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Göttin der Liebe - gute Begleiterin beim Spazierengehen und Essen

LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
LVZ Frische Luft - Freizeittipps für Leipzig und die Region
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
der Herbst malt die schönsten Farben. Weswegen der Herbst meine persönliche Spazier-Jahreszeit ist. Und nur die. Ich gehe nur im Herbst spazieren. Nie im Sommer, Winter und nur ausnahmsweise mal im Frühling. Ich verstehe mich nicht sonderlich aufs Spazierengehen… Aber im Herbst mache ich regelmäßig Ausnahmen. Keine Ahnung, warum. Ist wahrscheinlich so'n Tick. Eine Inkompetenz, die mich nicht davon abhält, Ihnen heute einen Tipp zu präsentieren (die Kompetenzebene habe ich mir bei den lieben Kollegen der Märkischen Allgemeinen Zeitung geholt. Die kennen sich aus da, in Brandenburg…).
Also: Spazierengehen kann man ja überall. Im Leipziger Auwald, im Neuseenland. Eigentlich auch im Gewerbegebiet, wenn es einem nur um die Bewegung geht (am Ostseestrand sieht man ja jetzt auch nicht so viel…). Wenn Sie aber mal Lust auf andere Gegenden haben, in denen Sie den Farben des Herbstes nachspüren können, kann ich Ihnen Lübben (Spreewald) nur empfehlen. Ich kannte es bislang auch nur aus dem Paddelboot. Aber auch Festland-seitig macht die brandenburgische Stadt - nur 140 Kilometer von Leipzig entfernt - einiges her. In unserem Ausflugstipp der Woche nehmen wir Sie heute mal mit in die Stadt, deren Namen die Sprachforscher “Liuba” zuordnen - der sorbischen Göttin des Frühlings, der Liebe und der Fruchtbarkeit.
Zurück zu meinen Kompetenzebenen: Essen zum Beispiel ist eine. Am liebsten viel und gut. Bei der Menge auf dem Teller werden Leipzigs Sterne-Restaurants meine Zufriedenheit wahrscheinlich weniger bedienen, aber bei der Qualität sicher. Meine Kollegin Kerstin Decker hat die Edel-Restaurants der Stadt getestet. Ihre Abrechnung über angefallene Spesen in der Redaktion - so ehrlich möchte ich zu Ihnen sein - hat mir erst den Schweiß auf und dann eine Erkenntnis hinter der Stirn hinterlassen: Für ein Abendessen in einem Sternehotel braucht es einen guten Anlass (oder ein dickes Portmonee). Das gönnt man sich nicht einfach mal so. Aber gerade wenn “Liuba” ihre Finger im Spiel hatte, kann eine Einladung ins “Falco”, in den “Stadtpfeiffer” oder ins “Frieda” durchaus eine lohnenswerte Investition sein.
Ansonsten habe ich Ihnen wieder Neuigkeiten aus der Stadt und der Region zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen, Essen und Spazierengehen.
Herzlichst, Ihr Thomas Lieb

Ausflugstipp - Stadtspaziergang durch Lübben

Zu den Sehenswürdigkeiten von Lübben gehört das rekonstruierte Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Rainer Weisflog/Imago
Zu den Sehenswürdigkeiten von Lübben gehört das rekonstruierte Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Rainer Weisflog/Imago
Wenn Sie an den Spreewald denken, denken Sie sicher an Kahnfahrten und Gurken. Denken Sie auch an Lübben? Die Kreisstadt des Landkreises Dahme-Spreewald in der Niederlausitz befindet sich mitten im Spreewald, nur 140 Kilometer von Leipzig entfernt, und bietet neben reichlich Wasser jede Menge Sehenswürdigkeiten, die sich bei einem knapp vier Kilometer langen Stadtspaziergang erkunden lassen. Davor oder danach bleibt auch bei einem Tagesausflug Zeit für eine Tour durchs Umland – und das Wahlweise per Kahn, Fahrrad oder Paddelboot.
Unsere Runde beginnt an der Bushaltestelle Burglehnstraße – oder auch direkt am Bahnhof Lübben (RE2), von wo aus Sie mit dem Bus 518 zur Burglehnstraße gelangen.
Wir starten von der Bushaltestelle aus in Richtung Cottbuser Straße, der wir nach links folgen. Auf Höhe eines Spielplatzes wechseln wir auf die andere Straßenseite, wenig später geht es rechts ab und dann am Schlangengraben entlang. Kurz vor der Hauptspree halten wir uns links und spazieren zur Lübbener Schleuse.
Die Stadt Lübben wird von drei Wasserwegen durchzogen, die für Wasserurlauber interessant sind - im Westen die Berste, im Zentrum die Hauptspree und im Osten der Umflutkanal. Gleich vier Schleusen und zusätzliche Wehre regulieren den Wasserstand zwischen Ober- und Unterspreewald.
Von der Schleuse geht es zum Hafen, wo sich mehrere Optionen bieten: Rast am Imbiss (Spreewaldgurke nicht vergessen), Kahnfahrt, Abstecher in die Touristinformation und „Gurken Paule“ – oder gleich weiter.
Der Lübbener Hafen. Foto: F. Berger/Imago
Der Lübbener Hafen. Foto: F. Berger/Imago
Egal wann Sie den Spaziergang fortsetzen: Erst geht es ein paar Meter zurück in Richtung Schleuse, dann kurz davor rechts rein und immer geradeaus, bis Sie zum Marktplatz gelangen. Drehen Sie eine Runde bis zur Paul-Gerhardt-Kirche. Sie ist nach dem Theologen und Liederdichter Paul Gerhardt benannt, der in Lübben von 1669 bis 1676 Archidiakon war und auch in der Kirche beigesetzt ist – allerdings an unbekannter Stelle. Vor der Kirche steht das von Friedrich Pfannschmidt geschaffene überlebensgroße Denkmal des in Lübben allgegenwärtigen Liederdichters.
Von der Kirche aus machen wir uns auf den Weg zu den nächsten Sehenswürdigkeiten. Über Hauptstraße, Lohmühlengasse und Ernst-von-Houwald-Damm geht es erst zum originalgetreu restaurierten Ständischen Landhaus, heute Hauptsitz der Verwaltung des Landkreises Dahme-Spreewald, und dann weiter zum Schloss Lübben.
Das Lübbener Schloss wurde im Stil der Spätrenaissance Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag von Christian I., dem Herzog von Sachsen-Merseburg, gebaut. Darin befindet sich heute das Stadt- und Regionalmuseum.
Ein Highlight der Schlossinsel ist das Labyrinth. Foto: fototraube.de/Imago
Ein Highlight der Schlossinsel ist das Labyrinth. Foto: fototraube.de/Imago
Unmittelbar am Schloss befindet sich die fast sechs Hektar große Schlossinsel, die von der Hauptspree umflossen wird. Verschlungene, barrierefreie Wege mit vielen Sitzmöglichkeiten führen zu stillen Plätzen und kreativen Spielorten wie Klanggarten und Labyrinth. Herzstück ist der große Wasserspielplatz mit künstlichem Wasserfall und Rutsche, mit Holzflößen, Wasserläufen, Schleusen und kleinem Bagger. Verweilen unbedingt empfohlen!
Von der Schlossinsel aus führt unsere Wanderung weiter zum letzten Highlight der Tour: Die mit 107 Metern längste Brücke im Spreewald verbindet die Schlossinsel mit der benachbarten Spree-Lagune. Am Rande eines Campingplatzes entlang geht es zurück zum Ausgangspunkt unserer Stadtspaziergangs.
Tipp: Wer über die Wanderkarte hinaus präzise Koordinaten für diese Tour sucht, findet sie hier bei Komoot.
Essen de luxe - Leipzigs beste Edel-Restaurant

Leipzig hat drei Sternerestaurants:„Stadtpfeiffer“, „Falco“ und „Frieda“. LVZ-Reporterin Kerstin Decker hat getestet, was die Edel-Küchen hergeben.
„Stadtpfeiffer“ am Gewandhaus (1 Stern)
Was gibt’s hier? Jeweils ein Menü mit Fleisch sowie eine vegetarische Alternative. Der Gast kann wählen, wie viele Gänge er essen will: Drei Gänge (mit Fleisch) kosten 115 Euro, jeder weitere Gang zehn Euro mehr. Sechs Gänge kosten 145 Euro. Zusätzlich kamen beim LVZ-Test noch drei Überraschungs-Gänge.
Wie fühlt sich’s hier an? Klassisch-konservativ, ohne Extravaganzen. Weißes Geschirr auf weißen Tischdecken, unaufdringlicher Service, der sehr zurückhaltend agiert. Das Essen steht ganz klar als Star im Mittelpunkt, alles andere ordnet sich unter.
Das Besondere: Detlef Schlegel ist „Koch des Jahres“ 2021/22 beim Restaurantführer „Gusto“. Er arbeitet mit erstklassigen Produkten möglichst aus der Region, von Hirsch über Schwarzwurzel bis Sanddorn und Quitte. Die jungen Köche seines Teams betreiben in Connewitz einen Garten und ernten dort Kräuter, Blüten, Früchte und Gemüse.
Wie schmeckt’s? Im „Stadtpfeiffer“ findet die Weltklasse-Kultur des Gewandhauses gewissermaßen ihr kulinarisches Pendant. Hochkarätige Gerichte von raffiniert bis abgefahren – zum Beispiel der Gemeine Klapperschwamm, ein normalerweise kaum beachtetet Baumpilz aus der Region. Selbst gepflückt, wird er in drei verschiedenen Varianten als Gruß aus der Küche serviert: gebraten, mariniert und als Creme.
Wer wird hier glücklich? Leipziger, Touristen, Gewandhausbesucher, Leute, die sehr gut essen wollen, aber das auf sehr bodenständige Art ohne Neigung zum Höhenflug. Pärchen jeden Alters, Geschäftskunden oder Familien mit besonderem Anlass zum Feiern. Das Lokal befindet sich direkt am Gewandhaus. Jedoch weiß nicht jeder, dass dort ein Restaurant ist – die Fenster sind rundum mit weißem Sichtschutz versehen und erlauben keine Einblicke ins Innere.
Adresse: Augustusplatz 8
Öffnungszeiten: vorläufig nur freitags und sonnabends ab 18 Uhr
„Falco“ im Hotel The Westin (2 Sterne)
Der sensationelle Blick über Leipzig aus der 27. Etage des Hotels „The Westin“ ist ein Alleinstellungsmerkmal des "Falco" in Leipzig. Foto: Andre Kempner
Der sensationelle Blick über Leipzig aus der 27. Etage des Hotels „The Westin“ ist ein Alleinstellungsmerkmal des "Falco" in Leipzig. Foto: Andre Kempner
Was gibt’s hier? Ausschließlich Top-Produkte von ausgewählten Produzenten weltweit. 1000 Positionen auf der Weinkarte. Coole Lounge-Musik. Serviert wird frech-selbstbewusst auf verschiedenstem Edelgeschirr (für den Gast immer wieder was Neues zum Gucken und Anfassen!), aber auch auf Holzbrett, Küchenbeil oder Badelatsch.
Wie fühlt sich’s hier an? Edel, lässig, modern, cool. Nichts wird dem Zufall überlassen, das Gesamterlebnis reicht bis zum Entertainment-Faktor durch den jungen, hoch kompetenten Service. Unbezahlbar ist der Blick auf Leipzig aus der 27. Etage.
Das Besondere: „Das „Falco“ ist der Leuchtturm der Leipziger Gastronomie, hat seit 2008 zwei Sterne im Guide Michelin, als einziges Lokal in den neuen Bundesländern (außer Berlin). Starkoch Peter Maria Schnurr unterschreibt seine tägliche Speisekarte mit „Stadt der Helden“ – für ihn auch in der Küche die Messlatte.
Wie schmeckt’s? Jeder Klecks ist ein Genuss. Produkte und Aromen werden äußerst raffiniert verarbeitet und zu verblüffenden Geschmackserlebnissen kombiniert. Sieht leicht aus, grenzt an Zauberei, ist nur mit hohem Aufwand an Spitzen-Personal zu schaffen.
Wer wird hier glücklich? Food-Touristen, Design-Verliebte, Weinliebhaber, Promis und VIPs. Leute, die sich das Besondere gönnen möchten. Und die schmerzbefreit sind, wenn die Rechnung kommt. Am Gemeinschaftstisch „Der Tisch“ kosten vier Gänge inklusive Wasser 99 Euro. An den Einzeltischen gibt es fünf Gänge für 221 Euro oder sieben Gänge für 262 Euro. Als Überraschung kommen mehrere „Grüße aus der Küche“.
Adresse: Gerberstraße 15
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, Bar ab 18 Uhr, Restaurant ab 19 Uhr
„Frieda“ in Gohlis (1 Stern)
Klein, aber fein ist das Sternerestaurant „Frieda“ von Lisa Angermann und Andreas Reinke in Leipzig. Foto: Kempner
Klein, aber fein ist das Sternerestaurant „Frieda“ von Lisa Angermann und Andreas Reinke in Leipzig. Foto: Kempner
Was gibt’s hier? Spitzengastronomie ausschließlich in Menüform. Die Gäste wählen, wie viel sie essen wollen – ab vier Gänge (62 Euro) bis zu sieben Gängen (109 Euro). Seit Anfang des Jahres der erste Stern verliehen wurde, ist das Lokal drei Wochen im Voraus ausgebucht. Zunehmend kommen auch auswärtige Food-Touristen.
Wie fühlt sich’s hier an? Die Küche von Andreas Reinke und Lisa Angermann ist innovativ, kontrastreich, überraschend – der Michelin-Stern verdient. Beide habe mehrere Jahre im „Falco“ gearbeitet beziehungsweise gelernt. Auf dem Freisitz muss der Gast bei Ambiente, Deko, Besteck und Bestuhlung jedoch einige Abstriche vom hohen Niveau der Sterne-Gastronomie hinnehmen. Die jungen Betreiber und das Lokal stehen aber noch ganz am Anfang ihrer Sterne-Karriere, daher dürfte sich in Zukunft noch einiges mehr entwickeln.
Das Besondere: Wirtin Lisa Angermann ist die markante Frontfrau in auffälligen bunten Outfits. Sie hat 2017 die Kochshow „The Taste“ gewonnen. Die Speisekarte steckt in einem Briefumschlag. Man findet sie am Platz vor, wenn man reserviert hat.
Wie schmeckt’s? Köstliche Karamell-Nuancen, butterweiches Rinderrippchen, eingelegte Walnuss, Tagetes-Blättchen aus Lisas Garten – ein mit Hingabe zubereitetes Gesamt-Genusswerk, bei dem jeder Gang Freude macht. Auf der Weinkarte stehen überwiegend deutsche Weine.
Wer wird hier glücklich? Leute aus der Nachbarschaft, die für hervorragendes Essen nicht weit fahren wollen und eine lockere, familiäre Atmosphäre ohne Chichi schätzen.
Adresse: Menckestraße 48-50
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr
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