt: Von Bad Lausick auf die B176 in Richtung Colditz fahrend, dauert es ungefähr eine viertel Stunde bis zum Colditzer Forst. Wenn man auf der B176 in Richtung Schönbach fährt, gibt es auf dieser Strecke einen Parkplatz.
Pilze: Im Colditzer Forst können Sammler alle möglichen Sorten finden. Von Steinpilzen über Maronen, sollten Suchende vor allem entlang der Bäche nachsehen. Da Pilze die Feuchtigkeit mögen, wachsen sie an solchen Stellen sehr häufig.
Einkehrmöglichkeit: Nach einem langen Spaziergang durch den Wald, bietet sich der Jägerstein im Herzen des Colditzer Forstes an, um sich auszuruhen. Gaststätten und Imbisse finden sich in den kleinen Städten und Dörfern um den Forst herum. Etwa der Heimatturm in Thumirnicht bei Colditz.
Steinpilze wachsen vor allem an Eichen. (Foto: dpa)
Steinpilze wachsen vor allem an Eichen. (Foto: dpa)
Thümmlitzwald – Hoffnung auf volle Körbchen
Anfahrt: Mit dem Auto gelangen Sammler am besten über die B107 bis Großbothen und dann nach Kössern zum Thümmlitzwald. An der Straße von Kössern durch den Wald befindet sich ein Waldparkplatz.
Pilze: Vor allem Steinpilze lassen sich im Thümmlitzwald finden. Diese wachsen an den Eichen. Auch Birkenpilze, Maronen und Champignons findet man hier. Waldchampignons werden allerdings oftmals mit giftigen Anis- oder Karbolchampignons verwechselt. Daher ist hier Vorsicht geboten.
Einkehrmöglichkeit: Zur Stärkung können Sammler im Gasthaus Ferienpark Thümmlitzsee in der Nähe des Waldparkplatzes einkehren. Von März bis Dezember hat das Restaurant immer an den Wochenenden geöffnet
Beim Sammeln ist Vorsicht geboten - im Zweifel sollten Experten befragt werden. (Foto: dpa)
Beim Sammeln ist Vorsicht geboten - im Zweifel sollten Experten befragt werden. (Foto: dpa)
Veganes Essen in Leipzig

Rein pflanzlich Essen muss nicht langweilig sein - ganz im Gegenteil. Das zeigt eine Auswahl verschiedener veganer Restaurants in Leipzig.
Symbiose
Was gibt es hier? Die reichhaltige Karte reicht vom Frühstücksangebot über Kuchen bis hin zum „Bio-California-Garden-Burger“ für den großen Hunger. Vegan ist hier alles, es gibt größere Hauptspeisen und kleinere Snacks sowie eine breite Auswahl an Getränken. Die Kuchentheke wechselt nach Tagesangebot und ist ein echter Geheimtipp.
Wie fühlt es sich hier an? Die Symbiose ist gemütlich und ohne Schickimicki. Hier lässt es sich locker nach einem Tag in der Stadt ausklingen oder mit einem Frühstück in den Tag starten. Bei gutem Wetter kann man draußen sitzen und das Flair der Karl-Liebknecht-Straße genießen.
Das Besondere? Die konsequent vegane Karte. Das Team legt Wert auf biologische Zutaten, die regional und saisonal angepasst sind. Auch Geschmacksverstärker oder industriell hergestelltes Essen kommt nicht auf den Teller.
Bewertung: 4 von 5
Adresse: Karl-Liebknecht-Straße 112, 04275 Leipzig
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr
Mac'n'Cheese - aber rein pflanzlich. (Foto: Vanessa Gregor)
Mac'n'Cheese - aber rein pflanzlich. (Foto: Vanessa Gregor)
An Chay
Was gibt es hier? Suppen, Nudeln oder hausgemachte Limo, das An Chay ist ein veganer Vietnamese, die Karte übersichtlich, aber reich an Auswahl. Klassiker wie Edamame oder Dumplings stehen zur Auswahl wie verschiedene Bowls. „ăn chay“ heißt übrigens „Vegetarier“.
Wie fühlt es sich hier an? Wie im Kurzurlaub. Das Lokal am Anfang der Karl-Liebknecht-Straße ist klein, aber nicht beengt. Es ist modern und dezent gestaltet, keineswegs überladen. Auch hier kann man draußen sitzen, allerdings ist die KarLi hier etwas lauter.
Das Besondere? Ganz klar: Die Karte in Zusammenspiel mit dem Ambiente. Es ist einfach cool im An Chay, das Essen kommt schnell und ist schon optisch ein Gedicht. Auch hier entfällt der anderswo nötige Zutatencheck. Bei manchen Gerichten fällt das vermeintlich „fehlende“ Fleisch gar nicht auf.
Bewertung: 5 von 5
Adresse: Karl-Liebknecht-Straße 1, 04107 Leipzig
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 11.30 bis 22 Uhr
Vietnamesische Küche gibt es im An Chay ganz ohne tierische Produkte. (Foto: André Kempner)
Vietnamesische Küche gibt es im An Chay ganz ohne tierische Produkte. (Foto: André Kempner)
Vleischerei
Was gibt es hier? Vöner, Vönerteller, veganes Gyros, Steäkteller oder Cürrywürst – die Schreibweise macht bereits deutlich: Ein gewöhnlicher Imbiss ist die Vleischerei auf der Eisenbahnstraße nicht. Hier gibt’s alles, was die gute Bratwurstbude um die Ecke hat, nur eben in veganer Variante – to go oder zum Essen vor Ort.
Wie fühlt es sich hier an? Die Vleischerei ist eher pragmatisch eingerichtet. Die großen Fenster lassen einen Blick aufs Treiben in der Eisenbahnstraße zu, bei gutem Wetter oder wenn es ziemlich voll ist, verteilt sich die Kundschaft auch vor der Tür. Bestellt wird – coronabedingt – entweder am Tresen oder am Platz.
Das Besondere? Hier wird Heißhunger befriedigt – und das nicht zu schlecht. Die klassischen Gerichte eines Imbisses mit veganem Alternativen ohne viel Drumherum und zu fairen Preisen sind super.
Bewertung: 5 von 5
Adresse: Eisenbahnstraße 128, 04315 Leipzig
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag, 16 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag, 12 bis 22 Uhr
Vegane Currywurst gibt es in der Vleischerei. (Foto: Vanessa Gregor)
Vegane Currywurst gibt es in der Vleischerei. (Foto: Vanessa Gregor)
Die Tipps zum Wochenende

45. Leipziger Jazz-Tage: Mehr als 30 Konzerte an zwölf Spielstätten sind bis zum 9. Oktober geplant. Auch für Kinder gibt es Angebote.
Lindenow-Festival: Zum 17. Mal findet im Westen von Leipzig ein Rundgang durch verschiedene Kunsträume statt. Los geht es am Freitag ab 18 Uhr Samstag und Sonntag jeweils schon ab 15 Uhr. Alle Infos.
Eröffnung von Whispers Records: Zur Neueröffnung des Leipziger Plattenladens spielen am Freitag ab 19 Uhr im Feinkost-Hof die Bands BSG9 rund um Bert Stephan und Hansi Noack sowie die Metaller Church Of Mental Enlightmen - alles bei freiem Eintritt.
MuKo-Premiere: Am 2. Oktober feiert in Leipzigs Musikalischer Komödie Franz Lehárs „Die Juxheirat“ Premiere. Thomas Schendel hat die Operette inszeniert, bei Tobias Engeli laufen die musikalischen Fäden zusammen.
Neues aus Leipzig und der Region

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