Sehnsuchtsort Sächsische Schweiz und Sternschnuppen über Leipzig

#42・
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen und liebe Leser,
ich habe eine alte Liebe wiederentdeckt. Den letzten Kontakt hatten wir vor 20 Jahren. Am Wochenende habe ich sie endlich wieder besucht. Und war sofort Feuer und Flamme - die Sächsische Schweiz. Atemberaubend schön. Mit ein paar kleinen Schrammen, die sie nur interessanter machen. Nach den vielen Jahren der Funkstille zwischen uns ist sie heute mehr stolze Dame als die Spielgefährtin von damals, mit der ich in den Wettstreit getreten war, ihre schroffen Felsen mit dem Kletterseil zu bezwingen.
Bei unserem jetzigen Wiedersehen bewanderte ich den Großen Zschand im Kirnitzschtal. Das Juli-Unwetter hatte sichtbare Spuren an diesem Sehnsuchtsort hinterlassen. Die Spuren der Überflutungen sind fast schon wieder beseitigt. Aber die Folgen des Borkenkäferbefalls an den Nadelbäumen, denen ein heftiger Sturm den Rest gegeben hatte, werden noch einige Zeit zu sehen sein. Die Sächsische Schweiz wird durch diese Narben nur interessanter. Ich habe mich auf dem Rundweg am Zeughaus unter, über, durch und um die umgestürzten Bäume gekämpft. Und dabei selbst einige Kratzer an Beinen und Armen von IHR übernommen (wie schön, wenn es Gemeinsamkeiten gibt…).
Zugegeben: Eine Tour, die nicht für einen schönen Familienausflug taugt. ABER: Mein Kollege Andreas Debski war ein paar Tage vor mir auch schon dort. Und hat die Region Berggießhübel besucht, Tipps für Aktivitäten gesammelt und wunderbare Fotos mitgebracht. Das ist unser heutiger Ausflugstipp für Reiseziele in Mitteldeutschland in diesem Sommer.
Ich jedenfalls warte nicht wieder jahrelang, um die alte neue Liebe wiederzusehen. So viel steht fest. Wie gut, dass mein Jahresurlaub erst noch bevor steht. Vielleicht trifft man sich ja: In der Kirnitzschtalbahn, bei einem Wein an der Elbe im Kurort Rathen oder beim Bummeln in Bad Schandau.
Haben Sie eine sonnige Woche,
liebe Grüße, Ihr Thomas Lieb.

Ausflugstipp Sächsische Schweiz

Im „Marie-Louise-Stolln“ von Berggießhübel. Foto: Achim Meurer
Im „Marie-Louise-Stolln“ von Berggießhübel. Foto: Achim Meurer
Kommen Sie mit auf eine Familientour nach Berggießhübel in die Sächsische Schweiz. Der kleine Kurort steht häufig im Schatten seiner bekannten Nachbarn entlang der Elbe. Bietet aber so viel mehr.
Vor 90 Jahren das erste offizielle Kneipp-Kurbad Sachsens
Ein 1600-Einwohner-Ort am westlichen Ende der Sächsischen Schweiz, durch dessen Mitte die Grenze zum Erzgebirge verläuft. Hütten- und Bergleute entdeckten hier schon vor 300 Jahren erste Heilwässer. August der Starke förderte einst das Badewesen, das sich bis heute in Sachsens erstem Kneipp-Kurort erhalten hat. Doch touristisch gilt Berggießhübel, das gemeinsam mit Bad Gottleuba eine Gemeinde bildet, noch immer als Geheimtipp. Die wild-romantischen Attraktionen verschwinden nicht selten im Schatten der Besuchermagneten, etwa der Bastei oder der Schrammsteine entlang der Elbe. Genauso selten wird Berggießhübel in einem Atemzug beispielsweise mit Bad Schandau oder Schmilka erwähnt.
So kommt es, dass das sich Berggießhübel seine Natürlichkeit und auch seine Gemütlichkeit erhalten konnte. Davon zeugt nicht zuletzt das Besucherbergwerk „Marie-Louise-Stolln“, das sich seit seiner Eröffnung 2006 mit etwa 20.000 Besuchern pro Jahr zu einem Markenzeichen gemausert hat. Es ist gerade einmal acht Jahrzehnte her, dass Bergleute zum letzten Mal in das Labyrinth aus nass-grauem Stein, das sich über den eingezogenen (Erwachsenen-)Köpfen wölbt, eingefahren sind. So heißt es, wenn die Bergleute hinter dem Mundloch verschwinden: Egal, wie sich über die Sode, sprich den Fußboden, bewegt wird – stets wird gefahren. Die Exkursion wird damit auch zu einem Grundkurs in Bergmännisch.
Bergführer Schiller und entführt die Besucher auf eine Zeitreise. Foto: Marco Förster
Bergführer Schiller und entführt die Besucher auf eine Zeitreise. Foto: Marco Förster
Doch das schmale Tal machen nicht allein die häufig uralten Grubengänge aus, die der Bergführer als einen „Schweizer Käse unter Berggießhübel“ beschreibt. Mario Scheinert von der Kurgesellschaft Bad Gottleuba-Berggießhübel muss mehrfach Luft holen, um all seine Empfehlungen aufzuzählen: der hoch oben gelegene Bismarckturm, die einzigartigen Medizinhistorischen Sammlungen in einer der größten zusammenhängenden Jugendstilanlagen Deutschlands, die letzte funktionsfähige Mahl- und Sägemühle im Gottleubatal, dazu die Max-Bähr-Mühle und selbstredend die beiden Kurkliniken. „Außerdem haben wir natürlich wunderschöne Wanderwege in einem sehr gut beschildertes Wegenetz durch unsere Wälder mit tolle Ausblicken“, fügt Scheinert hinzu.
Dabei sticht zweifellos der Forellensteig, der gleich neben dem Parkplatz des Besucherbergwerkes beginnt, heraus: Auf sechs Kilometer windet sich der Rundweg nahezu eben entlang des Gebirgsbachs Gottleuba, zunächst auf der früheren Schienentrasse, später durch einen wild-romantischen Märchenwald. 
Der Forellensteig. Foto: Marko Förster
Der Forellensteig. Foto: Marko Förster
Kinder können zwischen moosbedeckten Felsbrocken kriechen oder einen kleinen Wasserfall bestaunen, der sprudelnd über Sandsteinblöcke schießt. In den Sommertagen sollten für die Tour auch Badesachen eingepackt werden: Zur Belohnung liegt an der Wegstrecke, am Rand von Berggießhübel, das Freibad „Billy“, das auch über eine luftige Wasserrutsche verfügt.
Und noch einige Tipps mehr
  • Im Felslabyrinth von Langenhennersdorf lässt sich klettern bis Arme und Beine ordentlich schwer werden. Doch keine Angst: Durch die Gesteinsbrocken führt ein Weg nach Zahlen.
  • Waldhusche: ​Ein Tipp abseits der üblichen Touristenrouten ist das 66 Hektar große Naturerlebnisgelände Waldhusche bei Hinterhermsdorf. Auf vier miteinander vernetzten Themenwegen mit insgesamt 40 Stationen – wie einer Baumsägetreppe, einer Stammrutsche oder einer Kletterspinne – erfahren Kinder spielerisch Wissenswertes über den Wald. Das Gelände ist das ganze Jahr über frei zugänglich, der Haupteingang befindet sich am Parkplatz Buchenparkallee. Auch Führungen sind möglich: Telefon 035974 55166 oder 0173 3796451
  • Labyrinth: ​Bei Langenhennersdorf versteckt sich in einem Wald ein natürlicher Abenteuerspielplatz. Hier liegen riesige Felsbrocken so wild durcheinander, dass die Einheimischen dem Ort den Namen Labyrinth gaben. Zahlen in aufsteigender Reihenfolge markieren den Weg über Leitern, durch Höhlen und Felsspalten. Durch die „Nikolsdorfer Wände“ gelangt man am besten ab der Festung Königstein oder drei Kilometer von Königstein entfernt im Ortsteil Leupoldishain.
  • Felsen: ​Die Sächsische Schweiz ist ein Wanderparadies – und das hält auch für Familien mit Kindern einiges parat. Bei Berggießhübel befindet sich das Bielatal, in dem kleine und größere Runden gedreht werden können. Eine auch für Kinder (ab etwa 8 Jahre) interessante Route führt ab Ottomühle unter anderem durch die bizarren Herkulessäulen und über Großvaterstuhl, Johanniswacht und Sachsenstein. Spektakulär ist auch das Hintere Raubschloss im Elbsandsteingebirge (Winterstein): Die Runde startet am besten im Kirnitzschtal (Buschmühle oder Neumannmühle) und geht schließlich über eine meterhohe, nahezu senkrechte Leiter, die aus einer Höhle auf das Plateau führt. Je nach Kondition und Alter können Bärenfangwände, Frienstein, Richtergrotte und/oder Heringsloch integriert werden. 
  • Klettern: ​Die Sächsische Schweiz gilt als eine Wiege des Klettersports – heutzutage sind viele Angebote auch auf Familien mit Kindern zugeschnitten. So lädt zum Beispiel Nationalparkführer Mario Wolf regelmäßig sonnabends zur Höhlentour inklusive Schatzsuche und bietet außerdem „Waldspiele auf dem Meeresgrund“. Wer noch wagemutiger ist, kann auch Kletterkurse besuchen, zum Beispiel vom Aktiv-Zentrum Bad Schandau oder von der Kletterschule „Ottendorfer Hütte“. Hoch hinaus geht es auch im Kletterwald Königstein und in den Kletterhallen Heidenau und Sebnitz. Mehr Abenteuertouren finden sich auf den Internetseiten vom Nationalpark und des Elbsandsteinguides.
  • Freizeitland: ​Eine Hochbahn, Wellenrutschen, ein Kletterberg und ein Abenteuerspielplatz warten auf erlebnishungrige Kinder im Elbe-Freizeitland in Königstein. Mutige Teenager können auch im Actiontower ihren Mut beweisen: Hier können sie sich 25 Meter tief abseilen oder mit der Seilbahn Flying Fox ins Tal sausen. Für Kleinkinder gibt es einen separaten Parcours. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Die Familienkarte kostet 38 Euro, Einzeltickets zwischen 7 Euro (Behinderte), 9 Euro (bis 14 Jahre) und 12 Euro (Erwachsene).  
  • Natur: ​Die Kinder- und Jugendbildungsstätte „Sellnitz“ des Nationalparks Sächsische Schweiz liegt nicht nur idyllisch am Lilienstein – auf und um den ehemaligen Dreiseithof gibt es auch jede Menge zu entdecken. So tauscht man hier das Handy einmal gegen das Baumtelefon, um die Leitfähigkeit des Holzes nachzuempfinden. Oder fühlt unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten beim Gang über den Barfußpfad. Am Augenbaum kann man erleben, wie verschiedene Tiere sehen und auch Stationen wie die Kräuterspirale. Für Familien werden auch Wanderungen wie „Natur erfahren mit allen Sinnen“ angeboten. Informationen hier sowie Telefon 035022 900620 oder -622.
  • Eisenbahn: ​Die Sächsische Schweiz gilt auch als Eldorado für Eisenbahnfans – oder solche, die es möglicherweise noch werden wollen. In Dorf Wehlen bietet der Miniaturpark das Elbsandsteingebirge in Klein und natürlich auch eine Bergbahn auf 8000 Quadratmeter (täglich 10 bis 18 Uhr). Eine gewaltige Anlage ist in den Eisenbahnwelten in Kurort Rathen (täglich 10 bis 18 Uhr) aufgebaut worden: Auf 4600 Meter Gleis verkehren 36 Züge – es handelt sich damit um die größte Miniaturgartenbahnanlage der Welt. Weitere Bahnerlebnisorte finden sich hier.
von Andreas Debski
Tipp für die Nacht - Sternschnuppen gucken

Sternschnuppen sind in den kommenden Nächten gut zu beobachten.
Sternschnuppen sind in den kommenden Nächten gut zu beobachten.
In den kommenden Nächten flitzen hunderte Sternschnuppen über den Himmel und laden zum nächtlichen Wünschen und Staunen ein. Im Osten Deutschlands werden die Perseiden an vielen Orten gut zu sehen sein.
Die kommenden Nächte bieten reichlich Gelegenheit, sich etwas zu wünschen: Hunderte Sternschnuppen flitzen über den Himmel, an vielen Orten im Osten Deutschlands dürften sie gut zu sehen sein. Das geht aus einer Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Dienstag hervor.
Vor allem in der Nacht zum Freitag sollen zahlreiche Sternschnuppen – sogenannte Perseiden – den Himmel verschönern. Dabei versperren laut einem DWD-Sprecher nur teilweise Wolken die Sicht. Das gelte für Thüringen, Sachsen , Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg.
So soll es in der Nacht zum Donnerstag kaum Wolken geben, bei Temperaturen von mindestens rund 12 Grad. In der Nacht zum Freitag soll es noch milder werden mit 15 bis 19 Grad. Einige Wolkenfelder zögen von West nach Ost, doch die Bedingungen seien trotzdem insgesamt günstig, sagte der Sprecher.
Jedes Jahr in der ersten Augusthälfte sorgt der Meteorstrom der Perseiden für ein Spektakel am Nachthimmel. Die Perseiden heißen so, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen.
Sternschnuppen über Sachsen: So können sie die Perseiden beobachten
Was ist am Wochenende los?

Die Leipziger Markt Musik geht auch am Wochenende weiter. Foto: Christian Modla
Die Leipziger Markt Musik geht auch am Wochenende weiter. Foto: Christian Modla
Freitag
  • Entdeckertage Elefanten: ​Natürlicher Sandboden, Regen auf Knopfdruck, mehrere Badebecken, Schlammsuhlen, Beschäftigungsmöglichkeiten – die Elefanten des Leipziger Zoos sind in ihrem Tentempel Ganesha Mandir seit 15 Jahren gut umsorgt. Am Donnerstag und Freitag lädt der Zoo jeweils von 9 bis 19 Uhr zu den „Entdeckertagen Elefanten“ ein. Die Besucherinnen und Besucher können die Innenanlagen des Elefantentempels erkunden, die sonst nur den grauen Riesen und ihren Pflegern vorbehalten sind. Außerdem gibt es Mitmachangebote des Fördervereins und des Zoolotsenteams.
  • Musik am Ufer: ​Am Falkenhainer Ufer des Kulkwitzer Sees in Markranstädt packen am Freitag ab 17 Uhr „Landstreicher auf See“ ihre Instrumente aus. Zu hören gibt es ein Konzert mit Mitgliedern des Gewandhausorchesters, des MDR Sinfonieorchesters und der Anhaltinischen Philharmonie Dessau.
Samstag
  • Nisthilfen für Wildbienen: ​Ein Workshop zu Wildbienen findet am Sonnabend von 11 bis 14.30 Uhr im Stadtgarten H17 in Lindenau, Hähnelstraße 17, statt. Doktorandin und Bienenforscherin Lucie Marie Baltz gibt Einblick in die Welt der Wildbienen und Tipps zum Bauen von Nisthilfen. Im praktischen Teil können kleine Bienenhotels selbst gebaut werden. Anmeldung ist erforderlich, bitte per Mail an h17-bildung@freiraumsyndikat.de
  • Livemusik: ​Das Außengelände des Kunstkraftwerks verwandelt sich am Sonnabend von 16 bis 24 Uhr in einen Open-Air-Club. Beim „House Picknick“ treten vier Künstlerinnen und Künstler auf, die normalerweise in den Clubs Distillery, Elipamanoke, Institut für Zukunft und Mjut anzutreffen sind – Ttyfal, Luzi, Greata und Translucid. Tickets gibt es hier zu kaufen.
Sonntag
  • Kuriose Pflanzen: ​Im Botanischen Garten, Linnéstraße 1 beginnt um 14 Uhr die Sonntagsführung mit dem wissenschenschaftlichen Leiter Martin Freiberg. Diesmal mit einer Besonderheit: Der neue Kuriositätenpfad wird eröffnet. Dafür wurden ausschließlich Pflanzen mit verrückten und außergewöhnlichen Eigenschaften und spannenden Geschichten ausgewählt.
  • Leipziger Marktmusik: Nach zehn Tagen geht am Sonntag vorm Alten Rathaus die diesjährige Leipziger Marktmusik zu Ende. Bei den letzten beiden Livekonzerten sorgen um 17 Uhr das Vokalensemble Slixs und um 20 Uhr die Bigband der Musikschule Leipzig für Stimmung.
  • Rätseltour durch die Natur: ​Naturbegeisterte Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre sind zu einer Erlebnistour durch den südlichen Auwald eingeladen. Sie dauert etwa drei Stunden, ist aber leicht zu schaffen. Unterwegs finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer heraus, was ein Auwald eigentlich ist, welche Bedeutung er für den Naturschutz hat und welche essbaren Wildpflanzen darin wachsen. Als Höhepunkt der Tour mit den Tourguides von Natur-Abenteuer-Leipzig geht es auf den Fockeberg. Die Erlebnistour beginnt am Sonntag 10 Uhr am Parkplatz Richard-Lehmann-Straße/B2, Ticket können hier gebucht werden.
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