Schnee auf dem Fichtelberg und Lichtspiele im Vogtland

#49・
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es ist soweit: Der erste Schnee der Saison ist gefallen. Gut, so richtig viel war am Mittwochmorgen nicht auf dem Fichtelberg zu sehen. Statt winterlicher Schneedecke fiel der Niederschlag eher in die Kategorie Puderzucker. Auch der Deutsche Wetterdienst schätzt, dass es bis zum ersten größeren Schneefall in Sachsen noch ein wenig dauern wird. Dennoch fallen die Temperaturen merklich und die Tage werden dunkler.
Licht ins Dunkel könnte da der Ausflug der Woche bringen: In Bad Elster, das gar nicht so weit vom Fichtelberg entfernt liegt, schmückt seit kurzem eine magische Lichterwelt die Parklandschaft des Kurortes. Wieso sich der Besuch lohnt, können Sie in unserem Tipp nachlesen.
Einen kulinarischen Tipp habe ich auch für Sie - und der lässt sich ganz unabhängig von Wind und Wetter umsetzen. Mehrere Leipziger Kneipen und Restaurants bieten selbst gebrautes Bier an. Mein Kollege Mark Daniel hat ein paar von ihnen getestet. Wollen Sie es ihm gleichtun? Dann könnte diese Frische-Luft-Ausgabe der Startpunkt für Ihre Brau-Tour durch die Messestadt sein.
Egal, wofür Sie sich entscheiden: Schnappen Sie zwischendurch frische Luft!
Ihre Josephine Heinze, Chefin vom Dienst

Ab ins Vogtland, wo Landschaften leuchten

Das Vogtland im Lichterglanz, plastische Skulpturen in der Nacht: Das royale Bad Elster präsentiert sich im südlichsten Zipfel Sachsens in monarchischer Pracht. An der Grenze zu Tschechien leuchtet nun dauerhaft eine magische Lichterwelt. Das ungewöhnliche Gemeinschaftsprojekt mit der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft soll kostenfrei bleiben.
„Mit der attraktiven Lichtinszenierung möchten wir das ganze Jahr über zum Flanieren einladen: am Tag und in der Nacht, auch ganz besonders jetzt zur Belebung der dunkleren Jahreszeit“, erklärt Gernot Ressler, Geschäftsführer Sächsische Staatsbäder GmbH. „Bei uns ist der Star das, was angeleuchtet wird.“ Ein Hauch von Versailles im Vogtland.
Der Waldspringbrunnen. Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Der Waldspringbrunnen. Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Das schlägt sich allerdings auch in den Kosten nieder. Knapp drei Millionen Euro sind in die aufwändige Illumination geflossen, die sich durch den ganzen Ort zieht. Das hat unter anderem damit zu tun, dass strengste denkmalpflegerische Auflagen berücksichtigt werden mussten. Denn am Tag soll keine einzige Lampe zu sehen sein.
Im Prinzip geht es bei den sowohl blühenden als auch beleuchteten Landschaften um eine Art „Geschmacksverstärker“. Denn Bad Elster bietet mit seinen historischen Parkanlagen und der mondänen Bäderarchitektur seit der Ernennung zum Königlich-Sächsischen Staatsbad 1848 bereits eine einzigartige Erholungslandschaft, die von europäischen Gartenarchitekten ganz bewusst für diesen Zweck gestaltet wurde. Das hat sich auch bei den reiselustigen Sachsen in Leipzig und Dresden herumgesprochen.
Mit der Illumination ziele man nun auch auf Park- und Architekturliebhaber, Bildungs- Gruppen- und Individualreisende, sagt Ressler. Sie sollen sehen, welchen „überraschenden Erlebnischarakter die detailreichen Kunstwerke durch die abendliche Spezialbeleuchtung erhalten“. Wer nun Lust auf einen kurzfristigen nächtlichen Trip ins Vogtland bekommt: Parkmöglichkeiten bestehen beispielsweise im Parkhaus Zentrum/Albert Bad, am Tag ein modernistischer Holzbau, der in der Nacht von Lichtwellen umflossen wird, sowie am großen öffentlichen Parkplatz am Ortseingang (kostenfrei). Bis jeweils Mitternacht leuchtet Bad Elster in der neuen Pracht.
Das königliche Kurhaus in Bad Elster. Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Das königliche Kurhaus in Bad Elster. Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Die Arbeiten für das moderne Lichtdesign laufen seit mittlerweile vier Jahren. Verantwortlich dafür zeichnet die Görlitzer Lichtdesignerin Ulrike Birnbaum. „Wir haben mit dem Projekt ein zusammenhängendes Lichtnetz geschaffen, das Plätze von Interesse in den Königlichen Anlagen akzentuiert und in einer Erlebniswelt voll satter Lichtklänge und umhüllender Farben miteinander verbindet“, erklärt sie. Und fügt hinzu: Was die Besucher hier in den Abendstunden erwarte, sei einmalig.
Zahlreiche Illuminationen und Lichtgestalten visualisieren nunmehr dezent die historische Gesamtanlage. Die Besucherinnen und Besucher flanieren durch weitläufige gepflegte Parkanlagen, wandeln über erleuchtete Promenadenwege vom Albert Park über den Badeplatz bis hin zum Waldpark, wo eine Hexe und zwei Künstler über den Wanderern schweben. Hin zu mystischen Orten und erleuchteten Kunstwerken vor schimmernden Wasserspielen und in glühender Naturkulisse.
Kurregion um Bad Elster und Bad Brambach legt zu
Dass Ludwig XIV. angesichts des nächtlichen Prunkes seinen Status als „Sonnenkönig“ an den Nagel gehängt hätte, scheint mehr als wahrscheinlich. Denn die Region um Bad Elster und Bad Brambach (wo jüngst ein modernes Radontherapiezentrum eröffnet wurde) ist nunmehr um ein gestalterisches Juwel beim Aufbau einer vogtländischen Bäderlandschaft reicher.
Eine Skulptur in der Wandelhalle.  Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Eine Skulptur in der Wandelhalle. Bildquelle: Sächsische Staatsbäder
Die einzigartige Soletherme und Saunawelt Bad Elster, das Therapie- und Wohlfühlzentrum des historischen Albert Bads oder auch das Programm des König Albert Theaters auf historischen Veranstaltungsstätten waren bereits Eckpfeiler einer rasanten Entwicklung in historisch kurzer Zeit in einer Region, die im harten Wettbewerb mit anderen Kurbädern in Deutschland steht.
Bleibt also nur noch die kritischen Frage: Wird die Lichtverschmutzung im Vogtland dadurch größer? Geschäftsführer Ressler verneint das vehement: „Wir machen hier doch kein Las Vegas.“ von Roland Herold
Selbst gebrautes Bier in gemütlichen Kneipen

Nach Kaffee und Wasser ist Bier das Lieblingsgetränk der Deutschen. Abseits der Branchenriesen wächst auch in Leipzig die Popularität lokal gebrauter Biere. Die LVZ hat Orte besucht, an denen sie nicht nur den Herstellungsprozess durchlaufen, sondern auch ausgeschenkt werden – große Locations wie Geheimtipps.
Plagwitzer Brauerei im „Kessel Buntes“
Was gibt es hier? Die Brauerei ist Teil vom „Kessel Buntes“, einem Mix aus Location für Feiern, Kantine, Kneipe, Hofladen und Produktionsküche für kleine Leipziger Lebensmittelmanufakturen. Gebraut wird hier Rotbier, Ale und Blondes, in der kühleren Jahreszeit soll es neue Sorten geben. Ein halber Liter kostet nur 3,50 Euro – das ist preiswert für Leipzig.
Wie fühlt es sich an? Der Ort von Brauer Jakob Treige möchte der neutrale Punkt zwischen Hipster-Location und konservativ-rustikalem Urwuchs traditioneller Brauhäuser sein. Dem entspricht die schlichte, gemütliche, unaufgeregte Einrichtung. Ein Ort zum Wohlfühlen für alle.
Brauer Jakob Treige im „Kessel Buntes“ in Plagwitz. Quelle: Kempner
Brauer Jakob Treige im „Kessel Buntes“ in Plagwitz. Quelle: Kempner
Das Besondere: Außer Wein ist hier nichts zu haben, was nicht handwerklich in Leipzig hergestellt wurde. Neben eigenem Bier gibt’s lokale Spirituosen, selbstgemachte Limo und Snacks. Biertreber, festes Überbleibsel aus dem Brauprozess, wird durch die Kooperation mit der nahegelegenen Bäckerei Kupfer zur Herstellung eines besonderen Brotes genutzt und angeboten. Nachhaltiger geht’s nicht.
Fazit & Bewertung: Ein sehr schöner Ort mit hochwertigen Produkten auch jenseits des Braukessels und einem freundlichen, aufgeschlossenen Betreiber. Ist mehr als einen Besuch wert und verdient 5 von 5 Punkten.
Adresse: Klingenstraße 22, 04229 Leipzig.
Öffnungszeiten: Do bis Sa ab 17 Uhr.
Bayerischer Bahnhof
Was gibt es hier? Bayerische Küche, À-la-carte-Bereich, mehrere Gasträume, Biergärten sowie Veranstaltungsräume – und vor Ort gebrautes Bier aus riesigen kupfernen Kesseln. Neben der Gose sind die Stammbiere „Kuppler“ (Weißbier), „Heizer“ (Schwarzbier) und „Schaffner“ (Pils). Hinzu kommen Saisonbiere. 0,5 Liter kosten jeweils 4,60 Euro.
Wie fühlt es sich hier an? Imposant und urwüchsig. Das liegt an Größe und Bedeutung des historischen Ortes sowie an der klassizistischen Architektur und der Holzsitzlandschaft. Das wirkt massiv und dennoch gemütlich, repräsentativ und trotzdem bodenständig.
Das Besondere? Die Atmosphäre der über 160-jährigen Geschichte des Areals und die große Auswahl. Seit langem ist der Bayerische Bahnhof ein Touristenmagnet.
Braukessel im Bayerischen Bahnhof. Quelle: André Kempner
Braukessel im Bayerischen Bahnhof. Quelle: André Kempner
Fazit und Bewertung: Das Angebot ist groß und das Personal sehr freundlich. Weil es unterschiedliche Räume und auch ruhige Nischen gibt, wird es trotz aller Betriebsamkeit nie hektisch. Und es schmeckt! 5 von 5 Punkte.
Adresse: Bayrischer Platz 1, 04103 Leipzig, Telefon 0341 1245760, www.bayerischer-bahnhof.de
Öffnungszeiten: Täglich zwischen 12 und 22 Uhr
Brauhaus Napoleon
Was gibt es hier? Eine Menge gutbürgerliche Küche und eigenes Bier, genießbar in vier Räumen unterschiedlicher Größe für insgesamt knapp 300 Gäste sowie im Biergarten. Der halbe Liter helles „Napoleon“ kostet 4,30 Euro, das „Spezial“ 4,70 Euro. Das 3er Probierbrettchen, aufgestockt um Hefeweizen, kostet nur 3,50 Euro.
Wie fühlt es sich hier an? Das Brauhaus in Probstheida bietet pure und zeitlose Wirtshaus-Atmosphäre. Das Stimmengewirr der Gäste legt den Soundteppich, es duftet nach Sauerkraut, das Personal wuselt durch die Gänge. Der berühmte Rochlitzer Porphyr ist nicht nur von außen zu sehen, er ummantelt auch die Säulen in der Braustube.
Das Besondere? Die Historie vor allem: Am 18. Oktober 1813 trafen sich Kaiser Napoleon und König Murat von Neapel im Garten des brennenden Gasthofes, um über den Rückzug der Franzosen aus der Völkerschlacht zu entscheiden.
Probierbrettchen im Brauhaus Napoleon. Quelle: Mark Daniel
Probierbrettchen im Brauhaus Napoleon. Quelle: Mark Daniel
Fazit & Bewertung: Wer es rustikal und urwüchsig mag, hier ist hier goldrichtig. Hier wird man aufmerksam und sehr freundlich bedient. Kleiner Minuspunkt: Details zu den eigenen Sorten bekommt man nur bei den Brauführungen donnerstags und samstags, in der Karte steht nichts dazu. Dabei gleicht man doch gern die eigene Beurteilung mit der des Gastgebers ab. 4 von 5 Punkten.
Adresse: Prager Str. 233, 04289 Leipzig, Telefon 0341 2467676, www.brauhaus-leipzig.com
Öffnungszeiten: Mo bis So ab 11 Uhr, ab Dezember Mo bis Sa ab 11 Uhr, So 11-15 Uhr
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