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Idylle auf Gut Gabelitz und ausgefallene Drinks

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute ist der erste Herbsttag - es wird also bald mehr graue Tage geben. Ausflügen steht das natürlich nicht im Weg. Gemütlich eingepackt können Spaziergänge auch bei Nebel oder niedrigeren Temperaturen gefallen, bunt gefärbtes Laub kann Farbe in die dunkleren Monate bringen und eine Tasse Tee oder Kakao wärmt während der Pausen auf.
Alternativ bieten sich Ausflüge an, die neben Natur auch indoor etwas bieten: so wie das Gut Gadewitz. Der Vierseitenhof liegt idyllisch zwischen Obstbäumen in Großweitzschen in Mittelsachsen. Dort wird Öl hergestellt, regional und möglichst natürlich, während Hund und Katz umherstromern.
Im Herbst werden die Tage nicht nur etwas grauer, sondern auch kürzer - umso wichtiger ist es, auch die Abende zu nutzen. Zum Beispiel in einer guten Bar. Dass es davon jede Menge gibt, zeigt ein Streifzug durch Leipzig. Ob Zedernholz, Cherrytomaten oder Rote Bete - langweilig wird es damit weder im Highball-Glas noch in der Champagnerschale.
Und: Freuen Sie sich nun auf den Herbst? Ich bin optimistisch!
Ihre Josephine Heinze

Ländliche Idylle und Regionalität auf Gut Gadewitz

Montags und dienstags, wenn der Hofladen geschlossen hat, ist es ganz ruhig auf dem Gut Gadewitz. Der Vierseitenhof, den die Familie vor 25 Jahre kaufte, ist schon lange zu einem Zuhause geworden. Hier sind die beiden Töchter aufgewachsen, haben später sogar hier geheiratet – zwischen Nuss- und Birnenbäumen. Hier streunert Kira, eine 16 Jahre alte Hunde-Dame, herum, während sich Elsa, die Katze, ihre Krallen im Liegen wetzt. Die Sonne blitzt durch die beiden Weidentipis, die Maja Horlacher und ihr Mann Dieter vor vielen, vielen Jahren einst für die Kinder pflanzten. Jetzt spielen dort die Kinder der Leute, die dem Hofladen von Maja Horlacher einen Besuch abstatten.
Das Gut Gadewitz. Foto: Sven Bartsch
Das Gut Gadewitz. Foto: Sven Bartsch
Als die Horlachers das Gut in Gadewitz vor einem Vierteljahrhundert kauften, war von Hofladen und Ölmühle noch keine Rede. „Wir wussten nur, dass wir den Hof erhalten und etwas daraus machen wollten“, erinnert sich Maja Horlacher zurück. Einige Jahre später fällt die Entscheidung für den Hofladen. „Aber nur, wenn wir auch selber was machen“, sagte sich das Paar damals. Seitdem bauen sie verschiedene Saaten an und stellen ihr eigenes Öl her. Rapsöl, Sonnenblumenöl und Öl aus Hanf, Lein oder Leindotter. Letzteres ist milder im Geschmack, für diejenigen, denen Lein zu bitter ist.
Damit der Geschmack auch möglichst natürlich erhalten bleibt, wird das Öl in Gadewitz ausschließlich kalt und auch nur in einem Durchgang gepresst. „So bleiben alle Inhalts- und Geschmacksstoffe erhalten“, erklärt Maja Horlacher. Die Ölmühle, die sich die Familie vor 15 Jahren neu anschaffte, wird mit Solarstrom betrieben. „Wir arbeiten schon immer nachhaltig“, sagt sie. Das Saatgut kommt nicht von irgendwoher, muss keine langen Transportwege zurücklegen. Der Strom wird selbst produziert und selbst das, was beim Pressen übrig bleibt, wird entweder zu Mehl weiter verarbeitet oder landet bei den Pferden als Leckerei.
Maja füllt Öl ab. Foto: Sven Bartsch
Maja füllt Öl ab. Foto: Sven Bartsch
Bislang wird jeder Arbeitsschritt – pressen, abfüllen, verschließen und etikettieren – in Handarbeit erledigt. Während Dieter Horlacher als Ölmüller die Silos befüllt und die Saaten anschließend mit der Schneckenpresse bearbeitet, kümmert sich seine Frau um alle weiteren Arbeitsschritte. Künftig wollen die Horlachers das ändern. Einige Arbeitsschritte sollen technisiert werden. Dazu ziehen Abfüllanlage, Verschließ- und Etikettiermaschine ein. Und das Paar hat noch mehr Pläne: Die Scheune samt Produktionsraum soll zur gläsernen Manufaktur werden. Eine Dauerausstellung soll jeden, der es möchte, über die Geschichte des Ölpressens informieren. Dabei dürfen Besucher einen Blick in die Produktionsräume werfen. Die Umbauten sollen bald starten, eine große Glasfront ist das Herzstück. „Es gibt immer wieder Leute, die unser Öl hier kaufen und sich auch dafür interessieren, wie es hergestellt wird“, sagt Maja Horlacher.
Das eigene Öl räumt Maja Horlacher in eines der Regale im Hofladen. Dort ist es in guter Gesellschaft. Unzählige Produkte aus der Region reihen sich aneinander. Da bringt der Biobäcker aus Taubenheim das frische Brot. Die Leipachers schleppen Kisten mit Obst und Gemüse aus ihrer Biogärtnerei in Niederlützschera nach Gadewitz, während Claudia Fahs aus Goselitz ihren Schmuck aus gebranntem Ton im Hofladen aufhängen darf. Die Liste ist lang. „Sachsen hat schon viel zu bieten“, sagt Maja Horlacher. Die rappelvollen Regale in ihrem Laden sind der Beweis dafür. Alles stammt immer aus handwerklicher Produktion und artgerechter Haltung, ist oft bio und aus ökologischem Anbau. „Als ich angefangen habe, hatte ich nur Produkte, die auch wirklich hier angebaut werden. Mittlerweile habe ich zum Beispiel auch Zitronen im Angebot, weil mich die Leute danach fragen“, erklärt sie, wie sich ihr Hofladen in den vergangenen Jahren entwickelte.
Die Öle gibt es auch aromatisiert. Foto: Sven Bartsch
Die Öle gibt es auch aromatisiert. Foto: Sven Bartsch
Die Menschen, die den Weg nach Gadewitz finden, tun das ganz bewusst. Laufkundschaft gibt es hier nicht. Es sind die unterschiedlichsten Menschen, die im Hofladen von Maja Horlacher einkaufen. Die Frau, die gerade Mutter geworden ist und für ihr Kind gesund kochen möchte. Menschen, die ganze Wocheneinkäufe hier machen. Öl-Kunden. Geschenkekäufer. Perspektivisch wollen die Horlachers die Öle auch im eigenen Online-Shop anbieten.
Gut Gadewitz, das ist vor allem Familienstätte. Zu den bekannten Öffnungszeiten aber lassen sie die Menschen an ihrer Leidenschaft teilhaben. Dann öffnet Maja Horlacher die Tür zu ihrem Hofladen, ihr Mann Dieter presst das Öl an der Mühle und Katze Elsa macht mit einem Miau auf sich aufmerksam. Von Stephanie Helm
Besondere Bars, ausgefallene Drinks

Der Zug durch die Leipziger Barszene startet in André Pintz‘ Imperii am Brühl. Routiniert mixt die Barfrau für einen Black Forest Punch Monkey47 Gin und Schlehe mit Spuren von Zedernholz und Beeren im Shaker, schüttelt den nicht irgendwo in der Luft, sondern profimäßig neben dem Kopf. Durch ein Barsieb füllt sie den Drink dann mit prickelndem Sekt in einen irdenen Becher und stellt den mit einem Kienapfel als Deko auf ein Holzbrett. Der Sheldins Virgin aus der alkoholfreien Big Bang Collection macht fruchtig auch ohne Promille Spaß.
Kienapfel-Deko, Spuren vom Zedernholz im Drink. Foto: Petra Mewes
Kienapfel-Deko, Spuren vom Zedernholz im Drink. Foto: Petra Mewes
Weiter geht’s in die Südvorstadt, in die Rorschach-Bar: Außen schlicht, öffnet sich hinter der Türschleuse eine eigene kleine Welt. Erster Eindruck: gedimmtes Licht, ein Bücherregal, Aschenbecher auf den Tischen.
Die Atmosphäre ist entspannt, nicht zuletzt, weil aus den Boxen loungige Musik tönt. Probiert wird alkoholfreier Bro aus Limettensaft und Brombeersirup, am Tisch wird Tonicwater aus der Flasche aufgefüllt. Von der Sommerkarte suche ich mir Tootless aus: Dieser Drink wirkt pur mit einem einzigen, größeren Eiswürfel im transparenten Becherglas.
Brombeere meets Tonic im Rorschach. Foto: Petra Mewes
Brombeere meets Tonic im Rorschach. Foto: Petra Mewes
Weiter geht’s: Die Stallwache im Westwerk, wo an der Endstelle im Depot der 2. Leipziger Pferdebahn einst mehr als 250 Pferde eingestallt waren, ist immer für eine Überraschung gut.
Die gut gefüllten Flaschen mit Bulbash Vodka, Death in Paradise Rum oder Vermouth sind die gleichen wie oben, versichert der Barkeeper. Förster legt Wert auf Destillate abseits vom Mainstream, die selbst Klassikern wie Singapore Sling eine eigene Note geben.
Eine alkoholfreie, spritzige Gartenlimonade mit Limettenachteln und Rosmarinzweig, die ihre Süße aus reifen, halbierten Cherrytomaten zieht. Hier wie auch auf dem transparenten Glas für die Rote Gurke liegen sauber geschnittene, frische Gurkenscheiben.
Die Stallwache im Leipziger Westen. Foto: André Kempner
Die Stallwache im Leipziger Westen. Foto: André Kempner
Die Tipps für das Wochenende

Tag des offenen Weines: Am 25. September öffnen Vinotheken und Weinbars in neun deutschen Großstädten wieder ihre Türen für den „Tag des offenen Weins“. Leipzig ist als einzige Stadt in den neuen Bundesländern dabei, mit Ausnahme von Berlin. Ohne Hemmschwelle können Entdeckungsfreudige an diesem Tag speziell die deutschen Weine erkunden.
Weltgrößtes Allerlei: Leipzig will ins Guinness-Buch der Rekorde – mit dem weltgrößten „Leipziger Allerlei“. Der Internationale Kochkunstvereins zu Leipzig bereiten den Klassiker am Samstag, 25. September, auf dem Markt vorm Alten Rathaus nach Originalrezept zu. Zwischen 11 und 14 Uhr wollen sie eine drei Meter große Riesenpfanne sowie vier Wok-Ausgabestationen mit mehr als 500 Kilogramm frischen Zutaten befüllen.
Frischemarkt und Hoffest: In Waldheim verkaufen am Sonnabend auf dem Obermarkt Händler regionale Produkte auf dem Frischemarkt, in Bergmanns Hof lässt der Gewerbeverein das Hoffest steigen.
Verkaufsoffener Sonntag: “Raus aus dem Internet – rein in die Stadt!“ heißt es am Wochenende. Am Sonnabend und Sonntag findet erstmals das große Shoppingfestival „Open City Leipzig“ statt. Geschäfte öffnen auch am Sonntag.
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